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Ein flexibles Rentenalter ist kein ­Allheilmittel

In vielen OECD-Ländern wurde in den vergangenen Jahren das Rentenalter erhöht. In der Schweiz wird eine Erhöhung zwar diskutiert, doch gab es in den letzten 15 Jahren keine Anpassungen mehr. Dennoch stieg die Arbeitsmarktbeteiligung der über 65-Jährigen kontinuierlich an. Wie die Arbeitsmarktpartizipation älterer Arbeitnehmender im Zusammenhang mit deren Gesundheit steht, wird in einem vierjährigen Forschungsprojekt mit dem Titel «Gesundheitliche Ungleichheit im Kontext ­einer Verlängerung des Arbeitslebens» untersucht. In diesem vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projekt interessieren sich Forschende am ZHAW- Departement Gesundheit insbesondere für Unterschiede zwischen verschiedenen so­zioökonomischen Gruppen wie etwa Berufen. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Universitäten in der Schweiz, Schweden, den USA und Chile durchgeführt. In einem ersten Teilprojekt untersuchte die Projektleiterin Isabel Baumann in Zusammenarbeit mit Ignacio Madero-Cabib von der Katholischen Universität Chile Rentenübergänge in Ländern mit einem flexiblen Rentensystem. Flexible Rentensysteme kombinieren ein flexibles Rentenalter mit der Möglichkeit von Teilzeitarbeit oder Teilrentenbezug. In der Schweiz wird die Flexibilisierung des Übergangs vom Arbeitsleben ins Rentner­dasein vom Bundesrat in der Reformvorlage AHV 21 momentan als Anreiz zum längeren Verbleib im Arbeitsprozess gehandelt. Doch laut Baumann gibt ihre Studie Hinweise darauf, dass dieser Mechanismus nicht wie vom Bundesrat erwartet spielt. Die Studie «Rentenverläufe in Ländern mit flexibler Rentenpolitik, aber unterschiedlichen Wohlfahrtssystemen» zeigt, dass auch in Ländern mit einem flexiblen Rentensystem die Frühpensionierung das mit Abstand am weitesten verbreitete Übergangsmuster der untersuchten Bevölkerungsgruppen ist. Die Studie förderte Unterschiede zwischen den untersuchten Ländern Chile, USA, Dänemark und Schweden zutage – abhängig von der Ausprägung des Vorsorgesystems. In den liberal orientierten Ländern USA und Chile mit verhältnismässig tiefen Rentenleistungen findet der Altersrücktritt tendenziell später statt als in den skandinavischen Staaten mit grosszügigen und umfassenden Leistungen. Länder mit tiefen Leistungen der sozialen Sicherheit scheinen also insgesamt stärkere Anreize für eine Verlängerung des Arbeitslebens zu setzen. Eine Ausnahme bilden Personen mit chronischen Erkrankungen. Diese gehen in den liberalen Staaten häufiger frühzeitig in Rente als gesunde ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dieser Unterschied im Pensionierungsverhalten zwischen Personen mit und solchen ohne gesundheitliche Probleme konnte nur in den USA und in Chile beobachtet werden, nicht aber in Dänemark und Schweden. Damit scheinen weder eine Flexibilisierung des Rentenalters allein noch in Kombination mit finan­ziellen Anreizen auszureichen, um Beschäftigte länger im Arbeitsleben zu integrieren. Welche alternativen Ansätze entsprechend wirken könnten, untersucht die Studie nicht. Denkbar sind laut Baumann aber Massnahmen, die die gesundheitlich belastenden Aspekte der Arbeit reduzieren und den Verbleib in der Arbeitswelt für ältere Arbeitnehmende attraktiver machen. Baumann gibt zu bedenken, dass die vom Bundesrat vorgeschlagene Flexibilisierung zwar eventuell nicht der richtige Weg für die finanzielle Stabilisierung der AHV sei, aber dafür andere Vorteile biete. «Sie gibt den Menschen mehr Handlungsspielraum.» Und das sei ein Vorteil, da die Situation der älteren Arbeitnehmenden sehr heterogen sei, zum Beispiel in Bezug auf ihre Gesundheit oder die Pflege und Betreuung von Eltern oder Grosskindern. «Diesen