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eServices trotz Sicherheitsbedenken bevorzugt

Die sogenannten eServices geniessen trotz Sorgen um Datenschutz und Datensicherheit eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, wie eine aktuelle Studie der ZHAW School of Management and Law zusammen mit dem Verein Zürcher Gemeindeschreiber und Verwaltungsfachleute (VZGV) und der Staatskanzlei des Kantons Zürich zeigt. Bei den eServices liegt die Schweiz im internationalen Vergleich aber immer noch weit zurück und muss stark aufholen, wenn sie ihren Standortfaktor stärken will. Laut der Studie zieht die befragte Zürcher Bevölkerung eServices grundsätzlich analogen Dienstleis­tungen vor. Die Präferenz für eServices nimmt jedoch ab, sobald es um persönliche Daten geht. «Datensicherheit und Datenschutz spielen eine zentrale Rolle für die Nutzenden von eServices», erklärt ZHAW-Studienleiter Alexander Mertes. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass analoge Dienstleis­tungen für die Bevölkerung weiterhin sicherzustellen sind. Dass sich die Mehrheit der 987 Befragten grosse Sorgen hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit macht – etwa Identitäts- und Datendiebstahl befürchtet – widerspiegelte sich auch in den vertiefenden Workshops. So ­haben Datenschutz und Datensicherheit bei einer Steuererklärung für die Nutzerinnen und Nutzer eine wichtigere Bedeutung als bei «Jokertagen», bei denen Eltern einen freien Schultag für ihre Kinder beantragen. Die Ergebnisse deuten aber auch darauf hin, dass die Mehrheit trotz dieser Sicherheitsbedenken digitale Angebote präferiert. So würden die meisten Befragten aus der Gruppe «Steuer­erklärung» selbst bei geringerem Datenschutz und niedrigerer Datensicherheit die Möglichkeit der digitalen Steuererklärung einer analogen vorziehen. Das in der öffentlichen Debatte oftmals aufgeführte Argument, digitale Dienstleistungen führten zu kürzeren Abwicklungsprozessen seitens der Behörden, stellte sich in der Befragung als von marginaler Bedeutung heraus. Caroline Brüesch, Leiterin Institut für Verwaltungs-­Management der ZHAW School of Management and Law und Co-Leiterin der Studie, erklärt hierzu: «Ob eServices zu einer Verringerung oder gar zur Verlängerung des Zeitaufwandes auf Behördenseite zum Beispiel für die Bearbeitung einer Steuererklärung führen, hat kaum einen Einfluss auf die Beurteilung durch die Nutzerinnen und Nutzer digitaler Dienstleistungen». Anders verhält es sich, wenn es um das Leistungsmerkmal Preis geht. Die Aussicht, dass eServices mit möglichen zusätzlichen Kosten für die Nutzenden verbunden sein könnten, scheint neben Datenschutz und Datensicherheit das zweite zentrale Kriterium für die Beurteilung digitaler Angebote.

