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Aktive Filter: Kategorie: Studium Autor: Andrea Söldi Alle Filter entfernen
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Medizininformatik: Daten managen für eine bessere Gesundheit

Die Datenflut im Gesundheitsbereich nimmt ständig zu. Die Digitalisierung verspricht ein besseres Verständnis von Krankheiten und somit auch gezieltere Massnahmen zur Prävention, genauere Diagnosen und personalisierte Behandlungen. Um von den riesigen Datenmengen zu profitieren, müssen sie jedoch richtig verstanden und sinnvoll genutzt werden. Dies lernen Studierende in zwei neuen Digital-Health-Studiengängen der School of Engineering sowie des Departements Life Sciences und Facility Management . Diesen Sommer starten rund 60 Personen mit dem neuen Bachelorstudium Medizininformatik an der School of Engineering. Sie eignen sich das Rüstzeug an, um künftig an den Schnittstellen zwischen den Bereichen Medizin und Informatik zu arbeiten – etwa in Spitälern oder bei Krankenkassen. «Unsere Studierenden lernen, beide Welten zu verstehen», erklärt Thomas Järmann , Leiter Lehre am Departement. Sie programmierten in der Regel nicht selber umfangreiche und komplexe Software, passten jedoch diese zum Teil an die spezifischen Verhältnisse an und sorgten dafür, dass die gesammelten Daten von diagnostischen Tests, Medikamenten, Therapien und Operationen übersichtlich und sicher an der richtigen Stelle verfügbar sind. Während der sechs Semester im Vollzeit- beziehungsweise acht Semester im Teilzeitstudium beschäftigen sich die Studierenden unter anderem mit den Grundlagen des Gesundheitssystems und der Medizin, mit Machine Learning in der Diagnostik, Robotik im Rehabilitationsbereich, Bioinformatik und Statistik, aber auch mit Datenschutz und Ethik. Im engen Kontakt mit Branchen des Gesundheitswesens habe sich gezeigt, dass der Bedarf an entsprechenden Fachkräften gross sei, sagt Järmann. «Unsere Studierenden lernen, beide Welten zu verstehen – die der Medizin und jene der Informatik.» Thomas Järmann, Leiter Lehre an der School of Engineering Im interdisziplinären Studiengang der ZHAW unterrichten auch Dozierende der Bereiche Gesundheit, Life Sciences, Gesundheitsökonomie, Wirtschaftsinformatik und Linguistik. Ebenso divers sind die Vorerfahrungen der ersten Studierenden: Während die einen aus der Pflege oder Sozialarbeit kommen, bringen andere einen kaufmännischen Hintergrund mit und einige wenige stammen aus der Informatik. «Die Heterogenität ist eine Herausforderung», sagt Thomas Järmann. «Wir wollen aber alle Interessierten abholen.» Eine gute Vorbereitung seien die mathematischen Vorkurse der School of Engineering. Derweil sind in Wädenswil bereits vor einem Jahr 47 Personen im neuen Bachelorstudiengang Applied Digital Life Sciences gestartet und rund 50 weitere beginnen dieses Jahr. Es handelt sich schweizweit um ein einzigartiges Angebot. Die Studierenden lernen mit Big Data umzugehen, die mitten aus dem Leben stammen – etwa aus den Bereichen Pharmazie, Chemie, Biotechnologie, Landwirtschaft, Umwelt oder Gesundheitswesen. Ab dem vierten Semester tauchen sie in eine von drei Vertiefungsrichtungen ein: Digital Environment (Umweltbereich), Digital Labs and Production (Labore und Produktionsstätten unter anderem der Chemie-, Pharma- und Lebensmittelbranche) oder Digital Health (Bereich Gesundheit). «Der Studiengang ist so interdisziplinär und abwechslungsreich, wie ihr späterer Berufsalltag sein wird.» Céline Reinbold, Studiengangleiterin In der Vertiefung Digital Health werden neben Konzepten für die Datenverarbeitung auch anatomische und physiologische Kenntnisse vermittelt sowie statistische Anwendungen zum Umgang mit Daten aus der Epidemiologie und Genetik. «Informatik und Naturwissenschaften halten sich ungefähr die Waage», sagt Studiengangleiterin Céline Reinbold . Genau dieses Profil sei im Gesundheitswesen vermehrt gefragt, betont die Psychologin und Hirnforscherin. «Es braucht Leute, die zwischen diesen Bereichen vermitteln können und beide Sprachen sprechen.» Typische Einsatzorte sind unter anderem Pharmakonzerne, die individuelle Krebstherapien aufgrund genetischer Profile von Patientinnen und Patienten entwickeln, oder ein Schlaflabor, wo viele medizinische Parameter gemessen und ausgewertet werden. Auch die Tiermedizin kann von Applied-Digital-Life-Sciences-Spezialistinnen und -Spezialisten profitieren: Hier wird zum Beispiel an Sensoren geforscht, welche die Vitalzeichen von Pferden erheben. Lernfähige Algorithmen bestimmen daraus anschliessend die Ovulationsphasen von Stuten. Somit können invasive Untersuchungen vermieden werden. Auch dieser Studiengang baut auf einer Zusammenarbeit mit diversen anderen Instituten der ZHAW sowie mit dem Studiengang Data Science der School of Engineering auf. Dieser Ansatz ermögliche den Studierenden einen Überblick über verschiedene Fachgebiete, erklärt Céline Reinbold. «Der Studiengang ist so interdisziplinär und abwechslungsreich, wie ihr späterer Berufsalltag sein wird.» Andrea Söldi