Bedürfnissen und Möglichkeiten würde eine Flexibilisierung gerechter werden.» In einem NZZ-Artikel erörtern Baumann und die Rechtswissenschaftlerin Sabine Steiger-Sackmann von der ZHAW School of Management and Law konkrete mögliche Massnahmen, wie die Gesundheit älterer Arbeitnehmender im Arbeitsprozess besser erhalten und gefördert werden könnte. Dazu gehören laut den Forschenden die Einhaltung der Vorschriften zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Wie heute bereits in vielen Unternehmen und Organisationen – wie zum Beispiel der ZHAW – implementiert, könnten die Ferien- und Ruhezeiten mit zunehmendem Alter kontinuierlich steigen. Zudem wären laut Baumann und Steiger-Sackmann die in der Schweiz im internationalen Vergleich hohen Wochen­arbeitszeiten grundsätzlich zu überdenken. Auch ein Anspruch aller Arbeit­nehmenden auf Teilzeitarbeit – sofern betrieblich machbar –, wie ihn zum Beispiel Deutschland oder die Niederlande kennen, könnte ein Beitrag zu einem besseren Erhalt der Gesundheit sein. In ihrer Forschung gehen die ZHAW-Wissenschaftlerinnen neue Wege, indem sie mit Innovage zusammenarbeiten, einem Netzwerk von freiwillig tätigen Seniorinnen und Senioren. Diese sind nicht lediglich Forschungsobjekt, sondern forschen zum Teil selbst mit. Diese Art des Vorgehens nennt sich «partizipative Forschung» (siehe Kas­ten). In der Zusammenarbeit mit Innovage wurde beispielsweise deutlich, dass aus Sicht der Seniorinnen und Senioren der Übergang vom Berufsleben in die Rente frühzeitig geplant werden sollte – inklusive Einsatz von geeigneten Weiterbildungen und Umschulungen. «Die befragten Personen sehen eine Chance darin, dass ältere Arbeitnehmende gegen Ende des Arbeitslebens eine neue Rolle im Betrieb übernehmen könnten, etwa als Coach, Mentorin oder strategischer Berater», erklärt Baumann. Abraham Gillis

Mit Pflanzen Räume schaffen

Wie versetzte Riegel stehen die Wohnblöcke in den kurz getrimmten Rasenflächen. Nur einzelne Bäume und Baumgruppen lockern das Bild auf. Die parkartigen Grünflächen wirken anonym zwischen den Zufahrtsstrassen und Parkplätzen. Das Klotener Quartier Hohrainli ist ein typischer Vertreter der «aufgelockerten, durchgrünten» Stadt aus den 1950er und 1960er Jahren. Diesen Grünräumen fehlt es an Intimität und Potenzial für Gemeinschaft. Das möchten ZHAW-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler aus dem Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen des Departements Life Sciences und Facility Management ändern. Ihre These ist, dass Aussenraumstrukturen zentral sind für das soziale Gefüge eines Quartiers, für das Wohlbefinden seiner Bewohnerinnen und Bewohner – und dadurch für deren physische und psychische Gesundheit. «Wir möchten Investoren aufzeigen, dass vielgestaltige, pflanzenreiche Aussenräume auch zu ihrem Vorteil sein können: mehr Mieterzufriedenheit, weniger Mieterfluktuation und gleichzeitig ein Beitrag zur Biodiversität», erklärt die Projektleiterin Petra Hagen Hodgson. Veraltete Bausubstanz, ein hoher Anteil an Kleinwohnungen und anonyme Grünräume führen dazu, dass sich das Quartier Hohrainli mit einer zunehmenden Mieterfluktuationen und einem schlechten Image konfrontiert sieht. Aus diesem Grund hat die Stadt Kloten zusammen mit den Immobilienbesitzern beschlossen, das Quartier gestalterisch wie auch sozial weiterzuentwickeln und ein Soziales Quartierentwicklungskonzept (SQEK) in Auftrag gegeben. Das Kapitel «Soziales» des SQEK wurde von Petra Hagen Hodgson und ihrem Team von der Forschungsgruppe Grün und Gesundheit ausgearbeitet. Darin haben die Forschenden zehn Punkte formuliert, von denen einer beispielsweise die Schaffung von mehr Wohnlichkeit im Aussenraum fordert. Hodgson möchte dies erreichen, indem sie