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Wettbewerb: Die Gewinner sind …

Gross war die Resonanz auf unseren Jubiläumswettbewerb «Wünsch dir was!». 210 Teilnehmende stimmten für ihre Wunschgeschichte und wollten gewinnen. Das Resultat war knapp. Das Rennen machte mit 119 Stimmen das Center da Capricorns in Wergenstein, die Aussenstelle der ZHAW in Graubünden. Lesen Sie also in der Dezember-Ausgabe (erscheint am 2. Dezember), wie die ZHAW Lösungen für nachhaltigen regionalen Tourismus erforscht und umsetzt. Unter allen Einsendungen hat unsere Glücksfee mittels Zufallsgenerator die Gewinner ausgewählt. Den 1. Preis , eine Nacht im Hotel «Capricorns» in Wergenstein, gewinnt Lilian Nutz aus Lippoldswilen . «Das sind ja mal erfreuliche Nachrichten», war ihre Reaktion auf unsere Glückwunsch-Mail. Mit der ZHAW verbindet sie das Interesse an Naturwissenschaften: Sie ist begeisterte Besucherin der «Nacht der Technik», für die sie mit ihrer Familie wenn immer möglich an die ZHAW kommt. Und ihr Sohn ist Mitglied im Mint-Club der ZHAW School of Engineering, der Kindern und Jugendlichen Naturwissenschaften näherbringt. Der 2. Preis , eine Flasche ZHAW-Wein, geht an Viktor Wagner aus Flawil . Auch hier war die Freude gross: «Dass ich Wein gewinne, freut mich natürlich besonders», schrieb uns der «Impact»-Leser. Denn für die offizielle Diplomfeier seines Jahrgangs organisierte der Maschineningenieur-Absolvent der ZHAW (damals noch Technikum Winterthur) den Diplom-Klassenwein. Das war vor über einem Vierteljahrhundert, wie er verrät, und nicht nur das: «Ich habe übrigens noch zwei Flaschen vom damaligen Pinot noir im Keller (Weinjahrgang 1990).» Der 3. Preis war ebenfalls eine Flasche ZHAW-Wein, dessen Gewinner nicht genannt werden möchte. Wir gratulieren herzlich! Und allen nochmals vielen Dank für die rege Teilnahme an unserem Jubiläumswettbewerb in unserer 50. Ausgabe. Patricia Faller

Nachhaltigkeit: «Die ZHAW wird zum Real-Labor»

