Wort des Jahres

3. Dezember 2019
4/2019
Klimajugend, vague verte, onda verde und lufsind die Wörter des Jahres Schweiz 2019. Sie zeigen, worüber die Gesellschaft nachdenkt und was sie bewegt. ZHAW-Forschende nutzten die grösste Textdatenbank der Schweiz als Basis, das Sprachgefühl der Jury entschied die Wahl.
Wenn jetzt wieder das «Wort des 
Jahres Schweiz» gekürt wurde, dann nicht zuletzt auch dank Korpuslinguistik und Machine Learning. Die Korpuslinguistik wertet Korpora aus. Das sind Sammlungen von digital erfassten 
Texten. Damit können Kenntnisse darüber gewonnen werden, wie die Sprache die Veränderung unseres Lebens aufzeigt und diese Veränderung mitprägt: Seit wann nutzen wir zum Beispiel «googeln» als Verb? Für die Analyse werden die Texte aufbereitet: Sie werden angereichert mit grammatischen Informationen, etwa zur Wortart. Dieser Prozess nennt sich Annotation und erfolgt dank computerlinguistischen Werkzeugen automatisch. Je nach Aufgabe und Sprache kommen dabei Verfahren aus der Künstlichen Intelligenz (KI) zum Zug, etwa Machine Learning. Zudem dienen annotierte Korpora als Grundlage für KI-Anwendungen in der Mensch-Maschine-­Kommunikation. KI kann auch dann eine Rolle spielen, wenn das Wort des Jahres Schweiz in Zukunft auch aus mündlichen Diskursen und Dialekten ermittelt wird, die der Computer erst lernen muss. Am Departement Angewandte Linguistik wird seit 2017 das Wort des Jahres der Schweiz ermittelt. Dieses Jahr kam mit Rätoromanisch die vierte Landessprache dazu.