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Eine Drohne, Tracking und digitale Übersetzung

Drohnen bieten eine neue Möglichkeit, Luftqualität zu messen. Mit Sensoren ausgestattet, helfen sie etwa bei der Überwachung von Industrieanlagen; sie können austretendes Gas frühzeitig erkennen und Lecks lokalisieren. Sie eignen sich aber auch dafür, geologische Phänomene wie Vulkane zu untersuchen. «Die Luftqualität lässt sich noch lokaler und damit genauer erfassen», sagt Alexander Mistretta, der am Departement für Life Sciences und Facility Management Chemie studiert hat. Er hat eine Drohne, die bis zu 5 Kilogramm tragen kann, mit einer Sensorbox ausgerüstet. Ursprünglich wollte er diese oberhalb der Rotorblätter anbringen. «Die ungewollte Luftvermischung durch die Drohne wäre so am geringsten ausgefallen», erzählt er. Durch die oberhalb des Schwerpunkts befestigte Last wurde das Flugobjekt allerdings unkontrollierbar. Es driftete in eine Richtung ab. Mistretta entschied sich für eine Montage auf der Unterseite. Seine Entwicklung ist in der Lage, auf Anweisung Luft anzusaugen sowie Konzentrationen von Feinstaub, Kohlenstoffdioxid (CO₂), Ozon (O₃), Stickstoffdioxid (NO₂) und Stickstoffmonoxid (NO) festzustellen. Die Resultate übermittelt sie über einen Funksender an einen am Boden platzierten Computer, der sie grafisch aufbereitet. Alexander Mistretta hat die Analyseplattform in einem Versuch überprüft. Er hat sie über ein offenes Feld fliegen lassen, auf dem er zuvor ein Feuer entfacht hatte. Durch die Auswertung der gemessenen Partikelkonzentrationen konnte er den Brandplatz lokalisieren. «Das System als Ganzes funktioniert», stellt er zufrieden fest. Es könnte unter anderem dafür genutzt werden, um die Einhaltung der Luftimmissionswerte zu überwachen. Der ZHAW-Absolvent schlägt dafür aber noch Verbesserungen vor. So würden schneller ansprechende Sensoren die Messungen optimieren. Digitale Übersetzungshilfen, die im Internet gratis zur Verfügung stehen, sind in den letzten Jahren markant besser geworden. «Ich bin immer wieder gefragt worden, ob es uns überhaupt noch braucht», sagt Lea Merki, die am Departement Angewandte Linguistik «Professionelle Übersetzung» studiert hat. «Was müssen wir können, um uns abzuheben?», habe sie sich daher gefragt. In einem Experiment hat sie je fünf Masterstudierende, Fachexperten und Fachfremde gebeten, den Jahresbericht 2018 von Givaudan zu bearbeiten. In einem ersten Schritt legte sie den Teilnehmenden die von DeepL übersetzte Version, in einem zweiten zusätzlich den Ursprungstext vor. Sie stellte unter anderem fest, dass die Studierenden die Aufgabe mit einer kritischeren Haltung angingen und am stärksten eingriffen ‒ dies jedoch nicht zwingend zu besseren Resultaten führte. «Entscheidend sind das Sprachverständnis und was man letztlich mit einem Text macht», sagt die ZHAW-Absolventin. Wer post-editiert, sollte ihren Ausführungen nach über folgende Kompetenzen verfügen: Er muss fähig sein, problematische Stellen und versteckte Fehler zu erkennen. Er braucht vertiefte Kenntnisse der jeweiligen Sprachen, Kulturen sowie lokaler Besonderheiten. «Die Maschine bleibt nahe an dem, was sie erhält», sagt Lea Merki. Sie behalte beispielsweise Satzstellungen bei. Professionelle Übersetzer brächten hingegen «ein Gespür für das Natürliche mit». Sie gäben sich mit einem Text tendenziell weniger rasch zufrieden als Laien. «Erst wenn man sich sprachliche Aspekte im Detail anschaut, sieht man Schwächen.» Merki ist überzeugt, dass ihr Berufsstand weiterhin gefragt sein wird. Dem Post-Editing müsse in der Ausbildung allerdings mehr Beachtung geschenkt werden. Tracking-Technologien werden immer besser und zunehmend genutzt. Gerade bei Anwendungen in der Virtual Reality (VR) ist es notwendig, ein Objekt präzise in einem Raum zu lokalisieren. Nicht nur in Computerspielen, sondern auch im industriellen Umfeld bietet das Verfahren Vorteile. So können neue Entwicklungen getestet werden, bevor sie gebaut werden. Die Tracking-Systeme, die zurzeit kommerziell vertrieben werden, sind allerdings teuer. Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit haben Felix Baumann und Jonas Schönenberger daher eines dieser Produkte genauer unter die Lupe genommen: Sie haben die SteamVR-Tracking Technologie von Valve erforscht. Diese ist in erster Linie für den Einsatz mit VR-Brillen entwickelt worden. Sie arbeitet mit Infrarotlasern, die von zwei Lighthouses ausgestrahlt werden; sie misst den Winkel, mit dem die Strahlen auf das Objekt auftreffen. So kann sie dessen Position und Orientierung millimetergenau bestimmen. «Wir haben festgestellt, dass einige Signale nicht sauber übertragen werden», antwortet Felix Baumann auf die Fragen nach der grössten Herausforderung, die es zu meistern galt. Die beiden Elektrotechniker haben viel Zeit aufgewendet, um einen Algorithmus zu entwickeln. Mit diesem ist es ihnen schliesslich gelungen, die Codes zu analysieren und zu decodieren. «Unsere Entwicklung funktioniert», stellen die Absolventen der School of Engineering zufrieden fest. Die Ergebnisse des sogenannten Reverse Engineering, wie man das Erforschen oder Aufschlüsseln einer bestehenden Technologie nennt, können in künftigen Forschungsprojekten genutzt werden. «Es gibt viele Möglichkeiten, dieses Wissen einzusetzen», sagt Felix Baumann. «Überall dort, wo Objekte im Raum lokalisiert werden sollen.» Eveline Rutz