Urs Hilber: Proteste braucht es, damit die Dringlichkeit des Problems ersichtlich wird. An der Hochschule mahlen die Mühlen langsam. Die Entwicklung eines neuen Studiengangs dauert drei Jahre, ein neues Gebäude wird in zehn Jahren gebaut. Es ist nicht zu erwarten, dass wir an der ZHAW rasant vorwärtskommen. Aber es ist zu erwarten, dass unsere Lösungen einen wirksamen Beitrag leisten, weil sie wissenschaftlich fundiert sind. Hilber: Wir haben bereits an allen Departementen viele Projekte, die einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Wir müssen sie stärker und zusammenhängend sichtbar machen. Francesco Bortoluzzi: Viele der Forderungen der Klimaaktivisten sind in unserer Nachhaltigkeitsstrategie verankert, etwa ökologisches Reisen, klimafreundliche Energieversorgung und nachhaltiges Essen. Allerdings braucht es Zeit, um in jeder Institution eine andauernde, sprich nachhaltige Transformation durchzuführen. Unter den Bedingungen des Jahres 2020 haben wir mit den Mitteln, die wir aufbringen konnten, viel erreicht. Um effizienter zu sein, brauchen wir Menschen, die sich an unseren Aktivitäten beteiligen, indem sie konkrete Ideen und Aktivitäten auf den Tisch legen. Meine Hoffnung ist, dass Klimaaktivisten Teil der Lösung werden und nicht nur die Alarmglocke läuten. Hilber: Generell nehme ich die Erwartung «Tut endlich etwas» wahr. Aber auch Widerstand ist spürbar, sobald wir etwas tun, was einer individuellen Veränderung bedarf. Die Erhöhung der Parkplatzgebühren ist ein Beispiel. Widerstand ist übrigens einer der Gründe, weshalb unsere Schritte klein sind. Für diese Gangart wurde ich – vor allem von Studierenden – stark kritisiert, aber ich bin ein Freund von kleinen Schritten, nur so geht es nachhaltig vorwärts. Wir bauen auf eine dialogische Basis. Im Nachhaltigkeitsausschuss können wir differenzieren, was möglich und kulturverträglich ist und was zu weit geht. Hilber: Nachhaltige Entwicklung kann ein emotionales Thema sein, rasch wird von Religion, Sektiererei oder Bevormundung gesprochen. Fallstricke, die es zu vermeiden gilt. Deshalb ist es wichtig, dass wir mehrheitsfähig sind. Extrempositionen sind manchmal wissenschaftlich korrekt, aber (noch) nicht mehrheitsfähig, und dann droht die Gefahr, dass nichts passiert, was schlechter ist, als wenn wenig passiert. Der Nachhaltigkeitsausschuss setzt sich deshalb einerseits aus Personen zusammen, die nahe bei ihrer jeweiligen Departementsleitung positioniert sind – sie bringen die Machtlogik ein. Wir haben andererseits auch Fachspezialisten und -spezialistinnen, sie bringen die Sachlogik ein. Bortoluzzi: Und wir haben Studierende, die uns die Sicht unserer wichtigsten Stakeholder einbringen. Die wichtigsten Ziele, die wir mit dem Ausschuss erreichen wollen, sind Transparenz, Inklusion und ein partizipatorischer Ansatz. Er funktioniert als Mikrokosmos der ZHAW. «Ich habe meinen Fleischkonsum um mindestens 90 Prozent gesenkt.» Urs Hilber Hilber: Nicht nur interne Zusammenarbeit ist uns wichtig, wir wollen auch über die ZHAW-Grenzen hinaus kooperieren. Nachhaltigkeit ist aus meiner Sicht zwar eine individuelle Geschichte, aber erst wenn viele Individuen beitragen, nützt es. Gemeinsam mit den Zürcher Hochschulen UZH, PHZH, ZHdK haben wir das Zurich Knowledge Center for Sustainable Development (ZKSD) geschaffen, welches dank der Hamasil Stiftung – die Projekte im Sinne der Agenda 2030 fördert – über eine Location an bester Lage in Zürich verfügt. Wir wollen, dass Angehörige aller beteiligten Hochschulen in diesem Setting gemeinsame Projekte bearbeiten und sich gegenseitig inspirieren. Die Digitalisierungsinitiative der Zürcher Hochschulen – kurz DIZH – verfügt über ein ähnliches Modell. Ich denke, dass die Menschen, die im Bereich Nachhaltigkeit arbeiten, primär die Welt für die Kinder unserer Kinder erhalten wollen und deshalb der Gedanke des Miteinander stark ausgeprägt und ein solches Zentrum wichtig ist. Bortoluzzi: Ein weiteres konkretes Projekt ist die Erarbeitung eines Nachhaltigkeits-Cockpits. Wir haben begonnen, Daten zum Thema Flugreisen zu sammeln. Die Lust, Daten zu erheben, ist aber noch klein und vielerorts wird auch die Einsicht, dass hinsichtlich Flugreisen weniger mehr ist, noch