Keine Krise dauert ewig

21.06.2022
2/2022

Krisen sind oft Auslöser für Kreativität und Innovation. Steckt man in einer Krise – oder gleich in mehreren –, dann mag man das nicht unbedingt so optimistisch sehen. Wir wollen mit dem Dossier-Thema dieser Ausgabe zeigen, wie Fach- und Privatleute nach Lösungen suchen und sie auch finden.

Gerade wollten wir aufatmen, als der Bundesrat Mitte Februar fast alle Corona-Massnahmen aufhob und die Rückkehr zur Normalität in Aussicht stellte. Dann überfiel Russland erneut die Ukraine. Hört das denn nie auf?, war vielfach die erste Reaktion.

Im Interview hat ZHAW-Ökonom Khaldoun Dia-Eddine allein in den vergangenen rund 30 Jahren mehr als zehn grosse ökonomische, politische oder ökologische Krisen ausgemacht. Die Klimakrise sei wohl die Krise, die uns längerfristig am meisten bedrohe, meint ZHAW-Psychologin Agnes von Wyl im selben Interview: «Man kann sich ernsthaft fragen, weshalb wir damit so sorglos umgehen.» Und das, obwohl wir eigentlich wüssten, was zu tun ist, wie der dritte Inter­viewpartner, ZHAW-Ökologe Jürg Rohrer, betont.

Auch unser Illustrator Till Martin hat sich gefragt: Weshalb sind wir so passiv? Sein Menschlein auf dem Titelbild ist wie gelähmt und tut nichts, obwohl der Eimer, mit dem es sich aus dem Sumpf befreien könnte, nahe ist. Dieses Bild symbolisiert, wie gewohnte und vermeintlich verlässliche Denkweisen, Werkzeuge und Handlungsansätze in einer Krise plötzlich nicht mehr greifen. Ratlosigkeit und Ängste überwiegen häufig – zumindest erst einmal. Denn auf die Phasen der Lähmung und Verdrängung folgen in mancher Theorie zur Krisenbewältigung die Phasen, in denen wir nach Lösungen suchen und uns völlig neu orientieren.

Krisen sind oft Auslöser für Kreativität und Innovation. Mit Ideen, die helfen, Krisen zu bewältigen, wollen wir in diesem Dossier ein paar Lichtblicke bieten angesichts des von dunklen Wolken überschatteten Weltgeschehens. Wir wollen zeigen, wie Fach- und Privatleute nach Lösungen suchen und sie auch finden. Die Beispiele könnten anspornen zu mehr Mut und Optimismus, um aktuelle und künftige Krisen gut zu bewältigen.

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