Schichtarbeit, Brexit und Solarkraftwerke

Der Unterhalt grosser Solaranlagen kostet Zeit und Geld. Um Mängel ausfindig zu machen und zu beheben, müssen Tausende Module überprüft werden. Dank einem an der ZHAW entwickelten LED-Flasher könnte dieser Prozess wirtschaftlicher werden. Eddie Staib und Oliver Stucki haben das portable Gerät optimiert. «Wir haben es unter realen Wettereinflüssen im Feld getestet», erzählen sie. Die Ergebnisse seien laufend in den Entwicklungsprozess eingeflossen. Der LED-Flasher, der 1,1 Meter breit und 2 Meter lang ist, wird auf die montierten Panels gelegt. Mit mehr als 5000 LEDs beleuchtet er die Module und ermittelt deren elektrische Leistung. Dabei spielt die jeweilige Zelltemperatur eine wichtige Rolle. Die Absolventen des Studiengangs Energie- und Umwelttechnik haben daher die Temperaturmessung verbessert. Sie haben die Zahl der Infrarot-Sensoren auf vier erhöht. Sie haben zudem einen Algorithmus entwickelt, der bei der Überprüfung der Bypassdioden, durch die der Strom bei Verschmutzungen «umgeleitet» wird, zum Einsatz kommt. Er wertet die Resultate zweier Teilmessungen aus. Die Bachelorabsolventen empfehlen, zusätzlich eine Drohne einzusetzen, welche dank einer Infrarotkamera fehlerhafte Bereiche identifiziert. Diese Kombination erweist sich bei grösseren Anlagen als das kostengünstigste Prüfverfahren. Dies, weil die Module nicht demontiert werden müssen und der LED-Flasher gezielt eingesetzt werden kann. Eine Feldmessung ergab, dass das Produkt in seiner aktuellen Version zwar funktioniert. «Für einen rentableren Einsatz müssen die Messabläufe und die Auswertung der Drohnenaufnahmen aber weiter optimiert werden», so die Autoren. Pflegende arbeiten unregelmässig: Mal früh, mal spät, mal nachts und immer wieder am Wochenende oder an Feiertagen. «Schichtarbeit wird in der Pflege als besonders belastend betrachtet», stellen Ariana Kösker und Lea-Maria Sombetzki fest. Viele wechselten daher in eine ambulante Tätigkeit oder gar in ein anderes Berufsfeld. «Die Chancen, welche durch die Schichtarbeit entstehen, müssen in den Fokus rücken», finden die beiden ZHAW-Absolventinnen, welche sich mit den Auswirkungen auf das Sozialleben befasst haben. In der Aus- und Weiterbildung müsse eine positive Sichtweise vermittelt werden. So habe man beispielsweise an Tagen frei, an denen andere arbeiteten, und könne entspannt Freizeitaktivitäten nachgehen. Eltern, die ihre Kinder gleichberechtigt betreuten, profitierten von sich ergänzenden Arbeitszeiten. «Die Einstellung und eine gute Work-Life-Balance sind entscheidend», sagt Lea-Maria Sombetzki. Daneben stünden die Arbeitgeber in der Verantwortung. Sie sollten Mitarbeitende vermehrt in die Planung der Schichten einbeziehen, ihnen kein Gefühl von Präsentismus vermitteln und ausreichend Pausenräume zur Verfügung stellen. Sie sollten zudem dafür sorgen, dass die Vorgaben des Arbeitsrechts eingehalten würden, und zur Kontrolle allenfalls eine neutrale Person einsetzen. Aufgabe der Forschung sei es, Modelle und Strategien im Umgang mit der unregelmässigen Arbeitsweise zu testen. «Das wäre ein grosser Schritt, um die Schichtarbeit attraktiver zu machen.» Welche Rolle soll Grossbritannien ausserhalb der EU spielen? Theresa May, die damalige Premierministerin, stand vor einer schwierigen Aufgabe, als sie im Januar 2017 im Lancaster House in London ans Rednerpult trat. Nach dem knappen Brexit-Entscheid erwachte das Land aus der Schockstarre und suchte nach einer neuen Identität. Um eine positive Vision zu schaffen, wählte May einigende Worte. «An der Oberfläche gelang ihr das ‒ analysiert man ihre Argumentationen genauer, entdeckt man aber Widersprüche», sagt Susanne Ruckstuhl, welche am Departement Angewandte Linguistik ein Bachelorstudium abgeschlossen hat. Zusammen mit Ilona Schafroth und Sarah Zurwerra ist sie der Frage nachgegangen, welche sprachlichen Mittel und diskursiven Strategien in der Rede eingesetzt werden. Besonders häufig verwendet Theresa May das Schlagwort «Global Britain». Sie zeichnet das Bild einer globalen Nation, welche an frühere Erfolge als Kolonialmacht anknüpfen kann. Sie rechtfertigt den Volksentscheid und beschreibt die Trennung als Chance für eine bessere Zukunft. Dabei steht der Austritt aus dem EU-Binnenmarkt eher im Widerspruch zum Ziel einer starken Handelsnation. Wie die Autorinnen darlegen, setzt May einerseits auf distanzierende Strategien. Gleichzeitig betont sie, dass die gute Beziehung zur EU erhalten bleiben soll, und beschwört gemeinsame Werte. «Es soll sich etwas ändern und gleichzeitig alles beim Alten bleiben.» Mays eigene Haltung sei von Ambivalenz geprägt, sagt Susanne Ruckstuhl und erinnert daran, dass die konservative Politikerin ursprünglich gegen einen Brexit war. «Dies wird in ihrer Rede immer wieder deutlich». von Eveline Rutz

