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Aktive Filter: Kategorie: Main Topic Autor: Bettina Sackenreuther Alle Filter entfernen
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Eine Community gestaltet die digitale Zukunft mit

Mehrere Labs – eine Art kleine Think Tanks – an der ZHAW beschäftigen sich mit der Digitalisierung, wie zum Beispiel das Digital Health Lab mit seinem Schwerpunkt auf dem Gesundheitswesen oder das Datalab im Bereich Data Science. Im Digital Futures Lab (DFL) hingegen steht die bereichs- und disziplinübergreifende Zusammenarbeit im Vordergrund. Die Initiatorinnen und Initiatoren des DFL haben den Begriff «Future» im Namen des Digital Futures Lab bewusst in den Plural gesetzt. «Hier schwingt die Idee mit, dass es unterschiedliche Zukunftspotenziale gibt. Welches davon realisiert wird, bestimmen die Community-Mitglieder mit», sagt Aleksandra Gnach , Leiterin des DFL. Die Community des DFL wurde von ZHAW digital ins Leben gerufen, um Personen an der ZHAW zu vernetzen, die die digitale Transformation mitgestalten wollen. Den Start im Juli 2020 haben über 120 Personen im Livestream verfolgt. Kennenlernen konnten sich einige der über 200 Community-Mitglieder bei einem virtuellen Vernetzungsanlass im Dezember. Wenn sich Studierende oder Mitarbeitende im Rahmen ihrer Arbeit mit der digitalen Transformation befassen und den Austausch zu anderen suchen, sind sie im DFL richtig und können sich bewerben. Personen, die über ein Förderprogramm von ZHAW digital unterstützt werden, wie eine DIZH Fellowship oder den Digital Futures Fund (DFF), werden direkt im DFL aufgenommen. «Besonders eindrücklich finde ich, dass alle Departemente und Mitarbeitendenkategorien sowie Studierende in der Community vertreten sind», sagt Ricardo Fariña, Community Manager des DFL. Die Vielfalt an individuellen Sichtweisen und Wissen sei zentral, damit kreative Ansätze entstehen können. «Im DFL wird sichtbar, welche Forschungsprojekte an der ZHAW einen direkten Anwendungsbezug fürs digitale Lehren und Lernen haben. Dank der Vernetzung können wir das Wissen aus diesen Projekten dann in Beratung, Support und in übergreifende Projekte für die Lehre an der ZHAW einbringen», sagt Lisa Messenzehl-Kölbl , Leiterin der Fachgruppe Blended Learning. Aus den Bewerbungen geht hervor, warum sich die Personen für die Community interessieren. «Der häufigste Wunsch ist, sich im Lab zu vernetzen, um Kompetenzen zu erweitern, Neues zu lernen, oder sich gegenseitig zu unterstützen», sagt Fariña. Expertinnen für Künstliche Intelligenz (KI) suchen zum Beispiel häufig nach Anwendungen für den Einsatz ihrer Technologien, während andere Forschende ein Problem mit KI lösen wollen und dafür eine KI-Expertin suchen. Im DFL sollen diese Personen zueinander finden, ihre Ideen bottom-up einbringen und departementsübergreifend miteinander arbeiten können. Und sie können sich um Fördergelder des Digital Futures Fund bewerben, um ihre innovativen Ideen zu testen. Ein DFF-Projekt der School of Management and Law setzte sich mit Digitalveranstaltungen auseinander, weil wegen Covid-19 viele Fach- und Wissenschaftstagungen abgesagt werden mussten. Community-Mitglied Daniel Hardegger hat in Zusammenarbeit mit dem Departement Angewandte Linguistik Templates erstellt, die die Durchführung von Digitalveranstaltungen vereinfachen. Ausgehend von diesem Projekt prüft er jetzt mit dem IAM MediaLab und dem Startup Eggheads das Potenzial für den Einsatz von Chatbots bei der Organisation von Veranstaltungen im Hochschulumfeld. «Die Freiheit, neue Themen und Ideen zu diskutieren und zu erschliessen, ist das, was mich am DFL fasziniert. Je mehr Leute hier zusammenarbeiten, desto grössere und spannendere Dinge kann man gemeinsam bauen», sagt Hardegger. Langfristig soll das DFL eine Community of Practice werden, deren Mitglieder nicht nur durch ein gemeinsames Interesse verbunden sind, sondern auch durch soziale Beziehungen und gemeinsame Projekte. «Communities of Practice überwinden institutionelle Grenzen und verbinden Personen aus der ganzen Organisation. Die Mitglieder vertiefen im gegenseitigen Austausch ihr Wissen und ihre Kompetenzen und schaffen so eine kollektive Intelligenz und die Basis für Innovation», sagt Gnach. Community-Mitglied Marcela Ruiz von der ZHAW School of Engineering bestätigt das hohe Engagement der Mitglieder: «Wir ziehen alle an einem Strang, um die bestmögliche digitale Zukunft zu gestalten. Dieses Gefühl, einen gemeinsamen Traum zu haben, ermöglicht es den DFL-Mitgliedern auch, begeistert zusammenzuarbeiten», sagt Ruiz. Genau diese Eigeninitiative braucht es, um gemeinsam die digitale Zukunft zu gestalten, an der ZHAW und in der Gesellschaft. Bettina Sackenreuther

