Forschen – heute und morgen

Eine Community gestaltet die digitale Zukunft mit

22.06.2021
2/2021
  • Dossier

In allen ZHAW-Departementen gibt es Expertinnen und Experten, die durch ihre Arbeit die digitale Transformation mitgestalten. Damit sie sich kennenlernen, gegenseitig inspirieren und noch enger zusammenarbeiten, hat ZHAW digital vor einem Jahr das Digital Futures Lab ins Leben gerufen.

Mehrere Labs – eine Art kleine Think Tanks – an der ZHAW beschäftigen sich mit der Digitalisierung, wie zum Beispiel das Digital Health Lab mit seinem Schwerpunkt auf dem Gesundheitswesen oder das Datalab im Bereich Data Science. Im Digital Futures Lab (DFL) hingegen steht die bereichs- und disziplinübergreifende Zusammenarbeit im Vordergrund. Die Initiatorinnen und Initiatoren des DFL haben den Begriff «Future» im Namen des Digital Futures Lab bewusst in den Plural gesetzt. «Hier schwingt die Idee mit, dass es unterschiedliche Zukunftspotenziale gibt. Welches davon realisiert wird, bestimmen die Community-Mitglieder mit», sagt Aleksandra Gnach, Leiterin des DFL.

Die Community des DFL wurde von ZHAW digital ins Leben gerufen, um Personen an der ZHAW zu vernetzen, die die digitale Transformation mitgestalten wollen. Den Start im Juli 2020 haben über 120 Personen im Livestream verfolgt. Kennenlernen konnten sich einige der über 200 Community-Mitglieder bei einem virtuellen Vernetzungsanlass im Dezember.

Vielfältig und interdisziplinär

Wenn sich Studierende oder Mitarbeitende im Rahmen ihrer Arbeit mit der digitalen Transformation befassen und den Austausch zu anderen suchen, sind sie im DFL richtig und können sich bewerben. Personen, die über ein Förderprogramm von ZHAW digital unterstützt werden, wie eine DIZH Fellowship oder den Digital Futures Fund (DFF), werden direkt im DFL aufgenommen.

«Besonders eindrücklich finde ich, dass alle Departemente und Mitarbeitendenkategorien sowie Studierende in der Community vertreten sind», sagt Ricardo Fariña, Community Manager des DFL. Die Vielfalt an individuellen Sichtweisen und Wissen sei zentral, damit kreative Ansätze entstehen können.

«Im DFL wird sichtbar, welche Forschungsprojekte an der ZHAW einen direkten Anwendungsbezug fürs digitale Lehren und Lernen haben. Dank der Vernetzung können wir das Wissen aus diesen Projekten dann in Beratung, Support und in übergreifende Projekte für die Lehre an der ZHAW einbringen», sagt Lisa Messenzehl-Kölbl, Leiterin der Fachgruppe Blended Learning.

Ein Experiment zur Zukunft der Forschung

Aus den Bewerbungen geht hervor, warum sich die Personen für die Community interessieren. «Der häufigste Wunsch ist, sich im Lab zu vernetzen, um Kompetenzen zu erweitern, Neues zu lernen, oder sich gegenseitig zu unterstützen», sagt Fariña. Expertinnen für Künstliche Intelligenz (KI) suchen zum Beispiel häufig nach Anwendungen für den Einsatz ihrer Technologien, während andere Forschende ein Problem mit KI lösen wollen und dafür eine KI-Expertin suchen. Im DFL sollen diese Personen zueinander finden, ihre Ideen bottom-up einbringen und departementsübergreifend miteinander arbeiten können. Und sie können sich um Fördergelder des Digital Futures Fund bewerben, um ihre innovativen Ideen zu testen.

Ein DFF-Projekt der School of Management and Law setzte sich mit Digitalveranstaltungen auseinander, weil wegen Covid-19 viele Fach- und Wissenschaftstagungen abgesagt werden mussten. Community-Mitglied Daniel Hardegger hat in Zusammenarbeit mit dem Departement Angewandte Linguistik Templates erstellt, die die Durchführung von Digitalveranstaltungen vereinfachen. Ausgehend von diesem Projekt prüft er jetzt mit dem IAM MediaLab und dem Startup Eggheads das Potenzial für den Einsatz von Chatbots bei der Organisation von Veranstaltungen im Hochschulumfeld. «Die Freiheit, neue Themen und Ideen zu diskutieren und zu erschliessen, ist das, was mich am DFL fasziniert. Je mehr Leute hier zusammenarbeiten, desto grössere und spannendere Dinge kann man gemeinsam bauen», sagt Hardegger.

Gemeinsame Werte und Ziele

Langfristig soll das DFL eine Community of Practice werden, deren Mitglieder nicht nur durch ein gemeinsames Interesse verbunden sind, sondern auch durch soziale Beziehungen und gemeinsame Projekte. «Communities of Practice überwinden institutionelle Grenzen und verbinden Personen aus der ganzen Organisation. Die Mitglieder vertiefen im gegenseitigen Austausch ihr Wissen und ihre Kompetenzen und schaffen so eine kollektive Intelligenz und die Basis für Innovation», sagt Gnach. Community-Mitglied Marcela Ruiz von der ZHAW School of Engineering bestätigt das hohe Engagement der Mitglieder: «Wir ziehen alle an einem Strang, um die bestmögliche digitale Zukunft zu gestalten. Dieses Gefühl, einen gemeinsamen Traum zu haben, ermöglicht es den DFL-Mitgliedern auch, begeistert zusammenzuarbeiten», sagt Ruiz. Genau diese Eigeninitiative braucht es, um gemeinsam die digitale Zukunft zu gestalten, an der ZHAW und in der Gesellschaft.


Wie sieht Ihre digitale Zukunft aus?

«Die digitale Zukunft wird uns dabei helfen, uns in Richtung einer nachhaltigeren und verantwortungsvolleren Art der Ingenieurwissenschaften zu bewegen. Unsere Mission in der Forschungsgruppe Softwaresysteme ist es, neuartige Methoden und Werkzeuge zu entwickeln, um eine schnelle Softwareentwicklung zu gewährleisten. Softwareprodukte und Dienstleistungen der digitalen Zukunft werden schnell auf unsere sich ändernden Anforderungen reagieren.»


 

«Das DFL ist uns bei Blended Learning eine wertvolle Informations- und Innovationsquelle. Durch die Projektcalls erfahren wir, in welchem Fachbereich neue digitale Lösungen in der Lehre erprobt werden, die sich vielleicht für die ganze Hochschule eignen. An den Networking-Events bekommen die Themen der Forschenden ein Gesicht und wir können uns direkt mit ihnen austauschen.»


«In fünf Jahren werden wir nicht mehr auf Bildschirme starren, wenn wir mit Kollegen, Freunden oder Familie sprechen, sondern dank Augmented Reality und 5G werden diese direkt in unsere Realität eingebunden. Was das für uns als Gesellschaft bedeutet und wie wir die damit einhergehenden Möglichkeiten sinnvoll und nachhaltig nutzen, steht im Mittelpunkt meiner Forschung.»

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Die vielfältige Welt der Labs an der ZHAW:  Die ZHAW betreibt viele verschiedene Labs, die sich durch eine grosse Bandbreite auszeichnen, um Kernkompetenzen in ausgewählten Themengebieten in Projekte mit externen Partnern einzubringen, sowie Dienstleistungen und Weiterbildungen für externe und interne Kunden anzubieten. Zwei davon sind interdepartemental ausgerichtet – das ZHAW Datalab und das ZHAW Digital Health Lab.