nicht uneingeschränkt geteilt. Mit der Analyse von Cockpitsdaten wollen wir intelligente Hypothesen aufstellen, Massnahmen einführen und letztlich die Hypothese überprüfen und die Resultate sichtbar machen, um die ZHAW in ein Real-Labor für nachhaltige Entwicklung zu transformieren. Hilber: Auch hier bevorzuge ich es, kleine Schritte zu tun. Erst müssen wir in Sachen Nachhaltigkeit etwas Substanzielles vorweisen können. Gemeinsam mit dem ZKSD-Gründungsbeirat möchten wir dann auf die Politik zugehen, wie das auch die DIZH getan hat. Auch in der Post-Corona-Zeit wird Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema bleiben. Hilber : Covid-19 hat vor allem den Umsetzungsprozess des Green Impact Books verzögert. Auch der spontane Austausch kam zu kurz. «Hochschulen sind die besten Orte, um eine nachhaltigere Zukunft zu gestalten.» Francesco Bortoluzzi Bortoluzzi: Der Lockdown hat gezeigt, dass Veränderungen schnell und effektiv umgesetzt werden können. Das ist eine gute Nachricht für die nachhaltige Entwicklung. Vor einem Jahr wären die Änderungen der Homeoffice-Richtlinien, der digitalen Prozesse und Konferenzen und ein kritisches Überdenken der Raumnutzung belächelt worden. Viele dieser Veränderungen waren in der Nachhaltigkeitsstrategie vorgesehen, da sie die ZHAW ökologischer, ökonomischer und sozial nachhaltiger machen können. Aber: Wie bauen wir eine nachhaltige Zukunft auf, auch ohne dass externe Faktoren uns zu radikalen Entscheidungen zwingen? Hilber: Das Green Impact Book – wie es der Name schon sagt – ist stark auf diese Aspekte ausgerichtet. Das ist aber erst der Anfang. Meines Erachtens müssen die Säulen ökologisch, ökonomisch und sozial letztlich gleichtragend sein. Bortoluzzi: Eines unserer Ziele ist es, die ZHAW zu einem noch besseren Arbeitsort zu machen. Das bedeutet, auch auf Diversität und neue Arbeitsformen zu setzen – der Umwelt und den Menschen zuliebe. Bortoluzzi: Wir wollen die ZHAW als Hochschule profilieren, die viel Expertise im Bereich der nachhaltigen Entwicklung aufzuweisen hat. Wir wollen Kontakte, Wissensaustausch und Zusammenarbeit zwischen den Departementen fördern. Wir wollen alle Studierenden in engen Kontakt mit nachhaltiger Entwicklung bringen. Und wir möchten die Datenerfassung für die Indikatoren des Green Impact Books regeln und Massnahmen einführen, die helfen, Emissionen zu reduzieren. Erstmals soll es auch einen Nachhaltigkeitsbericht für die gesamte ZHAW geben. Dieser soll mehr als nur eine Datenerhebung sein. Er soll die Geschichte unserer Nachhaltigkeitsreise erzählen: Was sind die Prozesse, die Initiativen und vor allem die Menschen, die die ZHAW in ein Real-Labor für angewandte Nachhaltigkeit transformieren? Hilber: Diese Frage höre ich häufig. Wir müssen nicht gleich die ganze Welt retten, aber wir müssen einen kleinen Betrag zur Rettung der Welt liefern. Jeder oder jede weiss doch, wo seine oder ihre Schwachstellen sind. Deshalb ist es wichtig, über das eigene Tun und dessen Sinnhaftigkeit zu reflektieren und dann einen kleinen Schritt in die richtige Richtung zu machen. Bortoluzzi: Und wenn die Leute reflektiert haben und Ideen aufkommen, würden wir uns freuen, wenn sie diese Ideen an uns herantragen. Wir brauchen unsere Kolleginnen und Kollegen, die uns herausfordern und auch ihre Ideen mit uns teilen. Hilber: Bei mir braucht es viel, bis ich zufrieden bin, und im Bereich Nachhaltigkeit sollte man nie zufrieden sein. Ich bin beeindruckt vom Engagement im Bereich der Nachhaltigkeit, das ich überall an der ZHAW spüre. Daneben freue ich mich über das Vertrauen, das die Hochschulleitung in uns hat, über mein Privileg, mit Francesco Bortoluzzi zusammenzuarbeiten, bis hin zur Zusammensetzung des Nachhaltigkeitsausschusses. Hilber: Ich habe meinen persönlichen Fleischkonsum um mindestens 90 Prozent gesenkt. In meiner Arbeit erlebe immer wieder Aha-Momente und lerne dazu, etwa dass zahlreiche Studierende «containern», hat mich bewegt. Bortoluzzi: Ich bin tief beeindruckt von dem Fachwissen und der Leidenschaft der ZHAW-Angehörigen für Nachhaltigkeitsthemen. Ich denke, dass Hochschulen die besten Orte sind, um eine nachhaltigere Zukunft zu gestalten. Das gibt mir viel Hoffnung. Interview Kathrin Reimann

