Menü
Logo Logo
  • DE
  • EN
  • Forschung 1
  • Weiterbildung 1
  • Sibylle Veigl 2
  • 4/2023 2
Aktive Filter: Autor: Sibylle Veigl Ausgabe: 4/2023 Alle Filter entfernen
Es wurden 2 Ergebnisse in 1 Millisekunden gefunden. Zeige Ergebnisse 1 bis 2 von 2.
  • 1
Ergebnisse pro Seite:

Ein Fitnessprogramm für das Portemonnaie

Finanzielle Sorgen können sich negativ auf andere Lebensaspekte auswirken und sind ein wichtiger Teil des generellen Wohlbefindens und somit auch der Gesundheit eines Menschen. Die School of Management and Law ist in der Studie «Mehr Einkommen, weniger finanzielle Sorgen? Erkenntnisse zum finanziellen Wohlbefinden in der Schweiz» diesem subjektiven Gefühl nachgegangen: Sie hat im Frühjahr rund 1050 Personen in der Deutschschweiz danach gefragt, wie wohl sie sich in finanzieller Hinsicht fühlen. Denn: «Dem finanziellen Wohlbefinden wird aktuell wenig Beachtung geschenkt», sagt Selina Lehner, Projektleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wealth & Asset Management. Die Autorschaft definiert dieses finanzielle Wohlbefinden dabei als einen Zustand, «in dem eine Person finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann und sich in Bezug auf die finanzielle Zukunft sicher fühlt». Das finanzielle Wohlbefinden ist laut Studie von mehreren Faktoren abhängig: von Einkommen, Bildung, Wohnsituation und Vermögen. Finanziell wohl oder sehr wohl fühlt sich, wer viel verdient, Vermögen angespart hat, über eine höhere Bildung verfügt und Wohneigentümerin oder -eigentümer ist. Der wichtigste Faktor sei das Einkommen, denn es sei auch ein Bindeglied zwischen den anderen Faktoren, so die Autorschaft: Ein hohes Einkommen führt in der Regel zu mehr Haushaltsvermögen und zu einer besseren Wohnsituation. Und ist mit höherer Bildung gekoppelt. Gut 22 Prozent der Befragten mit einem Einkommen bis 4000 Franken monatlich bezeichnen ihr finanzielles Wohlbefinden als hoch oder sehr hoch – bei Befragten ab 9000 Franken Einkommen sind es 72 Prozent. Seit Jahren hoch ist die Sparbereitschaft: 81 Prozent der Schweizer Bevölkerung sparen, insbesondere die junge Generation sowie vollzeitbeschäftigte Personen. «Geld allein macht nicht glücklich – schadet aber auch nicht. Es trägt sicher dazu bei, den Alltag sorgenfreier bestreiten zu können.» Selina Lehner, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der School of Management and Law Doch eine Person kann ihr finanzielles Wohlbefinden beeinflussen: «Es zeigt sich, dass das finanzielle Wohlbefinden auch mit Disziplin im Spar- und Planungsverhalten sowie einem besseren Finanzwissen erreicht werden kann», so Projektleiterin Lehner. Auch wenn die Ausgangslage bei tiefem Einkommen und wenig Vermögen viel schwieriger ist. Der Weg zum finanziellen Wohlbefinden sei wie ein Sportprogramm oder eine Diät für das körperliche Wohlbefinden. Für beide braucht es Ausdauer und Selbstbeherrschung, und ein Erfolg zeigt sich nicht von heute auf morgen. Beim finanziellen Fitnessprogramm werden Einkommen, Absicherung, Vermögensaufbau und Vermögensmanagement unter die Lupe genommen: Einkommen: Sich einen Überblick über die finanzielle Lage verschaffen, Einnahmen und Ausgaben im Griff haben, das eigene Konsumverhalten reflektieren oder einen Sparplan aufstellen. Gesteigert werden kann das Einkommen zum Beispiel über Aus- und Weiterbildung. Absicherung: Risiken des Lebens wie Krankheit oder Scheidung abfedern, zum Beispiel über Versicherungen, sodass ein finanzieller Schock nicht zu einem existenziellen Problem führt. Vermögensaufbau: Bleibt Einkommen am Monatsende übrig, so kann man Vermögen aufbauen in Form von Sparguthaben oder Anlagen. Vermögensmanagement: Mit professioneller Finanzplanung das Vermögen optimieren und an den Nachlass denken. Doch so wie das regelmässige Sporttreiben als anstrengend empfunden wird, werden Finanzen oft als langweilig und kompliziert angesehen. Nicht hilfreich ist auch ein weiteres Ergebnis der Studie: Finanzen sind bei Schweizerinnen und Schweizern immer noch ein Tabuthema. Über Geld spricht man nicht gern. Weil dieses finanzielle Wohlbefinden aber eine hohe Bedeutung für die Gesundheit eines Menschen insgesamt hat und auch gesellschaftlich relevant ist, empfehlen die Autorin und die Autoren auch Massnahmen auf den Ebenen Arbeitgeber und Staat: zum Beispiel als Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements in einem Unternehmen oder indem Finanzwissen noch mehr in den obligatorischen Schulunterricht eingebunden wird. Bleibt die immerwährende Frage: Macht Geld also glücklich? Selina Lehner dazu: «Geld allein macht nicht glücklich – es schadet aber auch nicht. Es trägt sicher dazu bei, finanzielle Ängste zu reduzieren und den Alltag sorgenfreier bestreiten zu können.» Sibylle Veigl