Das Gehirn als Codemaschine

English Version Es sind viele Menschen daran beteiligt, Technologien zu entwickeln, die das menschliche Gehirn mit Maschinen verbinden. Die Neurowissenschaft, Künstliche Intelligenz (AI) und Robotik vereinen Informatiker, Ingenieurinnen, Gesundheitsfachpersonen und andere, um Gehirnaktivitäten zu messen und zu stimulieren. Ricardo Chavarriaga möchte diese Menschen zusammenbringen, um Innovationen zu fördern, die den Menschen zugutekommen. Seit Januar 2020 forscht er am Institut für angewandte Informationstechnologie (InIT) der ZHAW School of Engineering. Bevor er an die ZHAW kam, war er Senior Researcher am Center for Neuroprosthetics an der EPF L. «Ich habe zu neuronalen Technologien und Gehirn-Computer-Schnittstellen geforscht. Seit ein paar Jahren interessiere ich mich auch dafür, wie wir diese und andere Innovationen fördern und den Kontakt zu Entscheidungsträgern aus Politik und Industrie herstellen können.» «Bei der Forschung an Gehirn-Computer-Schnittstellen sollen das menschliche Gehirn und eine Maschine so miteinander interagieren, wie wir eine Computer-Maus oder einen Joystick benutzen», erklärt Chavarriaga. Das Gehirn wird mit einem technischen Gerät, zum Beispiel mit einer Prothese, verbunden, welches die User mit Informationen aus dem Nervensystem steuern können. Für Menschen mit Beeinträchtigungen bietet die Technologie viele Möglichkeiten. «Wenn eine Person sich in eine bestimmte Richtung bewegen will, nutzt eine Prothese die Informationen aus dem Hirn, entschlüsselt sie und führt dann die Bewegung aus.» Neben seiner Arbeit an der ZHAW möchte Chavarriaga sein Forschungsnetzwerk weiter ausbauen. «Die Zusammenarbeit mit Personen in klinischen, technologischen und sozialen Bereichen ist der Schlüssel, um etwas zu erschaffen, das eine Wirkung erzeugt.» Als Leiter des Schweizer Office von CLAIRE kann er seinen Interessen nachgehen. Die 2018 gegründete Organisation fördert Europas Forschung und Innovationen in der Künstlichen Intelligenz. CLAIRE hat seinen Hauptsitz in Den Haag und betreibt Offices in vielen Ländern Europas. 2019 ergriff die ZHAW die Initiative, um auch in der Schweiz ein CLAIRE Office zu eröffnen. «Damals suchte ich nach einer Möglichkeit, um mich auf die Förderung von effizienten und vertrauenswürdigen Technologien, zum Beispiel im Bereich Künstliche Intelligenz, zu konzentrieren.» Die ZHAW entsprach daher seinem Ziel, sich an diesem Prozess mit schweizerischen und europäischen Partnern zu beteiligen und ihn zu leiten. Chavarriaga sieht das Profil der ZHAW als Chance, um die richtigen Menschen zu erreichen. «Ich wollte an einer Institution tätig sein, die sich auf angewandte Forschung konzentriert und Erfahrung mit industriellen Partnerschaften hat. Das sind Schlüsselfaktoren im Technologietransfer.» Er unterrichtet und forscht an der ZHAW. «Es ist mir wichtig, einen Fuss in der Forschung zu haben, um zu wissen, was dort passiert.» Dadurch könne er sowohl die technischen Hürden bei der Erforschung sowie die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger bei der Entwicklung neuer Technologien besser verstehen. Da Chavarriaga in Lausanne lebt, war der Sprung über den «Röstigraben» eine Möglichkeit, um neue Gruppen zu erreichen. «Ich finde es interessant, auf neue Institutionen zuzugehen und verschiedene Umgebungen kennenzulernen. Ich glaube, dass wir in der Schweiz noch mehr Austausch brauchen über verschiedene Bereiche und Sprachregionen hinweg.» Bettina Sackenreuther