Kommunizieren im digitalen Wandel

Airbnb statt Hotellerie, Uber statt Taxi und Amazon statt Kaufhäuser: Durch die Digitalisierung entstehen neue Geschäftsmodelle. «Die Unternehmen brauchen neue Strategien, um bestehen zu können. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Kommunikation», sagt Markus Niederhäuser, Leiter Weiterbildung am Institut für Angewandte Medienwissenschaft der ZHAW. Niederhäuser ist Co-Autor der aktuellen Studie «Kommunikation in der digitalen Transformation» , zusammen mit Nicole Rosenberger, Professorin für Organisationskommunikation und Management am IAM. Die Studie untersucht, welche Veränderungen, Rollen und Aufgaben auf die Kommunikationsabteilungen zukommen. «Lange ging es bei der Digitalisierung nur darum, wie Unternehmen Social-Media-Kanäle wie Twitter, Facebook und Instagram nutzen sollen», sagt Niederhäuser. «Mittlerweile haben die Kommunikationschefs aber gemerkt, dass es mehr braucht, damit die digitale Transformation gelingt.» Immer wichtiger werden für Unternehmen beispielsweise die Mitarbeitenden als Botschafter. Noch bis vor wenigen Jahren war es in vielen Unternehmen verboten, auf Social Media Inhalte über den Arbeitgeber zu veröffentlichen. Heute hingegen sollen die Mitarbeitenden in den sozialen Netzwerken aktiv sein. «Überraschend viele Unternehmen ermuntern ihre Mitarbeitenden aktiv, online über die Firma zu reden. Sie sollen als Influencer gegen innen und nach aussen wirken», sagt Co-Autorin Rosenberger: Die Mitarbeitenden fit zu machen für die digitale Kommunikation, wurde von den befragten Kommunikationsverantwortlichen folgerichtig als wichtigste Herausforderung in den nächsten drei Jahren bezeichnet. «Überraschend viele Unternehmen ermuntern ihre Mitarbeitenden aktiv, online über die Firma zu reden. Sie sollen als Influencer wirken.» Nicole Rosenberger Die Studienergebnisse basieren auf Experteninterviews, auf einer Online-Befragung von Kommunikationschefs grosser privater und öffentlicher Unternehmen, aber auch von Verwaltungen und Non-Profit-Organisation in der Deutschschweiz sowie auf Fokusgruppen-Gesprächen mit Kommunikationsverantwortlichen. Dabei haben sich weitere wichtige Entwicklungen herauskristallisiert: Die Kommunikationsverantwortlichen sehen ihre eigene Abteilung auf dem Weg der digitalen Transformation etwas weiter fortgeschritten als das ganze Unternehmen. Zudem ist in vielen Unternehmen das Issue Monitoring noch zu wenig auf Digitalisierungsthemen ausgerichtet. Das Issue Monitoring analysiert gesellschaftliche Veränderungen frühzeitig. So soll es beispielsweise beschreiben, welche Rolle den Mitarbeitenden in der digitalen Transformation zukommt, wie sicher ihr Arbeitsplatz ist und welche Digitalstrategien das Unternehmen verfolgt. Die Kommunikationsverantwortlichen brauchen also neue Kompetenzen: Die Schnittstellen zu Marketing, Personalabteilungen und Informatik werden wichtiger. «Bislang waren in den Kommunikationsabteilungen Sprachverständnis sowie vernetztes und kritisches Denken gefragt», sagt Niederhäuser. «Erforderlich wird nun aber beispielsweise auch Technologie-Kompetenz.» Aus den Ergebnissen der Studie haben die Forscher eine Zehn-Punkte-Agenda erarbeitet (siehe Infobox). Sie beschreibt die zentralen Handlungsfelder für die Weiterentwicklung der Kommunikation in der digitalen Transformation. «Erforderlich wird für Kommunikationsabteilungen nun beispielsweise auch Technologie-Kompetenz.» Markus Niederhäuser Die Studie wurde unterstützt vom HarbourClub (Vereinigung der Kommunikationschefs) und vom Forschungszentrum IBM Research. «Die Fragen, welche die digitale Transformation mit sich bringt, interessieren sowohl die Forschung als auch die Unternehmen», sagt Niederhäuser. Gleichzeitig mit der Studie sei daher ein Weiterbildungsangebot in Form des CAS Digitale Transformation und Kommunikation aufgebaut worden. Es gebe zwar bereits viele Studien und auch Weiterbildungen zur Digitalisierung. Diese seien aber eher punktuell angelegt und legten den Fokus beispielsweise auf Social Media. «Wir wollten das Thema der digitalen Transformation hingegen breiter angehen und den Schwerpunkt auf die Sicht der Kommunikationsabteilungen legen.» Dabei wurde die Rolle der Kommunikation auf drei Ebenen untersucht: Die Mikroebene bilden die Kommunikationsabteilungen. Sie ermöglichen die digitale Kommunikation und Transformation überhaupt erst. Auf der Mesoebene wird die Rolle für das ganze Unternehmen betrachtet. Zentrale Ansatzpunkte sind hier die Beratung der Führungskräfte sowie die kommunikative Befähigung aller Mitarbeitenden. Auf der Makroebene geht es um das Schaffen von gesellschaftlicher Akzeptanz für die digitale Transformation. Das Unternehmen muss seine Digitalstrategie erklären und seine Verantwortung sichtbar machen. Rosenberger sagt: «Zur Verantwortung gehört auch die Datensicherheit. Sie wird zu einem Kernthema für fast alle Unternehmen und ihre Kommunikationsabteilungen werden. Das Krisenpotenzial ist beträchtlich.» Die folgende Agenda gibt Orientierung, wie Kommunikationsverantwortliche die Unternehmenskommunikation ausrichten und weiterentwickeln sollen. 1. Digitalisierung der Kommunikation und Kommunikation der Digitalisierung. 2. Höhere Integration der Kommunikationsfunktionen: Position des Chief Communication Officer (CCO) muss neu definiert werden. 3. Neue Schnittstellen für den CCO, etwa zum Chief Digital Officer. Schnittstellen zu Marketing, HR und IT bleiben wichtig. 4. CCO als Head der Botschaften wird zudem auch Head der Daten. Technologie ist eine neue Schlüsselkompetenz. 5. Technologischer Quantensprung: Durch künstliche Intelligenz unterstützte Applikationen werden sowohl Analyse, Messaging wie Design verändern. 6. Drei Ansprüche an die Organisation: strategisches Themenmanagement, Themen multimodal und crossmedial spielen, «time to market» verkürzen. 7. Die Kommunikationsbefähigung der Mitarbeitenden ist eines der wichtigsten Aufgabenfelder. 8. Influencer in das Kommunikationsmanagement einbinden. 9. Das Monitoring verstärkt auf Themen der Digitalisierung ausrichten. 10. Die Datensicherheit zum Kernthema machen. Nina Rudnicki

Neues BICAR am Autosalon Genf

Das ZHAW-Spin-off «Share your BICAR» hat am Internationalen Autosalon in Genf die Mikromobilitätslösung BICAR im neuen Design präsentiert. Das ursprüngliche Konzeptfahrzeug der ZHAW erfüllt nun mit der als L2e (Leichtfahrzeug) eingestuften Neuauflage die strassenzulassungstechnischen Vorschriften und ist auf dem Weg zur Markteinführung im Jahr 2020. Bereits ab Sommer 2019 wird eine exklusive Auflage von weniger als 50 Stück produziert. Interessenten, sowohl Business-Kunden als auch Privatpersonen, können sich das BICAR jetzt schon sichern.

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