Die Kunst des Fundraising

Eine Elternberatungsstelle finanziert sich zu einem Drittel durch Spenden, vor allem von privaten Geldgeberinnen und Geldgebern. Sie nimmt jährlich rund 350‘000 Franken an Spenden ein, muss aber dafür 100‘000 Franken aufwenden: Spendenaufrufe macht sie in Mailings, auf Aushängen in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Medieninseraten. Doch reicht das? Wie kann zwischen investierten Mitteln und den Spendeneinnahmen eine gute Balance hergestellt werden? Wie können Fundraising-Fähigkeiten verbessert werden, welche Kompetenzen brauchen die Fundraising-Verantwortlichen? «Solche Grundfragen stellen sich für die meisten Non-Profit-Organisationen (NPO), wenn sie ihre Fundraising-Aktivitäten professionalisieren möchten», sagt Leticia Labaronne. Sie ist Leiterin des Zentrums für Kulturmanagement an der School of Management and Law und leitet auch den MAS Fundraising Management. Denn Fundraising ist heute weit mehr, als per Post Spendenaufrufe zu verschicken. Es umfasst Managementtätigkeiten, da ganz verschiedene Aktivitäten zur Mittelbeschaffung nicht nur realisiert, sondern auch analysiert und kontrolliert werden müssen. Denn am wirkungsvollsten sind die Aufrufe, wenn sie sich nach unterschiedlichen Bedürfnissen der Spendergruppen ausrichten. Hintergrund ist ein immer stärker umkämpfter Spendenmarkt. Die Schweizer Bevölkerung gilt zwar als eine der spendenfreudigsten Nationen in Europa. Im Jahr 2022 wurden gemäss der Stiftung Zertifizierungsstelle für gemeinnützige Non-Profit-Organisationen (Zewo) in der Schweiz rund 2,5 Milliarden Franken gespendet: Der Krieg in der Ukraine liess das Spendenvolumen um fast eine halbe Milliarde emporschnellen gegenüber dem Vorjahr. Gemäss Spendenreport des Verbands Swissfundraising spenden 84 Prozent der privaten Haushalte und jeder zweite Haushalt mehr als 360 Franken im Jahr – dies «ohne adäquate Gegenleistung», so die Definition einer Spende. «Die klassischen Direct Mailings sind weiterhin die Königsdisziplin des Fundraising.» Leticia Labaronne, Leiterin des Zentrums für Kulturmanagement an der School of Management and Law Doch um diese Spendengrosszügigkeit bemühen sich immer mehr Organisationen – national und international tätige, sowie solche, die in der Schweiz nicht operativ tätig sind. In der Schweiz sind es längst nicht mehr nur die klassischen Non-Profit-Organisationen und Hilfswerke wie Greenpeace, Amnesty International, Helvetas oder das Rote Kreuz, sondern zum Beispiel auch Institutionen aus Kirche, Politik, Kultur oder Bildung. Dem gegenüber steht ein zwar hohes, aber eher konstantes Spendenvolumen. Der Spendenmarkt ist gesättigt: Immer mehr Akteure müssen sich den gleichen Kuchen teilen. Auch das Spendenverhalten verändert sich. Die älteren Generationen sind besonders grosszügig – doch eine Institution darf nicht allein auf sie setzen: «Gerade das digitale Spenden nimmt immer mehr an Bedeutung zu, sodass digitale Fundraising-Instrumente sowie Zahlungskanäle wie zum Beispiel Twint zur Ansprache jüngerer Spendengruppen unbedingt mitgedacht werden müssen», sagt Fabienne Schmidli. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Zentrum für Kulturmanagement und Vorstandsmitglied des Verbands Swissfundraising. Auch wenn ein Aufbruch zu beobachten ist, seien die klassischen Direct Mailings weiterhin «die Königsdisziplin» des Fundraising, ergänzt Labaronne. «Digitale Fundraising-Instrumente und Zahlungskanäle müssen zur Ansprache jüngerer Spendengruppen unbedingt mitgedacht werden.» Fabienne Schmidli, wissenschaftliche Mitarbeiterin Zentrum für Kulturmanagement und Vorstandsmitglied des Verbands Swissfundraising Kurz: «Im Wettbewerb um Spenden hat heute nur Erfolg, wer die Kunst des Fundraising beherrscht», sagt Labaronne. Doch gerade kleinere NPO wie zum Beispiel die im Einstieg beschriebene Elternberatungsstelle stossen in diesem Konkurrenzkampf an ihre Grenzen: Ihre Mittel und Kapazitäten sind zu gering, um mit professionellem Fundraising mitzuhalten. Die grossen Organisationen sind im Vorteil. Es gilt, kreativ und manchmal auf Umwegen für Aufmerksamkeit zu sorgen. Den diesjährigen Swissfundraising Award für die kreativste Kampagne zum Beispiel hat die Non-Profit-Organisation Public Eye erhalten. Public Eye hat in Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine das Spiel «Quartett der Oligarchen» entworfen und dieses allen Parlamentarierinnen und Parlamentariern verschickt. So hat sie für Aufmerksamkeit gesorgt und mit dem Spiel gleichzeitig neue Spendenkontakte generiert. Sibylle Veigl

  • 1
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • Netiquette
  • Cookies
© ZHAW
  • Home

  • Rubriken

    • Editorial

      Vorwort der Chefredaktion

    • Alumni

      Was ZHAW-Absolventinnen und -Absolventen heute machen

    • Menschen

      Wir schauen Forschenden und Dozierenden über die Schulter

    • Dossier

      Das Schwerpunktthema jeder Ausgabe

    • Forschung

      Neues aus der ZHAW-Forschung

    • Studium

      Einblick in Studienangebote

    • Interview

      Fachleute diskutieren

    • Spotlight

      Umfragen zu den Schwerpunktthemen

    • Meinung

      Standpunkte von ZHAW-Angehörigen

    • Panorama

      Vermischtes aus dem Campusleben

    • Perspektivenwechsel

      Blick nach aussen und von aussen auf die ZHAW

    • Abschlussarbeiten

      Bachelor- und Masterarbeiten im Kurzporträt

  • Suche

  • Archiv

  • Vorherige Ausgabe

  • Über das ZHAW-Impact und die ZHAW

Schliessen