Für mehr Biodiversität, Kontakte und Selbstvertrauen

Der Gedanke der Nachhaltigkeit ist in der Baubranche angekommen. Ökologische Materialien und eine gute Energieeffizienz haben an Bedeutung gewonnen. Um die durch den Klimawandel zunehmende Hitze zu reduzieren, werden Fassaden und Dächer begrünt. «Die Biodiversität wird aber noch zu oft vernachlässigt», sagt Edmée Perritaz, die den Studiengang Umweltingenieurwesen absolviert hat. So bestehe die Gefahr, dass einzelne Pflanzen- und Tierarten häufig berücksichtigt würden, andere jedoch vergessen gingen. «Vielen Verantwortlichen fehlt das Wissen, wie man biodivers bauen und beispielsweise Tierfallen vermeiden kann», ergänzt Brenda Durrer. Leider sei es noch nicht üblich, sich diesbezüglich beraten zu lassen. Die Bachelorabsolventinnen zeigen auf, wie eine Gebäudehülle aus Ziegelsteinen strukturiert und artenreich bepflanzt werden kann, ohne dabei das Design ausser Acht zu lassen. Für ein Einfamilienhaus in Gattikon (ZH) empfehlen sie ‒ nach einer eingehenden Standortanalyse ‒ Gewächse der Lebensräume «Mesophiler Krautsaum», «Trockenwarmer Mauerflur» und «Waldmeister-Buchenwald». In der Fassade sehen sie Nistplätze für den Gartenrotschwanz und die Mehlschwalbe sowie Nischen für das Grosse Mausohr vor. Mit weiteren ausgesetzten Passagen möchten sie zudem Raum für die Maskenbienen und die Zauneidechse schaffen. Im naturnahen Garten soll sich der Europäische Igel wohlfühlen. «Die Fassade ist modulartig aufgebaut», erklären sie. Die einzelnen Elemente könnten flexibel kombiniert und auch in andere Bauten integriert werden. Ist ein biodiverses Projekt umgesetzt, sollte regelmässig überprüft werden, ob die angestrebte Vielfalt tatsächlich erreicht wird. Vor Publikum zu sprechen, macht viele Menschen nervös. Sie befürchten, sich zu blamieren und negativ bewertet zu werden. Einige haben im Vorfeld Lampenfieber und spüren dies auch körperlich: Sie schwitzen, haben Herzrasen oder leiden unter Kopfschmerzen. Während des Auftritts lassen sie sich von tuschelnden Zuhörern oder kritischen Fragen verunsichern. Sie sind permanent angespannt. «Besonders hoch ist das Stresslevel bei Interaktionen mit der Umwelt», sagt Roberto Coviello. Der Bachelorabsolvent hat Testpersonen virtuell in eine Vortragssituation eintauchen und verschiedene Aufgaben lösen lassen. Mit einem Brustband hat er dabei ihre Herzfrequenz erhoben. «Virtual-Reality-Anwendungen können dabei helfen, Sprechangst zu reduzieren», sagt er. Sie ermöglichten es, beängstigende Situationen in einem sicheren Rahmen anzugehen, mehrfach zu üben und auf dem Erreichten aufzubauen. Für den Lernerfolg entscheidend ist seinen Ausführungen nach die Bildqualität einer VR-Applikation. Das Publikum und die Räumlichkeiten sollten möglichst realistisch dargestellt sein. Die Personen sollten beispielsweise eine lebensnahe Mimik zeigen, Augenkontakt herstellen können und natürlich gestikulieren. Sie sollten individuell designt und animiert sein, damit der Eindruck einer lebenden Menschenmenge entsteht. Realitätsnähe führt nicht nur zu einer erhöhten Immersion, also dazu, dass sich die Trainierenden stark aufs virtuelle Geschehen einlassen. Sie verbessert zudem die Übertragung der erworbenen Fähigkeiten in die Praxis. «Da besteht noch grosses Potenzial», sagt Coviello. Die Frage nach dem Befinden, ein Kommentar zum Wetter oder ein Lob für den schönen Garten: Nachbarschaftliche Beziehungen müssen nicht besonders tief sein, um im Alter wertvoll zu werden. «Selbst flüchtige Kontakte können mehr Gewicht haben, als man gemeinhin denkt», sagt Anita Schneeberger, welche sich mit dem Thema «Nachbarschaft als Ressource» befasst hat. Nimmt die Mobilität einer Person ab, wird das unmittelbare Umfeld wichtiger. Nachbarn leisten praktische Hilfe, unterstützen emotional, geben Wissenswertes aus dem Quartier weiter und verknüpfen unterschiedliche soziale Gruppen miteinander. Sie tun dies in der Regel informell, freiwillig und kostenlos. Sie tragen damit unter Umständen dazu bei, dass jemand länger in den eigenen vier Wänden wohnen kann. «Die eher peripheren Beziehungen werden von älteren Menschen leider tendenziell ausselektioniert», sagt die Autorin. Dies könne zur Folge haben, dass Betroffene weniger gut informiert und vernetzt seien. Hier kann die Gemeinwesenarbeit anknüpfen: Sie kann Begegnungsräume schaffen, generationenübergreifende Veranstaltungen durchführen und insbesondere auf Seniorinnen und Senioren zugehen, denen familiäre Bezugspersonen fehlen. «Es gibt bereits zahlreiche gute Initiativen in diesem Bereich», sagt Anita Schneeberger und erwähnt als Beispiel nachbarschaftliche Projekte, die mit Zeitgutschriften arbeiten. Oft seien sie einfach noch zu wenig bekannt. Potenzial, den nachbarschaftlichen Austausch zu fördern, sieht sie unter anderem bei Neubauten und der Gestaltung des öffentlichen Raums. «Die Verantwortlichen sollten sich jeweils von Anfang an überlegen, wie Raum für ältere Menschen geschaffen werden kann.» Eveline Rutz

