
Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Diversität im Werkzeugkasten
«Wenn du nur einen Hammer hast, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus», stellte der US-amerikanische Psychologe Abraham Maslow fest. Wir tendieren dazu, Herausforderungen mit Methoden anzugehen, mit denen wir bereits vertraut sind.
Was aber, wenn das Problem so gross ist, dass es jede Kategorie sprengt? Dann reichen einzelne Perspektiven nicht mehr aus. Wenn kluge Köpfe aus verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten, ist bereits die Analyse der Ausgangslage besser. Während einzelne Disziplinen bei komplexen Herausforderungen nur die Spitze des Eisbergs sehen, befördern interdisziplinär aufgestellte Teams dank ihren unterschiedlichen Blickwinkeln den gesamten Eisberg ans Licht.
Ob dieser umschifft, geschmolzen oder geknackt werden soll, gilt es, gemeinsam zu erörtern. Der Zeitaufwand für Diskussionen sei etwas, was bei interdisziplinären Projekten häufig unterschätzt werde, geben viele Forschende zu bedenken. Ein Aufwand, der sich aber bezahlt macht. Denn dort, wo unterschiedliche Perspektiven nicht nur höflich nebeneinanderstehen, sondern tatsächlich aufeinanderprallen dürfen, entstehen Lösungen, die auch unter Druck bestehen. Nicht, weil plötzlich alle dasselbe denken, sondern weil niemand mehr in den blinden Flecken der eigenen Disziplin gefangen bleibt. Und manchmal entsteht daraus etwas beinahe Magisches: eine Idee, auf die niemand allein gekommen wäre.
Sara Blaser, External Publications Lead
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