
Forschungsansätze im Vergleich
Forschen zwei oder mehrere Fachbereiche an einem Thema, gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für die Zusammenarbeit. Worin unterscheiden sich die Ansätze?
Multidisziplinär
Bei der multidisziplinären Zusammenarbeit arbeiten mehrere Disziplinen parallel an einem gemeinsamen Thema, aber jede bleibt in ihren eigenen Denkrahmen.
Merkmale
- keine echte Integration der Methoden oder Theorien
- Ergebnisse ergänzen sich, werden aber nicht unbedingt verschmolzen
- Disziplinen bleiben tendenziell getrennt
Ziel
Beleuchtung eines Problems aus verschiedenen fachlichen Perspektiven.
Obwohl sich inter- und transdisziplinäre Ansätze immer grösserer Beliebtheit erfreuen, hat der multidisziplinäre Ansatz auch weiterhin klare Stärken:
- Effizienz
- fachliche Tiefe
- ideal in frühen Forschungsphasen oder wenn Integration keinen Mehrwert bringt
Beispiel
ClimateChange@ZHAW: Mehrere Forschungsgruppen der ZHAW beschäftigen sich mit Fragestellungen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung.
Interdisziplinär
Bei interdisziplinären Projekten arbeiten Disziplinen integriert zusammen, um eine gemeinsame Forschungsfrage zu lösen.
Merkmale
- Gemeinsame Problembearbeitung
- Aktive Verknüpfung von Methoden, Daten und Theorien
- Ergebnise bietet einen Mehrwert im Vergleich zur Summe der Einzelbeiträge
- Die Integration schafft neue Erkenntnisse oder sogar neue Fachgebiete
Ziel
Ganzheitliches Verständnis komplexer Fragestellungen
Beispiel
Datenbasierte Optimierung von Interventionserfolgen: Ingenieur:innen und Gesundheitsfachleute entwickeln gemeinsam ein KI-basiertes Werkzeug für die Neurorehabilitation
Transdisziplinär
Interdisziplinäre Forschung wird erweitert durch die Einbindung von Akteur:innen ausserhalb der Wissenschaft.
Merkmale
- Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft
- Co-Produktion von Wissen
- Fokus auf reale gesellschaftliche Probleme
- Wissen entsteht nicht nur im akademishcen Umfeld, sondern im Austausch mit der Praxis
Ziel
Entwicklung praktisch umsetzbarer und gesellschaftlich relevanter Lösungen
Beispiel
WinLab – das urbane Living Lab der Smart City Winterthur: Verwaltung, ZHAW, Unternehmen und Bevölkerung entwickeln gemeinsam Konzepte und Projekte für die nachhaltige Stadtentwicklung.
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