Von Fussballern, Bürogestaltung und Vorurteilen

Wie ein Büro eingerichtet ist, ob man einander sieht und sich zufällig trifft, wirkt sich auf die Arbeitskultur einer Firma aus. «Die Gestaltung beeinflusst das Wohlbefinden der einzelnen Mitarbeitenden», sagt Alyssa Riebli, die am Departement für Life Sciences und Facility Management studiert hat. Sie hat den Einfluss dreier Design Features auf die Clan-Arbeitskultur untersucht und validiert. «Diese Kultur ist am zukunftweisendsten. Viele Firmen streben einen teamorientierten Umgang an, bei dem die Mitarbeiterentwicklung im Vordergrund steht.» Anhand von Interviews weist Riebli nach, dass Mitarbeitende, die einen visuellen Zugang zueinander haben, mehr miteinander kommunizieren. Sie müssen weniger Aufwand betreiben, um Projekte zu koordinieren und zu planen. Sie lenken einander aber auch ab, was zu Konflikten führen kann. «Change Management ist ein wichtiger Faktor», so die Autorin. Werden Mitarbeitende frühzeitig in eine Umstrukturierung oder in einen Umbau einbezogen, sind sie den Veränderungen gegenüber positiver eingestellt. Räumliche Nähe führt zu zufälligen Treffen und mehr Face-to-Face-Kommunikation. Die sozialen Beziehungen intensivieren sich und dehnen sich auf andere Abteilungen aus. Wird Home-Office betrieben, fällt dieser Vorteil allerdings weg. «Wegen Corona arbeiten gerade viele von zu Hause aus», sagt Alyssa Riebli. «Es wäre interessant, zu untersuchen, was sich bei den drei Design Features dadurch verändert.» Auch Arbeitsplatzgleichheit wird positiv wahrgenommen. Sind alle Arbeitsplätze hierarchieunabhängig identisch möbliert, kommen sich Mitarbeitende weniger als Bittsteller vor. Durch die Kooperation steigen der Zusammenhalt und die Transparenz. Jeder Spieler trägt einen Tracker auf sich. Beschleunigungs- und GPS-Sensoren zeichnen seine Leistung auf. «Die Analyse persönlicher Daten gewinnt im Sport zunehmend an Bedeutung», sagt Micha Ruff, der an der ZHAW Wirtschaftsingenieurwesen studiert hat. Teams, aber auch Einzelsportler erhoffen sich davon kompetitive Vorteile. Sie nutzen die Erkenntnisse, um gezielter zu trainieren und Strategien für die Wettkämpfe zu entwickeln. Micha Ruff hat zehn Spiele einer Zweitliga-Mannschaft daraufhin analysiert, wie rasch und wie stark die Halbprofis ermüden. Die Daten hat er von der Firma Tracktics erhalten. «Sie aufzubereiten und mit dem Spielgeschehen in Verbindung zu bringen, war sehr aufwendig», berichtet er. Ein Fussballer ruft seine Leistung nicht gleichmässig ab; er ist immer wieder intervallmässig gefordert. Dies führt in den Erhebungen zu grossen Schwankungen. Der Bachelorabsolvent hat Funktionen entwickelt, um die Daten in unterschiedlichen Zeitschritten mit verschiedenen Quantilen zu visualisieren. Er kommt zum Schluss, dass es am aussagekräftigsten ist, die Mediane in Intervallen von 10 Minuten zu betrachten. Dabei wird deutlich, dass ein Fussballer gegen Ende eines Spiels nicht mehr so stark beschleunigt. An seiner Geschwindigkeit lässt sich hingegen keine Ermüdung ablesen. «Er braucht einfach länger, bis er diese erreicht – er ist weniger agil.» In einer Fallstudie hat Ruff zudem die zusammengefassten Leistungen der Mannschaft in den einzelnen Spielen analysiert und mit drei weiteren Matches verglichen. Er stellte fest, dass die Werte in den ersten 20 Minuten abnehmen, dann jedoch mehrheitlich konstant bleiben. «Die Spieler scheinen gut trainiert zu sein», sagt er. Prüfende Blicke, verletzende Bemerkungen und Freunde, die den Kontakt abbrechen: Das erleben Menschen, die sich nicht jenem Geschlecht zugehörig fühlen, mit dem sie geboren wurden. «Transmenschen bekommen in ihrem Alltag immer wieder zu spüren, dass sie von der gesellschaftlichen Norm abweichen», sagt Özlem Balci, die für ihre Abschlussarbeit mit vier Betroffenen gesprochen hat. Diese fühlen sich an gewissen Orten ausgeschlossen. Aus Scham meiden sie beispielsweise Schwimmbäder, Saunen oder WC-Anlagen. Sie fühlen sich bei der Stellensuche, aber auch auf politischer Ebene diskriminiert. So ist es in der Schweiz in der Regel nicht möglich, sich auf offiziellen Dokumenten keinem oder einem dritten Geschlecht zuzuordnen. Wer einen bestehenden Geschlechtseintrag ändern möchte, muss nachweisen, dass die körperliche Angleichung begonnen hat. Dass Transgender zurzeit noch als psychische Störung klassifiziert wird, empfinden die Befragten als diskriminierend. Erst ab 2022 wird es für ihr Erleben eine eigene Diagnose geben. Sie wird Gender Incongruence (Geschlechtsinkongruenz) lauten. «Transmenschen möchten – wie wir alle – akzeptiert und wertgeschätzt werden», sagt Özlem Balci, die den Studiengang «Gesundheitsförderung und Prävention» abgeschlossen hat. Das soziale Umfeld spiele dabei eine entscheidende Rolle; es wirke sich auf die psychische Gesundheit aus. Obwohl die Gesellschaft insgesamt offener geworden sei, brauche es weitere Sensibilisierungsmassnahmen, sagt die Autorin. Gerade das Gesundheitspersonal müsse in der Thematik besser geschult werden. Präventionskampagnen müssten Transmenschen stärker einbeziehen. Eveline Rutz

