In 14 Wochen zur Influencerin

19. März 2019
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Mode und Lifestyle erfreuen sich auf Instagram grosser Beliebtheit. Weltweit setzen sich Menschen in Szene. Viele rücken nebenbei ein gesponsertes Produkt in die Kamera, um es bei den Followern beliebt zu machen. «Es ist schwierig, sich aus der Masse hervorzuheben», sagt Caroline Beck. Im Rahmen eines Experiments hat sie versucht, sich als Modeliebhaberin und Journalismus-Studentin einen Namen zu machen. Sie zeigte sich in stylischen Outfits und empfahl lesenswerte Artikel. Sie hatte sich im Vorfeld Insiderwissen geholt und setzte verschiedene Massnahmen zur Steigerung der Anzahl Follower, Likes und Kommentare ein. Ihr Profil writersfashion erreichte schliesslich 6610 Follower in 44 Ländern. Es gingen zudem erste Anfragen für Kooperationen ein.
«In 14 Wochen kann ein bedingter Einfluss erzielt werden», sagt die Bachelorabsolventin. Das Marktpotenzial für neue Fashion- und Lifestyle-Influencer sei beschränkt. Man müsse eine passende Nische finden oder Glück haben. Die journalistischen Inhalte stiessen auf wenig Interesse. Caroline Beck erlebte den Selbstversuch als zeitintensiv und nervenaufreibend. Sie arbeitete rund 448 Stunden daran und empfand die täglichen Posts irgendwann nur noch als Stress. Sich an öffentlichen Orten fotografieren zu lassen, war ihr zuweilen unangenehm. Durch den Vergleich mit anderen begann sie, sich selbst zu hinterfragen. «In der Influencer-Welt herrscht noch mehr Schein als Sein, als man denkt», sagt sie. Als sie ihre Arbeit abgegeben hatte, brauchte sie erst mal eine Pause. Inzwischen lädt sie wieder ab und zu ein Bild hoch. «Eigentlich bin ich eine schlechte Influencerin», so die ZHAW-Absolventin. «Während des Selbstversuchs habe ich immer wieder fast vergessen, dass ich noch etwas ­posten sollte.»

Caroline Beck (25)

ist mit einem Selbstversuch der Frage nachgegangen, ob es möglich ist, in 14 Wochen zu einer erfolgreichen Influencerin zu werden. «Ich lasse mich auf Instagram selbst gerne in Sachen Mode inspirieren und wollte den Mechanismen des sozialen Netzwerks auf den Grund gehen», sagt sie. Für ihr Bachelorarbeit am Departement Angewandte Linguistik hat sie die Note 6 erhalten. Bis Ende März macht sie beim Schweizer Fernsegen ein Praktikum. Danach möchte sie eine Stelle als Journalistin antreten .