Umweltfreundlichere Verpackungen

Wer Fleischersatzprodukte kauft, verfügt meist über ein hohes Umweltbewusstsein. Viel Verpackung, und vor allem Plastik, ist bei dieser Kundschaft verpönt. Dessen ist sich auch die Firma Planted bewusst. Das ETH-Spinoff produziert pflanzliche Nahrungsmittel aus Gelberbse, Hafer oder Sonnenblumen, die kaum zu unterscheiden sind von Pouletgeschnetzeltem oder Pulled Pork, und ist damit sehr erfolgreich. Die Portionen für Privathaushalte sind in Schalen aus rezykliertem PET erhältlich. Bei einer Online-Bestellung werden sie in einer Kartonbox mit Kühlelementen und Füllmaterial aus Altpapier geliefert. Nun will die Firma ihre Verpackungen noch umweltfreundlicher gestalten. «Dass verschiedene Fachrichtungen von Anfang an einbezogen werden, ist ein neues Vorgehen. Wir Fachleute sind oft gefangen in unserem Vorwissen.» Selçuk Yildirim, Leiter Forschungsgruppe Lebensmittelverpackung Im Rahmen des Projekts Sustainable Packaging Architecture (Sparc) haben sich Studierende nun Gedanken zu nachhaltigeren Verpackungen gemacht. Am Zurich Knowledge Center for Sustainable Development (ZKSD) diskutierten im letzten Herbst Angehörige des Instituts für Lebensmittel- und Getränkeinnovation, des Instituts für Angewandte Psychologie sowie der Zürcher Hochschule der Künste Vorschläge für zwei Projektpartner. «Dass verschiedene Fachrichtungen von Anfang an einbezogen werden, ist ein neues Vorgehen», sagt Selçuk Yildirim, Leiter der Forschungsgruppe Lebensmittelverpackung und Initiator des Projekts. Der Professor erhofft sich davon neue, unkonventionelle Ansätze. «Wir Fachleute sind oft gefangen in unserem Vorwissen.» In den drei Workshops entstand zum Beispiel die Idee, die Planted-Stücke zu vakuumieren. So würde weniger Kunststoff benötigt – sowohl im Herstellungsprozess als auch in der Endverpackung. Zudem haben die Studierenden ansprechende Kartonschachteln für die Aussenhülle gestaltet. Für den Online-Versand entwarfen sie modische wiederverwendbare Taschen und Rucksäcke aus rezyklierten LKW-Planen. Zudem führten sie Haltbarkeitstests durch. Das zweite Partnerunternehmen war die Firma Yasai , die im sogenannten Vertical-Farming-System Kräuter produziert. Die Pflanzen wachsen platzsparend in Hallen auf Regalen mit Nährlösungen. In den Verkauf gelangen die Küchenkräuter in Kartonpäcklein mit einem Kunststoff-Sichtfenster. Würde man dieses herausreissen, könnte der Karton im Prinzip rezyliert werden, sagt Selçuk Yildirim. Doch den meisten sei das wohl zu mühsam – wie bei den Teigwarenpackungen mit Sichtfenster oder den Yoghurtbechern mit Kartonhülle. «Der Grossteil dieser Verpackungen landet im Abfall.» Im Workshop entwickelten die Studierenden verschiedene Vorschläge für Kartonverpackungen ohne Sichtfenster, dafür mit perforierter, wieder verschliessbarer Öffnung und schönem Design – etwa der Zeichnung einer Rosmarin-Staude. Eine andere Idee war ein Sichtfenster, das beim Öffnen automatisch entfernt wird. Zudem entwarfen die Teilnehmenden schlichte, ästhetische Behälter, in denen die ganzen Pflanzen samt Wurzeln verkauft werden können. Würde man sie mit einer Nährlösung füllen, könnten sie zu Hause sogar weiterwachsen. Die Kundschaft könnte so auch im Winter Basilikum und Pfefferminz aus heimischer Produktion pflücken. Die Projektpartner seien bei der Schlusspräsentation sehr erfreut gewesen, sagt Yildirim. Pfannenfertige Lösungen seien aber nicht entstanden, und das sei auch nicht das Ziel gewesen. «Es ging darum, Wege aufzuzeigen und Denkprozesse anzuregen.» Die Entwicklung von Lebensmittelverpackungen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Neben der Nachhaltigkeit sind hygienische Standards ein wichtiges Kriterium. Rezyklierter Karton zum Beispiel darf nicht direkt mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, sondern muss mit einer Folie überzogen werden. Eine Verpackung sollte zudem ansprechend gestaltet sein und gut beschriftet werden können. Auch die Vermeidung von Foodwaste ist ein grosses Thema: Dabei helfen zum Beispiel wiederverschliessbare Packungen oder mehrere Abteile, die einzeln geöffnet werden können – wie etwa bei Raclette-Käse. Mit den Bestrebungen, vom Plastik wegzukommen, gewinne Karton zunehmend an Bedeutung, erklärt Yildirim. Die Forschungsgruppe Lebensmittelverpackungen arbeitet deshalb an einer Folie, die zusammen mit dem Karton rezykliert werden kann. Auch Aludosen sollen dereinst ersetzt werden durch mit Folie überzogenem Karton. Wo es nicht ohne Kunststoffe geht, sollen Materialien aus organischen Stoffen zum Einsatz kommen. Andrea Söldi

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