Eine Frage der Optik

19. März 2019
1/2019

Unter Ressourcen versteht man je nach Optik Unterschiedliches. In Betriebs- und Volkswirtschaft sind es meist Betriebsmittel, Rohstoffe, Energie oder Personen. Psychologie und Gesundheit betrachten Fähigkeiten oder persönliche Eigenschaften als Ressourcen, Sprach- und Sozialwissenschaften Bildung und soziale Vernetzung.

PATRICIA FALLER, Chefredaktorin
Uns gefielen diese vielfältigen Perspektiven. Deshalb tauften wir das Dossier dieser Ausgabe «Ressourcen». Zusammengekommen ist ein Themenmix rund um erneuerbare und nicht-erneuerbare Ressourcen, knappe Ressourcen und um Schutz und Stärkung von persönlichen und gesellschaftlichen Ressourcen. Bei so viel Vielfalt stellte sich bald die Frage: Wie illustriert man dies auf dem Titelbild? Wir wollten keinen globalen Fussabdruck und keine wie Zitronen ausgequetschten Globen. Unser Illustrator Till Martin kam auf die Idee, «am Ast zu sägen, auf dem wir sitzen» – natürlich nur zeichnerisch, versteht sich. Doch nichts anderes tun wir mit unserem enormen Ressourcenverbrauch. Weil wir das allmählich erkennen, stützen wir den Ast, damit er nicht fallen soll. Übertragen auf die Umweltdiskussionen bedeutet das etwa, dass wir uns mit Zertifikaten freikaufen wollen von unseren Umweltsünden. Da es im vorliegenden Dossier aber nicht nur um ökologische Nachhaltigkeit geht, sondern auch um Aktivierung von persönlichen und gesellschaftlichen Ressourcen, steht der Baum auch hier als Sinnbild: Wie ein gezielter Baumschnitt Wunder wirken und Blattwuchs und Ertrag steigern kann, zeigen wir auf, was es bei Menschen braucht, um Ressourcen abzurufen oder zu stärken. Richtig eingesetzt, könnte dies schliesslich dazu führen, dass wir aufhören, am Ast zu sägen, auf dem wir sitzen. Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Lektüre.