Wie geht es Jugendlichen nach zwei Jahren Pandemie?
Als die Schweiz im März 2020 einen Lockdown vollzog und Schulen geschlossen wurden, entschieden sich Dirk Baier und Maria Kamenowski vom Institut für Delinquenz und Kriminalprävention, eine Befragung von Teenagern im Kanton Zürich durchzuführen. Die Fachleute des ZHAW-Departements Soziale Arbeit wiederholten sie noch zweimal, da die Pandemie auch in den folgenden Jahren dominierte. Sie wollten wissen, wie sich Kontaktbeschränkungen, Schulschliessungen sowie Einschränkungen im Vereins- und Freizeitbereich auf die Identitätsbildung auswirken, die in diesem Lebensabschnitt im Zentrum steht: «Die gesellschaftliche Ausnahmesituation der Pandemie trifft auf eine entwicklungspsychologische Ausnahmesituation», betonen die Forschenden. Denn in der Jugendphase lösen sich junge Menschen vom Elternhaus, gehen neue Verbindungen zu Gleichaltrigen ein, bauen intime Beziehungen auf, eignen sich schulische sowie berufliche Qualifikationen an, entwickeln ihr eigenes Wertesystem und übernehmen soziale Verantwortung – dies alles geschieht in einem eher kurzen Zeitraum vom 13. bis zum 25. Lebensjahr. Was also, wenn mitten in diese prägende Phase die Pandemie platzt? Insgesamt beteiligten sich über 3400 Jugendliche im Alter von 12 und 18 Jahren verschiedener Schulformen im Kanton Zürich. Quelle: ZHAW Soziale Arbeit, Institut für Delinquenz und Kriminalprävention: Wie geht es Jugendlichen nach zwei Jahren Covid-Pandemie? Ergebnisse der dritten Befragung junger Menschen im Kanton Zürich, März 2022 Inhalt Patricia Faller; Grafik Klaas Kaat