Von Tee, verliebten Therapeuten und Tabletten auf Knopfdruck

Der Pu-Erh-Tee wird in der chinesischen Medizin seit Jahrhunderten eingesetzt. Er soll unter anderem den Stoffwechsel anregen sowie das Immunsystem stärken. «Die beiden Sorten Scheng und Shou werden unterschiedlich fermentiert», erklärt Lebensmitteltechnologiestudentin Priscilla Laube. «Daraus ergeben sich drastische Aromaunterschiede.» Der Scheng wird unter natürlichen Bedingungen über Jahrzehnte veredelt. Das Resultat ist ein blumiges und fruchtiges Geruchsprofil. Der Shou wird hingegen beschleunigt fermentiert, was zu muffig-erdigen Geruchsqualitäten führt. Wie zahlreich und vielfältig die aromaaktiven Komponenten des koffeinhaltigen Tees sind, dokumentiert Priscilla Laube in ihrer Bachelorarbeit. «Ich musste erst lernen, wie man Aromen beschreibt», erzählt sie. «Was heisst würzig? Wie schmeckt blumig?» Ein Gerät half ihr dabei, ihren Geruchsinn zu schärfen. Mit sensorischen und instrumentell-analytischen Methoden fand sie schliesslich 53 Komponenten, welche für die Geruchsprofile der beiden Teesorten massgeblich verantwortlich sind. «Mir ist klar geworden, wie das typische Aroma zustande kommt.» Mit diesem Wissen möchte sie nun eine Analysemethode entwickeln, welche die Authentifizierung der beiden Teesorten ermöglicht. «Fälschungen kommen häufig vor, da der Tee sehr beliebt und entsprechend gesucht ist», sagt sie. Wer täglich mehrere Tabletten benötigt, verliert leicht den Überblick. Medikamente werden verwechselt, vergessen oder nicht in der verschriebenen Dosis eingenommen. Jonas Frei und Frederik Imhof haben sich der Problematik angenommen und einen Prototypen eines Automaten gebaut, der Anwender bei der korrekten Einnahme unterstützen könnte. Er lagert die benötigten Arzneien in der Originalverpackung, dem sogenannten Blister. Damit gewährleistet er einen optimalen Schutz der Präparate, bis diese eigenommen werden müssen. In einem speziellen Rahmen kann er bis zu sechs Blister mit unterschiedlich grossen und schweren Tabletten lagern. Soll er eine herausgeben, identifiziert er sie über eine Kamera und drückt sie mit Hilfe von Aktoren und Sensoren aus der Verpackung. «Es hat uns gereizt, ein potenziell markttaugliches Produkt von Grund auf zu entwickeln», sagen die beiden Bachelorabsolventen, die an der School of Engineering studiert haben und sich in früheren Projekten bereits mit ähnlichen Fragestellungen befasst hatten. «Wir konnten das erlernte Wissen in Mechanik, Elektrotechnik und Informatik optimal einsetzen.» Viel Zeit investierten sie unter anderem in die Bauweise. «Den Prototypen möglichst kompakt zu gestalten, war eine der grössten konstruktiven Herausforderungen», berichten sie. Sie haben das Gerät mehrheitlich aus 3D-gedruckten Teilen gebaut. Die Steuerung funktioniert über ein Display. Denkbar wäre es jedoch, diese weiterzuentwickeln und beispielsweise mit einer App zu kombinieren. Eine Therapeutin, die nochmals in den Spiegel schaut, bevor sie einem Patienten gegenübertritt. Ein Therapeut, der während einer Sitzung erotische Fantasien hat. Verliebtheit in der Psychotherapie ist ein Tabuthema. Sie kann nicht nur die therapeutische Arbeit beeinträchtigen. Führt sie zu sexuellen Handlungen, kann sie auch strafrechtliche Konsequenzen haben. «Gefühle von Verliebtheit sind brisant», sagt Esther Rhyn, die an der ZHAW einen Master in klinischer Psychologie abgeschlossen hat. «Sie erzeugen für die Betroffenen ein Spannungsfeld zwischen Verführung und Kontrollverlust einerseits sowie Schutz der Klientel und Aufrechterhaltung der therapeutischen Beziehung andererseits.» In welcher Form und wie häufig derartige Empfindungen vorkommen, dokumentiert die Absolventin anhand von 409 Stichproben. Sie zeigt zudem verschiedene Erklärungsmuster auf. Das von Sigmund Freud geprägte Konzept der Gegenübertragung ist eines davon. Fast alle der Befragten (95,3 Prozent) gaben an, mindestens einmal einen Patienten, eine Patientin attraktiv gefunden zu haben. Mehr als die Hälfte erlebten Verliebtheitsgefühle. Ebenso viele – darunter Männer mit einer 5,9 Mal erhöhten Chance im Vergleich zu Frauen – bejahten die Frage nach sexuellen Anziehungsgefühlen. Rund 42 Prozent der Therapierenden berichteten von sexuellen Fantasien; gut ein Viertel von Sehnsuchtsgedanken sowie Flirtverhalten. 4,2 Prozent gaben sich schon einmal erotischen Aktivitäten hin, 2,4 Prozent sogar sexuellen Handlungen. «Dies darf mit Blick auf die Missbrauchsproblematik nicht unbeachtet bleiben», sagt Rhyn. Sie hofft, mit ihrer Arbeit zur Reflexion, Diskussion und Sensibilisierung beizutragen. Eveline Rutz

