Aquakultur als Chance für Frauen

29.05.2026
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Wädenswil–Kampong Chhnang: Nathalie Pfister besuchte eine NGO, die die Bevölkerung mit Fischteichen gegen die Armut wappnen will.

Als Kind habe ich mich ein paar Mal im Angeln versucht. Nie hätte ich gedacht, dass ich mich später beruflich mit Fischerei und Aquakultur befassen würde. Seit 2022 bin ich als wissenschaftliche Assistentin in der Forschungsgruppe Aquakultursysteme tätig und staune oft, wie vielseitig die Projekte am Institut sind. Die ZHAW hat seit mehreren Jahren eine Kooperation mit der NGO Smiling Gecko, die 60 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Phnom Penh einen grossen Campus mit Schule, Berufsbildung, Landwirtschaft, Handwerksbetrieben und Sozialprogrammen betreibt. Ziel ist, Menschen aus armen Verhältnissen Bildung, Arbeit und eine langfristige Lebensperspektive zu bieten. Die NGO produziert hier in grossem Umfang Fisch zur Eigenversorgung und für die Region. Gleichzeitig erhalten Frauen aus der Umgebung Unterstützung, um mit einem eigenen Teich im Garten Fisch zu produzieren und ein Einkommen zu erwirtschaften.

In meiner Bachelorarbeit untersuchte ich 2022 diese lokalen Fischzuchten des Projekts, die darauf abzielen, die wirtschaftliche Selbstständigkeit der Frauen zu stärken. Dazu wertete ich Produktionsdaten aus, unterstützte die Frauen technisch und beleuchtete soziale sowie wirtschaftliche Aspekte in Interviews. Ich war bereits mehrfach in Kambodscha. Dabei habe ich Land und Leute sehr schätzen gelernt und Freundschaften geschlossen.

Im vergangenen Dezember reiste ich erneut hin und freute mich, viele bekannte Gesichter wiederzusehen und einige Frauen zu besuchen, die ihren Teich noch immer bewirtschaften. Besonders beeindruckte mich, wie sich das Fischzucht-Projekt innerhalb der NGO in den letzten drei Jahren entwickelt hat: Die Zahl der insgesamt produzierten Jungfische ist um rund 50 Prozent gestiegen, die Menge der erntereifen Fische sogar um etwa 60 Prozent auf fast 65 Tonnen pro Jahr. Damit gilt die Fischzucht hier mittlerweile als ein Vorzeigebetrieb im Land.

Natürlich gab es auch Schwierigkeiten, etwa trocken gefallene Teiche aufgrund beschädigter Teichfolien. Insgesamt ist das Projekt aber ein gelungenes Beispiel für nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit. Das ist wichtig, denn die Fischbestände in Kambodscha geraten zunehmend unter Druck – z. B. durch Staudämme im Mekong, Überfischung und die Folgen des Klimawandels. Umso mehr freut es mich, dass sich einige Frauen lokal und auf einfache Weise mit Teich, Regenwasser und Fischen eine kleine Einkommensgrundlage aufbauen konnten. Da Fisch zudem als deutlich nachhaltigere Proteinquelle als Fleisch gilt, ist das Projekt auch ökologisch sehr sinnvoll.

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