Schwangere müssen häufig weite Wege gehen

11.04.2024
1/2024

Simbabwe–Malaysia–Wädenswil: Shannon Vlahakis ist wissenschaftliche Assistentin am Institut für Computational Life Sciences. Als Masterarbeit führte sie ein Projekt zur Selbstüberwachung von Gesundheitswerten mit Schwangeren in Simbabwe durch.

Ich wuchs mit drei Schwestern in Simbabwe auf. Wie viele andere verliess ich mit 18 Jahren meine Familie und das Land, um zu studieren. Nach dem Bachelorstudium in Biomedizin in Malaysia kam ich in die Schweiz. In Luzern absolvierte ich ein Masterstudium in Gesundheitswissenschaften. Jetzt arbeite ich an der ZHAW als wissenschaftliche Assistentin und schliesse demnächst mein zweites Masterstudium ab.

Projekt in Simbabwe

Mit Unterstützung des ZHAW Digital Futures Fund führte ich als Masterarbeit ein Projekt in Simbabwe durch, das meine Leidenschaft für Gesundheit, Technik und Menschen vereint: In vielen ländlichen Gegenden haben Schwangere kaum ärztliche Betreuung. Krankenhäuser sind oft weit entfernt und die Untersuchungen zu teuer. Ich habe miterlebt, wie meine Schwester während ihrer Schwangerschaft mit Zwillingen an Bluthochdruck litt und sehr viel Geld für zusätzliche Untersuchungen ausgeben musste. Dazu kommt grosse Unsicherheit. Ich entwickelte ein Konzept, bei dem Schwangere ihre Vitalparameter, wie Puls, Blutdruck und Proteine im Urin, selbst messen und über ein verschlüsseltes Formular via WhatsApp an ein Krankenhaus übermitteln. So kann das Pflegepersonal sie informieren, wenn die Werte in einem anormalen Bereich sind und die Frau zu einer Untersuchung kommen soll. Das Projekt kam bei den Frauen gut an. Die grösste Herausforderung war jedoch, dass in Simbabwe die Stromversorgung und das Mobilfunknetz oft ausfallen.

Neues Konzept von Zeit

In der Schweiz ist alles qualitativ spitze. Meine Eltern können es schon nicht mehr hören, wenn ich zu Besuch bin und bei jedem Produkt sage, dass das Schweizer Pendant hochwertiger ist. Ich liebe es, Ausflüge in die Berge zu machen – und es fasziniert mich, dass hier auch Menschen im höheren Alter noch beim Wandern anzutreffen sind. Am meisten schätze ich an der Schweiz aber, dass ich als Frau unabhängig leben und mich sicher fühlen kann. Durch den öffentlichen Verkehr habe ich ein neues Konzept von Zeit gelernt – anfangs rannte ich noch fast täglich hinter dem Bus her, weil er wirklich pünktlich fuhr. Mittlerweile ertappe ich mich aber dabei, wie ich verwundert auf die Uhr blicke, wenn der Bus mal eine Minute Verspätung hat.

Hilft Schwangeren in Simbabwe, ihre Gesundheitswerte selbst zu überwachen: Shannon Vlahakis.

0 Kommentare

Sei der Erste der kommentiert!

Kommentar ist erforderlich!
Name ist erforderlich!
Gültige E-Mail ist erforderlich!
This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.