Von der Qualitätsentwicklung zur Generalsekretärin der ZHAW

Hochschulpolitik und Bildung haben ihren bisherigen beruflichen Lebensweg bestimmt. Dora Fitzli ist seit Juli neue Generalsekretärin der ZHAW . Nach zwei Jahren als Leiterin der Qualitätsentwicklung der ZHAW stellt sie sich einer neuen Herausforderung. Fitzli ist Nachfolgerin von Matthias Elmer, der Ende Juni in den Ruhestand trat. In ihrer Funktion unterstützt sie u.a. Rektor Jean-Marc Piveteau bei seinen Führungsaufgaben und ist verantwortlich für einen reibungslosen Ablauf der Geschäfte der Hochschulleitung. Zu ihrer Abteilung gehören die Stabsstelle Diversity, das sogenannte Records Management, das die Archivierung geschäftsrelevanter Dokumente umfasst, und das Geschäftsprozess-Management. Das Generalsekretariat ist Kontaktstelle für den Verein der Studierenden Alias, den Absolvententag, Formula Student, das Higher Education Management (HEM) sowie für die Berufsbildungsstufe. Weiter engagiert sich Fitzli für die Plattform «BMFH», welche eine Brücke schlägt zwischen Zürcher Berufsmaturitätsschulen und den Hochschulen. «Eine Generalsekretärin ist wie eine Drehscheibe, die Menschen vernetzt und verlinkt», so Dora Fitzli. Seit 20 Jahren bewegt sich die promovierte Biochemikerin im Bereich Hochschule und Bildung. Die Vermittlung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft prägte dabei die Arbeit der 50-Jährigen. Nach ihrem Start in die Berufswelt als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin für den ETH-Bereich war sie Wissenschafts- und Technologierätin an der Schweizerischen Botschaft in Washington D.C. und wissenschaftliche Beraterin im Staatssekretariat für Bildung und Forschung. Mit 40 Jahren machte sich Fitzli als Beraterin im Hochschul- und Forschungsbereich selbstständig. Danach trat sie eine Stelle als Senior Projektleiterin beim Beratungsunternehmen econcept an, wo sie bald als Partnerin und Bereichsleiterin Mandate im Bildungsbereich betreute. Vor gut zwei Jahren wechselte sie zur ZHAW in die Abteilung Hochschulentwicklung des Rektorats. In dieser Zeit war sie als Leiterin Qualitätsentwicklung verantwortlich für die institutionelle Akkreditierung der ZHAW – ein Verfahren, das nach dem Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz die Voraussetzung dafür ist, dass sich die ZHAW Fachhochschule nennen darf und öffentlich-rechtlich beitragsberechtigt ist. Die Akkreditierung erfordert, dass die Hochschulen eigene Qualitätssicherungssysteme haben, und es wird anhand von 18 Standards geprüft, ob die Qualitätssicherung nach nationalen und internationalen Kriterien wirksam erfolgt. Eine Gutachtergruppe befragte an einer Vor-Ort-Visite im September während zweier Tage gut 110 Mitarbeitende und Studierende der ZHAW. Die Entscheidung des Schweizerischen Akkreditierungsrates wird vor Weihnachten erwartet.

Diversity als «spannendes Lernfeld»

Im September startete Svenja Witzig als Leiterin der Stabsstelle Diversity der ZHAW. Sie ist Nachfolgerin von Annette Kahlen, die die ZHAW verlassen hat. «Wenn wir Diversity Management als innovative Organisationsentwicklung begreifen, eröffnet sich uns ein unendlich spannendes Entwicklungs- und Lernfeld», sagt Svenja Witzig . «Eine diversitätssensible Lehre fördert bei Dozierenden und Studierenden ein offenes und agiles Mindset und sorgt dafür, dass sich alle gleichermassen anerkannt fühlen. Dies sind zentrale Eigenschaften für eine pluralistische, transformative und gerechte Gesellschaft. Auch in der Forschung führen diversitätsgerechte Forschungsdesigns zu multiperspektivischem Denken, was in der Regel zu innovativeren Lösungen und Produkten führt.» Ihre Motivation sei es, allen Hochschulangehörigen Diversity als Ressource und Chance näherzubringen und gleichzeitig für die Rechte von unterrepräsentierten Gruppen und Minderheiten einzustehen. Svenja Witzig studierte an der Universität Zürich Ethnologie, Soziologie und Völkerrecht mit Fokus Menschenrechte und schloss mit einem Master ab. Sie sammelte internationale Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit und wurde in das Nachwuchsförderungsprogramm der UNO aufgenommen. Danach war sie langjährige Projektleiterin und Beraterin im TikK, dem Kompetenzzentrum für interkulturelle Konflikte. Dank den vielseitigen Aufgaben in der Projekt-, Bildungs- und Beratungsarbeit eignete sich Svenja Witzig ein gefragtes Erfahrungswissen an, das sich durch hohen Praxisbezug und theoretische Reflexion auszeichnet. Im Rahmen der kantonalen Integrationsprogramme leistete sie zudem Pionierarbeit im Kompetenzaufbau zum nationalen Diskriminierungsschutz und beriet zahlreiche kantonale Verantwortliche. Ein mehrdimensionales Verständnis von Diversity prägte schon im TikK ihre Arbeit, weshalb sie mit diesem 2017 den Gleichstellungspreis der Stadt Zürich entgegennehmen durfte. Zuletzt war Svenja Witzig im Volksschulamt des Kantons Zürich als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Chancengerechtigkeit und Vielfalt tätig und verantwortete die kantonalen Dossiers Schule und Asyl sowie Mehrsprachigkeit. Mit der ZHAW ist Svenja Witzig seit langem verbunden. Schon vor der Gründung des Bachelorstudiengangs war sie am Deptartement Soziale Arbeit als externe Lehrbeauftragte für den Unterricht zu Diversity, Diskriminierungsschutz und Konfliktmanagement zuständig. Sie nimmt bis heute Lehraufträge an Hochschulen und für Verwaltungen wahr.