Von Crowdworkern, Fussballfans und Palliative Care

Manche Fussballfans liefern sich gewalttätige Auseinandersetzungen mit Anhängern der gegnerischen Mannschaft. Sie prügeln sich im und ausserhalb des Stadions und zuweilen sogar auf Verabredung. Warum es innerhalb der Fankultur zu Gewalt kommt, ist nicht einfach zu erklären. Leander Wüthrich spricht von einem komplexen Phänomen, welches nur mit einer Kombination verschiedener Theorien zu erfassen sei. Er legt in seiner Bachelorarbeit unter anderem dar, dass Frustration zu unkontrollierter Aggression führen und gewalttätiges Verhalten erlernt werden kann. Starke Subkulturen wirken gerade auf Jugendliche anziehend, die sich nach Zugehörigkeit und Halt sehnen. Sie haben eigene Normen und Werte: Wer Gewalt ausübt, gewinnt an Ansehen. Aber auch massenpsychologische Theorien liefern Erklärungsansätze. «Das Individuum kann innerhalb der Anonymität der Masse seinen Trieben nachgehen, ohne Konsequenzen zu fürchten.» Als Reaktion auf Gewaltexzesse, betreiben die grossen Schweizer Clubs seit rund zehn Jahren Fanarbeit. «Sie packen diese unterschiedlich an», stellt Wüthrich fest. Einige bieten ihren Fans einen Treffpunkt, einige unterstützen sie bei der Lehrstellen- und Jobsuche. Sie organisieren die Anreise zu Auswärtsspielen und animieren dazu, die Extrazüge sauber zu halten. Sie realisieren zudem spezielle Programme für Kinder und Jugendliche oder für Anhänger, die bereits straffällig geworden sind und etwa ein Stadionverbot erhalten haben. «An gewisse gewaltbereite Fans kommt man leider kaum heran», sagt Leander Wüthrich. Sie nähmen Fanarbeiter als Vertreter des Staates und damit als Feindbild wahr. Ist jemand, der über Online-Plattformen wie Book a Tiger, Clickworker oder Uber an Arbeit gelangt, selbstständig tätig oder unselbstständig beschäftigt? «Crowdworker arbeiten oft in einem rechtlichen Graubereich», stellt Sandra Stierli fest. Die Absolventin legt in ihrer Bachelorarbeit dar, nach welchen Kriterien das aktuelle Recht qualifiziert. Entscheidend ist etwa, welche Art von Vertrag der Arbeitende und die Plattformbetreiber miteinander eingehen. Schliessen sie einen Arbeitsvertrag, liegt eine unselbstständige Tätigkeit vor. Einigen sie sich auf einen Werkvertrag oder Auftrag, begründen sie eine selbstständige Tätigkeit. Arbeitsrechtlich seien Crowdworker meist als Selbstständige einzustufen. Sie agieren selbstbestimmt und verpflichten sich nur bezüglich einer bestimmten Aufgabe, gewisse Bedingungen zu erfüllen. Die Folge: Sie pofitieren nicht von arbeitsrechtlichen Schutzbestimmungen wie Lohnfortzahlung bei Krankheit. Im Sozialversicherungsrecht ist der Arbeitnehmerbegriff weiter gefasst. Merkmale einer Selbstständigkeit sind etwa, dass jemand unternehmerisches Risiko trägt und seine Tätigkeit frei organisieren kann. Nach dem Status richtet sich die Höhe der Sozialversicherungsbeiträge. «Die Gewichtung der Kriterien kann im Einzelfall sehr unterschiedlich ausfallen.»Gerichte müssten weitere Klarheit schaffen. Crowdworking werde an Bedeutung zunehmen: «Man muss die Entwicklung genau verfolgen, um einen Handlungsbedarf Unter Palliativer Betreuung versteht man die ganzheitliche und umfassende Pflege von Menschen mit einer krankheitsbedingt begrenzten Lebenserwartung. Sie soll den Betroffenen bis zuletzt eine möglichst hohe Lebensqualität bieten und ihr Leiden lindern. Palliative Care kann aber auch Ängste wecken. Sie wird von einem Teil der Erkrankten als passive und minderwertige Therapieform wahrgenommen, die erst in der Phase des Sterbens zum Einsatz kommt. Sie wird von vielen mit Autonomieverlust und Perspektivenlosigkeit assoziiert. «Es bestehen viele Unsicherheiten und Vor­urteile», sagt die Absolventin Nina Schneider. Zusammen mit Sabine Rüegg hat sie untersucht, wie Krebspatientinnen und -patienten über Palliative Care denken. Laut sieben relevanten Studien überwiegen die negativen Wahrnehmungen. Betroffene und Angehörige, die von medizinischen Fachpersonen mit dem Thema konfrontiert werden, reagieren teilweise schockiert. Sie rechnen damit, dass der Tod unmittelbar bevorsteht, obwohl der Gedanke der palliativen Behandlung schon Monate oder Jahre vor dem Sterben aufkommen sollte. Palliative Care zuzulassen, bedeutet in ihren Augen, die Hoffnung aufzugeben. Deshalb kommt dem Pflegepersonal, das die Betroffenen eng betreue, eine wichtige Rolle zu. Es müsse Fragen klären und Ängste abbauen. Als Hilfsmittel im Spital­alltag haben die beiden Bachelor­absolventinnen einen Flyer erarbeitet, der fünf Vorurteile richtigstellen soll.

