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Aktive Filter: Kategorie: Dossier Autor: Kathrin Reimann Ausgabe: 2/2023 Alle Filter entfernen
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Veganes Ei für die Industrie

Käseküchlein, Schoggi-Mousse, Meringues – viele Leckereien gibt es heute auch vegan. Dies auch dank dem 2022 gegründeten Startup EggField , das der Lebensmittelindustrie eine Ei-Alternative auf Basis von Hülsenfrüchten bietet. Die Idee hatte einer der drei Co-Gründer, Silvan Leibacher, der für seine Biber-Manufaktur einen Ei-Ersatz suchte. Ende 2019 lernten sich Silvan Leibacher und David Ebneter über gemeinsame Freunde kennen. «Wir kamen ins Gespräch und Silvan erzählte mir, dass er auf der Suche nach einem pflanzlichen Ei-Ersatz für seine Backwaren war», sagt Ebneter, der zu diesem Zeitpunkt sein Studium beendet hatte und nach ersten Arbeitserfahrungen an der ZHAW im Industriebereich arbeitete. «Fast noch wichtiger als das praxisnahe Studium aber war das Umfeld: An der ZHAW lernte ich Leute kennen, die eigene Ideen umgesetzt haben.» David Ebneter, ZHAW-Absolvent «Mich interessierte diese Herausforderung, und kurzerhand entwickelte ich einen ersten flüssigen Prototyp», sagt Ebneter, der an der ZHAW einen Bachelor in Lebensmitteltechnologie und einen Master in Food and Beverage Innovation absolviert hat. Das praxisnahe Studium habe ihm für diesen Entwicklungsprozess viel gebracht. «Fast noch wichtiger aber war das Umfeld: An der ZHAW lernte ich Leute kennen, die eigene Ideen umgesetzt haben.» EggField mit Sitz in Illnau und drei Mitarbeitenden setzt auf einen stark wachsenden Markt. «Unsere Hauptkonkurrentin ist die riesige, subventionierte Ei-Industrie.» Im Gegensatz dazu kann EggField die Produkte nicht einfach in ein Regal stellen, denn das Unternehmen produziert aktuell ausschliesslich für die professionelle Gastronomie sowie für die Lebensmittelindustrie. Grund dafür ist die Intention des Unternehmens: Sie wollen den auf dem Schweizer Markt relativ hohen Anteil an «guten» Label-Eiern nicht ersetzen, sondern diejenigen Eier, die aus ethisch und ökologisch fragwürdigen Quellen stammen – diese kommen zu einem höheren Anteil in verarbeiteten Produkten zum Einsatz. «Wir begleiten unsere Kunden bei ihren Produktinnovationen und geben unser Know-how weiter.» So könne es bis zu einem Jahr dauern, bis ein neues Produkt entstehe. «Unsere Hauptkonkurrentin ist die riesige, subventionierte Ei-Industrie.» David Ebneter, Co-Gründer und Chief Technical Officer von EggField In Sachen Wachstum verfolgt EggField einen KMU- und keinen klassischen Startup-Ansatz. «Wir wollen uns Zeit nehmen und nachhaltig wachsen, wollen zufriedene Mitarbeitende und zufriedene Kundinnen und Kunden.» Diesen Anspruch ebenso wie eine grosse Leidenschaft erachtet Ebneter als wichtig für Entrepreneurinnen und Entrepreneure: «Es braucht Risikobereitschaft und Beharrlichkeit, um Gegenwind und Rückschläge auszuhalten und zu überwinden.» Kathrin Reimann