Was sagt das Wort des Jahres über die Schweiz?

Das Wort des Jahres Schweiz wird in einem mehrsprachigen Projekt gewählt. Diese Mehrsprachigkeit ist einmalig. Daniel Perrin , strategischer Leiter des Projekts, erklärt: «Wir haben immer wieder gesehen, dass in der Schweiz ein Wort sehr nahe Entsprechungen in den anderen Landessprachen hat. Dadurch bieten sich in der Schweiz oft ganz andere Begriffe als Wörter des Jahres an als in den Nachbarländern.» Es gibt einen schweizerischen Diskurs – sprachraumübergreifend. «In der Schweiz beschäftigen andere Themen als in Deutschland, Frankreich, Italien. Das spiegelt sich in den Wörtern des Jahres.» Und Marlies Whitehouse , Leiterin der deutschsprachigen Jury, kommentiert: «Die vier Jurys kommen unabhängig voneinander oftmals auf sehr ähnliche Ergebnisse.» 2019 waren es Klimajugend, vague verte, onda verde, il luf. Auch das Auswahlverfahren ist einmalig. «Wir haben ein dreistufiges Verfahren», so Whitehouse. Mithilfe der Korpuslinguistik werden Wörter eruiert, deren Bedeutung sich im laufenden Jahr stark verschoben hat, die neu aufgekommen sind und die besonders häufig verwendet wurden. Dann ist die Öffentlichkeit aufgerufen, Vorschläge einzusenden. Zudem können Sprachschaffende aus den verschiedenen Sprachräumen in vier unabhängigen Jurys zusätzliche Vorschläge einbringen, deren Relevanz im Korpus überprüft wird. Daraus küren die Jurys jeder Sprache je drei Wörter des Jahres. «Jedes der drei Wörter ist für die Jury subjektiv wichtig und im Korpus als relevant nachweisbar, weil es zum Beispiel in der Verwendung sprunghaft angestiegen ist», so Perrin. Dies war bei #metoo (2017, Deutsch, 1. Rang) und auch bei infox (2018; Französisch, 3. Rang ) der Fall. Und: Es sind immer Wörter, die kontrovers diskutiert werden. Die Wörter des Jahres zeigen also, was uns in der Schweiz bewegt. Lesen Sie auch «Wort des Jahres Schweiz: eine forschungsbasierte, interaktive und mehrsprachige Wahl» Christa Stocker

Zuerst Asien und jetzt die ganze Welt

Die Stabsstelle Ressort Internationales wird ab 1. Januar 2021 neu von Waseem Hussain geleitet. Er ist Nachfolger von Vera Narodnitzkaia, die auf Ende 2020 in Rente geht. Waseem Hussain verfügt über Aus- und Weiterbildung in internationalem Management, Unternehmensberatung, Projektmanagement und interkultureller Kommunikation. Er spricht Deutsch, Englisch, Urdu und Hindi. Aktuell leitet Hussain das an der ZHAW angesiedelte «Leading House South Asia and Iran» sowie das Kompetenzzentrum «India Desk» der School of Management and Law (SML). Er ist ausserdem Dozent zum Schwerpunktthema «Doing Business in India» in den Lehrgängen «International Executive MBA» und «MAS Business Administration» ebenfalls an der SML. In seiner früheren Tätigkeit war der 53-Jährige Geschäftsführer der Firma MARWAS AG, wo er zahlreiche Schweizer Unternehmen bei ihren internationalen Aktivitäten beraten und unterstützt hat. In dieser Tätigkeit vermittelte Waseem Hussain auch zahlreiche schweizerische Direktinvestitionen in Indien. An seinen interkulturellen Kursen und Seminaren haben insgesamt über 14'000 Personen teilgenommen. Lesen Sie auch das ausführliche Porträt aus einer früheren « Impact » -Ausgabe.

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