Normalität in Objekt und Sprache

23. März 2021
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Gesellschaftliche und technische Normen prägen unsere Realität. Während die einen von Land zu Land verschieden sind, werden andere harmonisiert, um den Alltag über Grenzen hinweg zu vereinfachen. Wie es um unsere Normalität bestellt ist, spiegelt sich auch im Sprachgebrauch wider.

Derzeit haben Begriffe wie «Normalität», «normal» oder «neue Normalität» Konjunktur wie noch nie in den vergangenen 50 Jahren. Und «Normalität einkehren» ist derzeit die in deutschen Quellen die am häufigsten entdeckte Wortverbindung. In der Schweiz fiele das Ergebnis sicher ähnlich aus. 

Geflügelte Worte

Wörter treten oft gehäuft in Verbindung mit anderen auf. «Normalität ist eingekehrt» ist derzeit eine der häufigsten Verbindungen, gefolgt von «Normalität vortäuschen», «Normalität vorgaukeln», «Normalität suggerieren» und «Normalität wiederherstellen».

Der Wortgebrauch im Zeitverlauf

In den vergangenen rund 50 Jahren hatten die Begriffe «Normalität» und «normal» nie mehr Konjunktur als heute. Wir haben die beiden Wortverlaufskurven mit historischen Marken gespickt, ohne Kausalzusammenhänge herstellen zu wollen. Angesichts der Berg-und-Tal-Fahrten hatte uns die Neugier gepackt, was da in der Welt wohl gerade passierte.
Technische Normen prägen unsere Normalität und leisten einen wichtigen Beitrag, wenn es um Lösungen für die grossen Herausforderungen von heute geht wie etwa Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, aber auch gesellschaftspolitische Themen wie die Überalterung der Bevölkerung. Normen sind freiwillige, von Expertinnen und Experten erarbeitete Regeln für fast alle Gebiete der Wirtschaft und Gesellschaft. Sie sollen für ein reibungsloses Zusammenspiel von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen sorgen. 

Kleine Normenkunde