Sie produzieren Convenience Food statt Food Waste

Die Idee für Hängry Foods blinkte in den Köpfen von Ximena Franco und Sophia Graupner erstmals Ende 2021 auf. «Wir erzählten unserem Umfeld in den Weihnachtsferien davon und merkten: Die Idee kommt an», sagt Franco, die mit Graupner Lebensmitteltechnologie an der ZHAW studiert – beide stehen kurz vor Abschluss ihres Studiums. 2022 arbeiteten sie die Idee für Hängry Foods weiter aus: «Wir wollten überschüssige Lebensmittel retten und leckeres, gesundes, abwechslungsreiches Convenience-Food anbieten», sagt Graupner. «Wir wollten überschüssige Lebensmittel retten und leckeres, gesundes, abwechslungsreiches Convenience-Food anbieten.» Sophia Graupner, Co-Gründerin Hängry Foods Bald stiess Mitstudent Valentin Holenstein dazu, und zu dritt steckten sie alle Ressourcen, die neben dem Studium blieben, in Hängry Foods. Mit Erfolg: Sie wurden nicht nur ins Sustainable Impact Program der ZHAW aufgenommen, mit dem die Hochschule Nachhaltigkeitsprojekte von Studierenden fördert, sondern gewannen bei der alljährlichen ZHAW Startup Challenge 2022 den ersten Preis und erhielten einen Arbeitsplatz im Runway Startup Incubator, wo sie auch gecoacht wurden. Nach einer Testphase, in der sie ihre Menüs kochten und an Kunden brachten, wollen sie nun mit Industriepartnern zusammenarbeiten: «Auf der einen Seite geben uns Industriepartner ihre nicht mehr benötigten Nebenströme, damit wir diese zu Produkten weiterverarbeiten können. Ausserdem erhalten wir von Industriepartnern leicht fehlerhaftes Gemüse, das bei der Warenannahme aus verschiedensten Gründen aussortiert wurde», erklärt Graupner. Diese Produkte verkaufen sie einerseits als Halbfabrikate, vorrangig an die Gastronomie, beispielsweise in Form geschnittener Tiefkühlkarotten. «Es war ein grosser Vorteil, dass wir unser Startup während des Bachelorstudiums gegründet haben.» Ximena Franco, Co-Gründerin Hängry Foods Oder sie stellen die Komponenten zu einem Menü zusammen und verkaufen sie als Fertiggericht zum Aufwärmen. «Aktuell befinden wir uns in vielen Gesprächen und planen, auf Herbst 2023 marktreif zu sein.» Da Food Waste für viele Unternehmen zwar wichtig, aber auch mit Vorurteilen behaftet ist, bietet Hängry Foods auch diesbezüglich Beratungen an. «Es war ein grosser Vorteil, dass wir unser Startup während des Bachelorstudiums gegründet haben», sagt Franco. So hätten sie nicht nur neues Wissen direkt einarbeiten, sondern auch Unterstützungsangebote der ZHAW nutzen können. «Daneben brauchten wir Motivation, Fokus, Herzblut und durften vor allem den Spass nicht verlieren – sonst wäre es unmöglich gewesen, so viel Arbeit, Zeit und Nerven reinzustecken», so Graupner. Kathrin Reimann

Er macht Hanf zu Super-Food aus der Region

Hanf kann viel mehr, als die meisten denken: Nach seinem Bachelor in Lebensmitteltechnologie und Master in Life Sciences in Food and Beverage Innovation forschte Carlo Weber an der ZHAW zu alternativen Proteinquellen und stiess dabei auf die öl- und proteinhaltigen Samen der traditionsreichen Nutzpflanze. Gemeinsam mit zwei Mitstreitern entwickelte er die Idee für AlpenPionier . «Der Markt für Hanf als Lebensmittel war unerschlossen und wir mussten erst eine Wertschöpfungskette aufbauen.» 2017 testeten sie den Markt, indem sie an einer Messe Hanf-Snacks anboten. Sie bewarben sich bei einem Startup-Förderprogramm. Es folgten Coachings und ein Crowdfunding, bei dem 120’000 Franken zusammenkamen. «Nun mussten wir liefern: Im Frühjahr 2018 verkauften wir erstmals Hanf-Öl, -Samen und -Pulver in unserem Online-Shop sowie in einigen ersten Spezialitätenläden, Reformhäusern und an Food-Messen.» Mit Pioniergeist etablierten sie Hanf als nachhaltiges Bio-Superfood aus der Heimat. «Es brauchte Aufklärungsarbeit – viele dachten bei Hanf an Drogen und Verbote.» Nach personellen Wechseln und der Erweiterung ihres Sortiments um beispielsweise geschälte Hanfnüsse, Tee, und Eistee hat AlpenPionier seinen Sitz seit 2020 in Zizers. «Wir arbeiten aktuell zu dritt und kämpfen darum, unseren Umsatz auf eine Million Franken zu steigern.» «Es brauchte Aufklärungsarbeit – viele dachten bei Hanf an Drogen und Verbote.» Carlo Weber, Mitgründer Sie seien mit möglichen Partnern im Gespräch, um breiter Fuss zu fassen. Den Wunsch etwas Eigenes aufzubauen verspürte Weber bereits zu Beginn des Studium. «Wirklich vorbereiten auf so etwas kann dich aber niemand.» Sein Tipp für Entrepreneurinnen und Entrepreneure: Learning by doing. «Man muss Fehler machen, daraus lernen, alles geben, rausgehen und sein Produkt zeigen – der Markt ist knallhart und wartet auf niemanden.» Kathrin Reimann

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