Auf dem Weg zum Traumberuf

Vielen Jugendlichen, die an einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) leiden, fällt es schwer, im ersten Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Sie empfinden beispielsweise zu viel Hektik oder die Grösse eines Betriebes als unangenehm. Oft sind sie zudem in ihren Kommunikations­fähigkeiten eingeschränkt. «Die Diagnose Autismus ist extrem breit», sagt Valérie Aeschlimann. Entsprechend gross sei die Palette möglicher Hindernisse. Menschen mit ASS brauchten mehr Zeit, um sich an ein neues Umfeld zu gewöhnen. Aeschlimann ist zusammen mit Rahel Nussbaumer der Frage nachgegangen, wie ergotherapeutische Massnahmen die Integration in den Berufsalltag unterstützen könnten. Solche würden bislang kaum eingesetzt, stellen die beiden Autorinnen fest. Ein Grund dafür sei, dass die Tätigkeit der Ergotherapeutinnen und -therapeuten von der IV in erster Linie als medizinisch und weniger als berufsorientiert wahrgenommen werde. «Dabei könnten die Fachleute, welche die Jugendlichen in vielen Fällen bereits über Jahre begleitet haben, einen wertvollen Beitrag leisten», sagt Valérie Aeschlimann. Sie könnten frühzeitig mit der beruflichen Vorbereitung beginnen. Sie könnten Stärken und Interessen der jungen Erwachsenen erkunden, Bewerbungsgespräche trainieren oder das Sozial- und Kommunikationsverhalten bearbeiten. Die Bachelorabsolventinnen empfehlen, dass Professionsangehörige der Ergotherapie eine längerfris­tige Betreuung übernehmen sollten. Sie könnten des Weiteren eine vermittelnde Rolle spielen, wenn es darum gehe, Integrationsprogramme zu entwickeln. ­haben untersucht, wie junge Erwachsene mit einer Autismus-Spektrum-­Störung auf ihrem Weg zum Traumberuf unterstützt werden können. Besonders interessiert hat sie dabei die Rolle der Ergotherapie. Ihre Bachelorarbeit, die sie am Departement Gesundheit eingereicht haben, ist mit der Höchstnote bewertet und mit dem Förderpreis des Ergotherapeut­Innen-Verbands Schweiz ausgezeichnet worden. Valérie ­Aeschlimann arbeitet im Spital Emmental Burgdorf in den Bereichen Handtherapie und Neurologie. Rahel Nussbaumer ist in der Rehaklinik Rheinfelden in der Neurologie tätig.

Schneller Deutsch lernen dank App

Integration geschieht unter anderem über die Sprache. «Für diejenigen Immigranten, welche nicht die Möglichkeit haben, täglich einen Deutschkurs zu besuchen, reicht der Lernfortschritt oft nicht aus, um sich im Alltag zu verständigen», stellt Matthias Käser fest. Er hat eine App entwickelt, mit der selbstständig ein Grundwortschatz erlernt werden kann. FRIMI (From Immigration to Integration), so heisst die Applikation, erläutert einzelne Begriffe ausschliesslich anhand von Bildern und schriftlicher Hinweise in Deutsch. So kann sie von Menschen unterschiedlicher Muttersprache genutzt werden. Die Sprachlern-App vermittelt den Usern, wie einzelne Wörter im Alltag verwendet werden. Sie enthält zahlreiche Übungen, welche aufeinander aufbauen, sie ist einfach strukturiert und funktioniert ohne Netzwerkverbindung. Besonderen Wert legte der Mas­terabsolvent auf Benutzerfreundlichkeit. Er hat seine Entwicklung von rund 30 Asylsuchenden testen lassen und entsprechende Anpassungen vorgenommen. Die Lerninhalte werden über ein Autorensystem erfasst. Sie werden nach Themenfeldern geordnet und können von den Nutzern ausgewählt werden. Für eine Einheit, braucht der Lernende je nach Vorwissen 10 bis 15 Minuten. Die App passt das Pensum seinem Lernverhalten und seinen Fortschritten an. Das von Käser entwickelte Hilfsmittel ist noch nicht online. Ein Team um Projekt-Initiantin Margrit Brunnschweiler-Koch ist daran, es mit Inhalten zu füllen. hat als Masterarbeit an der School of Engineering eine Sprachlern-App ­entwickelt, die sich in erster Linie an Asylsuchende richtet. Sie ist als Ergänzung zum Sprachunterricht gedacht und hilft dabei, den deutschen Grundwortschatz spielerisch zu repetieren und zu erweitern. Die App ist in Zusammenarbeit mit einem Industriepartner entstanden. Matthias Käser arbeitet als Software-Entwickler bei der BSI AG in Zürich.

In 14 Wochen zur Influencerin

Mode und Lifestyle erfreuen sich auf Instagram grosser Beliebtheit. Weltweit setzen sich Menschen in Szene. Viele rücken nebenbei ein gesponsertes Produkt in die Kamera, um es bei den Followern beliebt zu machen. «Es ist schwierig, sich aus der Masse hervorzuheben», sagt Caroline Beck. Im Rahmen eines Experiments hat sie versucht, sich als Modeliebhaberin und Journalismus-Studentin einen Namen zu machen. Sie zeigte sich in stylischen Outfits und empfahl lesenswerte Artikel. Sie hatte sich im Vorfeld Insiderwissen geholt und setzte verschiedene Massnahmen zur Steigerung der Anzahl Follower, Likes und Kommentare ein. Ihr Profil writersfashion erreichte schliesslich 6610 Follower in 44 Ländern. Es gingen zudem erste Anfragen für Kooperationen ein. «In 14 Wochen kann ein bedingter Einfluss erzielt werden», sagt die Bachelorabsolventin. Das Marktpotenzial für neue Fashion- und Lifestyle-Influencer sei beschränkt. Man müsse eine passende Nische finden oder Glück haben. Die journalistischen Inhalte stiessen auf wenig Interesse. Caroline Beck erlebte den Selbstversuch als zeitintensiv und nervenaufreibend. Sie arbeitete rund 448 Stunden daran und empfand die täglichen Posts irgendwann nur noch als Stress. Sich an öffentlichen Orten fotografieren zu lassen, war ihr zuweilen unangenehm. Durch den Vergleich mit anderen begann sie, sich selbst zu hinterfragen. «In der Influencer-Welt herrscht noch mehr Schein als Sein, als man denkt», sagt sie. Als sie ihre Arbeit abgegeben hatte, brauchte sie erst mal eine Pause. Inzwischen lädt sie wieder ab und zu ein Bild hoch. «Eigentlich bin ich eine schlechte Influencerin», so die ZHAW-Absolventin. «Während des Selbstversuchs habe ich immer wieder fast vergessen, dass ich noch etwas ­posten sollte.» ist mit einem Selbstversuch der Frage nachgegangen, ob es möglich ist, in 14 Wochen zu einer erfolgreichen Influencerin zu werden. «Ich lasse mich auf Instagram selbst gerne in Sachen Mode inspirieren und wollte den Mechanismen des sozialen Netzwerks auf den Grund gehen», sagt sie. Für ihr Bachelorarbeit am Departement Angewandte Linguistik hat sie die Note 6 erhalten. Bis Ende März macht sie beim Schweizer Fernsegen ein Praktikum. Danach möchte sie eine Stelle als Journalistin antreten .

