Literacy – Was wir unbedingt können sollten

Auslandsaufenthalte sind Personalentwicklung im besten Sinn

21.09.2021
3/2021
  • Forschung

Die Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Boston Children’s Hospital war das Ziel von Julia Dratva, Leiterin der Forschungsstelle Gesundheitswissenschaften, als sie im Herbst 2019 im Rahmen des ZHAW-Swissnex-Personalmobilitätsprogramms nach Boston reiste.

Frau Dratva, mit welchem Ziel sind Sie nach Boston gereist? 

Julia Dratva: Mein Ziel war es, Kontakte zu knüpfen und Forschungsopportunitäten auszuloten. Im Zentrum stand die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen dem Boston Children’s Hospital  und der Forschungsstelle Gesundheitswissenschaften der ZHAW. Weiter fanden Gespräche mit Experten im Themenbereich Health Literacy statt, der auch die Forschungsstelle Gesundheitswissenschaften beschäftigt.

Hatte der Austausch Auswirkungen auf Ihre Forschungsarbeit?

Bei meinem Aufenthalt konnte ich Einblicke in neue Fragestellungen erhalten und eine Forschungspartnerschaft mit der Anästhesie-Abteilung am Childern’s Hospital etablieren. Zudem konnte ich mein Netzwerk erweitern und unsere Forschung präsentieren. Es ergab sich  ein Folgeprojekt zum Thema chronische Schmerzen bei Kindern mit einem Forschenden des Boston Children’s Hospital, und es entstanden Pläne für weitere Projekte und Publikationen. 

«Die unterschiedlichen Erfahrungen und Kulturen erweitern den eigenen Horizont.»

Wie konnten Sie persönlich davon profitieren? 

Ich konnte sehr stark davon profitieren. Insbesondere die intensiven Gespräche über Forschungsthemen und -inhalte sowie der Austausch über Forschungstraditionen und -alltag bringen einen weiter. Die unterschiedlichen Erfahrungen und Kulturen erweitern den eigenen Horizont. 

Hat Sie etwas besonders beeindruckt in Ihrem Austausch? 

Die Offenheit der Forschenden, uns zu empfangen und ihre Inhalte mit uns zu teilen.

Wie wichtig sind für Sie internationales Lernen und internationale Forschung?  

Sehr wichtig! Auch wenn sich kein aktuelles Projekt aus einem Besuch ergibt, so entstehen dennoch Kontakte, die im Weiteren wichtig sind oder sein können. Zum Beispiel wenn für ein Paper ein Reviewer gesucht wird oder eine Referentin für einen Kongress. Auch helfen die an solchen Austauschen beteiligten Personen in der Regel gerne aus, wenn sich knifflige Fragen stellen.

Was würden Sie jemandem empfehlen, der an der ZHAW arbeitet bzw. forscht und sich ebenfalls für einen Austausch interessiert? 

Einerseits empfehle ich, fokussiert Personen zu besuchen, die im gleichen Gebiet forschen, andererseits aber auch, davon zu profitieren, mal über den Tellerrand hinauszuschauen, so also nach Inspiration vor Ort zu suchen.

Welchen Mehrwert würde es aus Ihrer Sicht für die ZHAW schaffen, wenn mehr ihrer Forschenden von solchen internationalen Austauschmöglichkeiten profitierten?

Die ZHAW stärkt damit ihren internationalen Bekanntheitsgrad und dadurch auch den der Forschenden. Das wissenschaftliche Netzwerk der Forschenden, auch als Reservoir für die Lehre, wird gestärkt. Diese Aufenthalte sind Personalentwicklung im besten Sinn.

Das Interview wurde schriftlich geführt

Von Winterthur nach Shanghai oder Boston – Drei weitere ZHAW-Forschende über ihre Erfahrungen, die Wichtigkeit von Internationalität und Austausch

«Die spannenden Forschungsthemen gerade im Finanzbereich haben alle einen internationalen Charakter»: Jan-Alexander Posth, Dozent an der Fachstelle für Asset Management, hat neue Perspektiven in seinem Forschungsbereich «Sustainable Finance» erhalten.

«Der Austausch unter den Dozierenden ist anregend und eine Win-win-Situation»: Anita Manser Bonnard, Leiterin der Weiterbildung am Institut für Gesundheitswissenschaften, hat in Boston Inspirationen für die Weiterentwicklung von Weiterbildungsangeboten gesucht und gefunden.

«Schon früh hatte ich den Drang, mehr von der Welt kennenzulernen»: Patrick Studer, Leiter des Forschungsbereichs Sprachkompetenz und Wissensvermittlung, konnte während seines Besuchs zusätzliche Kontakte zum Boston College knüpfen.