The brain as a code machine

To develop a technology that connects the human brain with a machine requires the work of many people. Computer scientists, engineers, neuroscientists, health professionals and others combine neuroscience, artificial intelligence and robotics to measure and stimulate the brain. Ricardo Chavarriaga wants to bring these people together to promote innovations that benefit people. Since January 2020, he has been a researcher at the Institute of Applied Information Technology (InIT) at the ZHAW School of Engineering. Before coming to the ZHAW , he was a senior researcher at the Center for Neuroprosthetics at EPFL . “I was doing research on neural technologies and brain-machine interfaces. In recent years I’ve also become interested in how to encourage these and other innovations and establish the contact to stakeholders in industry and politics.” “In brain-machine interaction, the human brains and machines should interact in the same way that we use a computer mouse or a joystick,” Chavarriaga explains. By connecting the brain with a technical device, for example with a prosthesis, the user can control the device with the information from the nervous system. For people with disabilities, this technology offers many opportunities. “Prosthetic devices will take the brain’s information about the intention to move in a certain direction, decode that intention, and then perform the actions.” Besides his work in Computational Neuroscience at ZHAW, Chavarriaga wants to expand his research network. “The collaboration with different people, from clinical, technological and social backgrounds, is key to making things that have an impact.” He finds fulfilment of this interest as Head of the Swiss office of CLAIRE, the Confederation of Laboratories for Artificial Intelligence Research in Europe. Launched in 2018, the organisation has the goal to promote Europe’s strength in AI research and innovation. Headquartered in The Hague, CLAIRE has offices in many European countries. In 2019, ZHAW took the lead in establishing an office in Switzerland. “At the time I was looking for an environment where I could focus on the promotion of efficient and responsible technology transfer in emerging technologies, for example in AI.” ZHAW therefore was a good match to Chavarriaga’s intention to participate and lead this process with Swiss and European partners. With ZHAW’s strong profile, Chavarriaga saw the prospect of reaching the right people. “I wanted to be in an institution that was focused on applied research and more experienced in industrial partnerships, which is a key factor in this technology transfer.” He teaches courses at ZHAW and is an active researcher. “I am fully convinced that it is important to keep one foot on research to know what is going on.” That way, he can understand the struggles when developing a technology as well as the fears and concerns of people about the development of new technologies. Coming from Lausanne, the leap across the “Röstigraben” was a bonus opportunity to reach more stakeholders. “The possibility of reaching out to a new set of institutions and knowing the different environments is very interesting. I believe that we need more exchanges across different sectors and across linguistic regions in Switzerland.” Explore too “Science and politics: Bringing the right people together”: Interview with Ricardo Chavarriaga Bettina Sackenreuther

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