Tastsinn für Roboter und Hunde als Lernhilfe

Künstliche Haut könnte Maschinen befähigen, Berührungen zu spüren und darauf zu reagieren. «Kollisionen zwischen Menschen und Robotern könnten damit verhindert werden», sagt Jacqueline Blunschi. Und Renske Sassenburg ergänzt: «Menschen mit Prothesen oder schweren Verbrennungen könnten wieder fühlen.» Die beiden Absolventinnen der School of Engineering haben ein künstliches Hautmodell hergestellt. Für die Epidermis, die Dermis und die Subcutis haben sie Silikon verwendet, da dieses ähnliche mechanische Eigenschaften aufweist wie die menschliche Haut. Um den Tastsinn zu imitieren, setzten sie in der mittleren Schicht ein Netz aus Kupferdrähten ein, das Berührungen misst und lokalisiert. Um die Druckstellen auf der Oberfläche sichtbar zu machen, bauten sie zusätzlich LED-Lämpchen ein. Diese leuchten in unterschiedlichen Farben ‒ je nachdem, wie stark eine Berührung ist. Der Prototyp kommt der menschlichen Haut nicht nur optisch nahe, er fühlt sich auch so an, wie die beiden Entwicklerinnen versichern. Struktur und Form seien vergleichbar. Die künstliche Haut sei allerdings kälter als echte und gebe keine Feuchtigkeit ab. In diesem Punkt könnte das Modell optimiert werden. So könnten Schweissdrüsen oder feine Härchen integriert werden. Die Wahrnehmung mit Hilfe des Tastsinns könnte zudem durch Wärme- und Schmerzsensoren verbessert werden. Wichtig ist dabei, dass die Flexibilität des Hautmodells nicht zu stark eingeschränkt wird. «Man muss flexible Elektronik verwenden», betonen Jacqueline Blunschi und Renske Sassenburg übereinstimmend. Täter und Opfer treffen sich. Sie setzen sich damit auseinander, was vorgefallen ist. Sie hören einander zu und versuchen, die Perspektive des anderen zu übernehmen. Die Begegnung, die professionell begleitet wird, soll den Geschädigten helfen, seelisch zu genesen. Den Tätern ermöglicht sie, zu erkennen, was sie angerichtet haben, und dafür die Verantwortung zu übernehmen. «Restorative Justice hat auf beiden Seiten eine positive Wirkung», sagt Shirine Tissira, die ihre Masterarbeit dem Thema gewidmet hat. Anders als das Strafrecht fokussiere der Ansatz nicht auf das Delikt, sondern auf die verletzten menschlichen Bedürfnisse. «Er geht vom Opfer aus.» In der Schweiz wird erst mit Erwachsenen damit gearbeitet. «Da besteht noch sehr viel Potenzial», sagt die ZHAW-Absolventin. Sie fände es sinnvoll, restaurative Verfahren in Pilotprojekten auch bei Jugendlichen einzusetzen. Um Opfer nicht zu retraumatisieren, müssen allerdings mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Opfer müssen psychisch und körperlich stabil sein; sie dürfen nicht zu einer Teilnahme gedrängt werden. Täter dürfen keine massiven Persönlichkeits- oder psychopathische Störungen haben. Sie müssen zu Empathie fähig sein und Einsicht sowie Reue zeigen. Je schwerer eine Straftat, desto sorgfältiger müssen diese Aspekte im Vorfeld abgeklärt und der Austausch begleitet werden. Ist eine Seite nicht zu einem Dialog bereit, besteht die Möglichkeit von «Querbegegnungen». Das heisst, dass sich Täter und Geschädigte nicht von demselben, aber einem vergleichbaren Delikt treffen. Shirine Tissira kann sich vorstellen, die Methode auch bei Konflikten einzusetzen, die strafrechtlich nicht verfolgt werden. Bei Mobbing beispielsweise. «Da wäre viel möglich.» Ein Hund im Schulzimmer bringt nicht nur Abwechslung. Er reduziert zudem Stress, fördert positive, soziale Beziehungen und trägt zu einer guten Lernatmosphäre bei, wie Studien zeigen. «Schulhunde haben auf qualitativer Ebene auch positive Effekte auf die Konzentration und Aufmerksamkeit», sagt Julia Oesch. Um solche wissenschaftlich zu belegen, liess die Masterabsolventin drei Primarklassen im Abstand von sechs Wochen Leistungs- sowie Konzentrationstests lösen. Sie filmte sie dabei und befragte die Lehrpersonen. Bei ihrem zweiten Besuch leitete sie die eine Hälfte der Kinder vorgängig zu Aktivitäten mit einer Therapiehündin an. Die andere Hälfte animierte sie zu ähnlichen Aktivierungsübungen ohne tierische Begleitung. Wie aufmerksam und konzentriert die Schülerinnen und Schüler danach waren, wertete sie quantitativ und qualitativ aus. «Es war mir wichtig, die Daten nach wissenschaftlichen Kriterien zu erheben, ohne den Hund zu instrumentalisieren», betont Julia Oesch. Kinder und Tiere könnten je nach Tagesform unterschiedlicher Verfassung sein, gibt sie zu bedenken. Hinzu komme, dass Konzentration, je nach Definition, schwer messbar sei. Einen positiven Effekt konnte die Autorin rein statistisch denn auch nicht nachweisen. Die quantitativen Ergebnisse dokumentieren keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Gestützt auf die Einschätzungen der Lehrpersonen und der qualitativen Analyse des Filmmaterials kommt Julia Oesch allerdings zum Schluss, «dass der Hund subjektiv zu einer ruhigeren Arbeitsatmosphäre und zu einer höheren Konzentrationsfähigkeit der Kinder geführt hat». Eveline Rutz

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