ZHAW-Ethikausschuss: Für einen gemeinsamen Kompass

05.12.2023
4/2023

Klare ethische Grenzen zu ziehen, wird in Forschung und Lehre immer anspruchsvoller. Seit einem Jahr unterstützt ein interner Ethikausschuss die Mitarbeitenden und Studierenden an der ZHAW.

Ethik, Werte, Datenschutz: Auch wenn ein Forschungsprojekt zwar nicht unter die offizielle Bewilligungspflicht etwa einer der Kantonalen Ethikkommissionen fällt, kann es ethisch heikle Fragen tangieren. Zudem wird eine ethische Beurteilung für die Publikation in wissenschaftlichen Magazinen oder für Gesuche beim Schweizerischen Nationalfonds teilweise vorausgesetzt. Als Unterstützung für Forschende und Studierende der ZHAW gibt es hierfür seit Herbst 2022 einen internen Ethikausschuss: Er versteht sich als eine unabhängige Stelle, die prüft, ob in einer Studie der Schutz der Versuchsteilnehmenden in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen steht.

«Mit dem Ethikausschuss und der Beratungsinstanz zu wissenschaftlicher Integrität haben wir schlanke Lösungen etabliert, die sich an nationalen und internationalen Standards orientieren.»

Martin Jaekel, Leiter der Stabsstelle Forschung und Entwicklung der ZHAW

«Mit dem Ethikausschuss und der Beratungsinstanz zu wissenschaftlicher Integrität haben wir schlanke Lösungen etabliert, die einen konkreten Bedarf der Forschenden abdecken und sich an nationalen und internationalen Standards orientieren. Zudem können wir so fundiertere Abwägungen treffen und diese wichtigen Themen im ständigen Diskurs halten», sagt Martin Jaekel, Leiter der Stabsstelle Forschung und Entwicklung der ZHAW.

Anträge und Themen: Seitdem die 18 Mitglieder ihre Arbeit aufgenommen haben, wurden 26 Anträge von Forschenden und 44 von Studierenden eingereicht, wie die Präsidentin Karin Nordström berichtet. Meist geht es um Beobachtungsstudien und Interviews zu Migrationsthemen oder Forschung mit vulnerablen Gruppen des Departements Gesundheit. Neun Anträge wurden abgelehnt, grösstenteils weil sie in den Zuständigkeitsbereich der Kantonalen Ethikkommission fallen. Häufiger als Ablehnungen ist jedoch, dass der Ausschuss Auflagen macht etwa zu Datenschutzfragen: Ist die Anonymisierung und Pseudonymisierung gewährleis­tet, sind die Teilnehmenden ausreichend informiert, welche Daten erhoben werden? Was passiert hinterher mit den Daten?

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