wieder Begriffe in die Diskussion einbringt wie etwa «Sinnlichkeit». «Uns geht es darum herauszufinden, wie Sinnlichkeit in Wohnsiedlungen gestaltet werden kann und was Wohnlichkeit überhaupt ausmacht», erklärt sie. «Uns geht es nicht ums Abhaken, ob es einen Spielplatz oder eine Grillstelle gibt, sondern darum, herauszufinden, wo die Menschen sich wohlfühlen.» Hodgson und ihr Team interessieren sich bei ihrer Forschung vor allem für die Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers. Darum setzen sie auf sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden und dabei vor allem auf qualitative Zugänge über Interviews und teilnehmende Beobachtungen. «Uns geht es nicht ums Abhaken, ob es einen Spielplatz oder eine Grillstelle gibt, sondern darum, herauszufinden, wo die Menschen sich wohlfühlen», erklärt Hagen Hodgson. Mit qualitativer Forschung sei es möglich, auf die individuellen Lebenswelten der Menschen im Hohrainli einzugehen, welche ganz unterschiedlich seien. Die einen wollen ein Buch lesen in einer angenehmen Ecke, andere möchten gärtnern und wieder andere möchten sich auf einen Schwatz zusammensetzen. «Dafür reicht es nicht, eine Rasenfläche zur Verfügung zu stellen. Dafür braucht es unterschiedliche Strukturen im Grünraum und dass die Eigentümer Aneignung zulassen.» Es gehe darum, mit Pflanzen Räume zu gestalten und damit etwas Soziales zu ermöglichen, ist Hagen Hodgson überzeugt. Aneignung entstehe zum Beispiel, wenn ein Familienvater im Aussenraum seinen Grill aufstelle und andere zum Mitmachen anrege. Möglicherweise würden sie sich sogar gemeinsam eine Pergola bauen. Wieder andere würden vielleicht ein Gemüsebeet anlegen. «Das ist Zulassen von Wohnlichkeit im Aussenraum und ein Gewinn für eine Immobilienunternehmung», so Hagen Hodgson. Gerade dieser Punkt sei bei der Zusammenarbeit mit der ZHAW von grosser Bedeutung, erklärt Raumplaner Andreas Stoll, der das Projekt Hohrainli bei der Stadt Kloten betreut. «Die von den ZHAW-Forschenden aufgestellten Eckpunkte im Entwicklungskonzept sollen die Räume im Quartier für die Bewohnerinnen und Bewohner nutzbarer machen.» Es ist bereits das dritte Projekt, welches die ZHAW im Hohrainli durchführt. «Aktuell planen wir, mit kleinen Interventionen im Grünraum zusammen mit Bewohnerinnen und Bewohnern den Aussenraum etwas wohnlicher zu gestalten», erzählt Hodgson. Das Projekt mit dem Titel «Interaktionen im Grünraum» wird im Rahmen des Schwerpunkts «Gesellschaftliche Integration» der ZHAW mitfinanziert. Dort geht es um ganz praktische Aktivitäten wie etwa, gemeinsam mit den Anwohnern Bepflanzungen vorzunehmen, aber auch um erste Überlegungen, wie der geplante Transformationsprozess des Quartiers hin zu einem verdichteten Quartier möglichst sozialverträglich stattfinden kann. Die Entwicklung der Überbauung wird noch bis zu 20 Jahre in Anspruch nehmen. Für Hagen Hodgson stehen deshalb Fragen rund um den längerfristigen sozialen Transformationsprozess in einem Quartier im Zentrum. Um diesen Fragen weiter nachgehen zu können, stehen die ZHAW-Forschenden mit der Stadt Kloten weiterhin im Gespräch. Laut Stoll gibt es auch bereits Perspektiven, wie es weitergehen kann. Die Immobilienfirma Pensimo besitzt einen Sechstel der rund 700 Wohnungen im Klotener Quartier Hohrainli. Im Jahre 2012 überlegte sich der Immobilienbesitzer, wie die Siedlung vor der baulichen wie auch sozialen Abwärtsspirale gerettet werden könnte. Daraus entstand zuerst das ZHAW-Projekt «Partizipative Vorgehensweisen für die Aufwertung und Umgestaltung von Innen- und Aussenräumen der Siedlung Hohrainli in Kloten». In diesem Projekt gingen die ZHAW-Forschenden unter anderem der Frage nach, was Grünräume für ältere Menschen beitragen können. Zwischen 2015 und 2017 erstellten zwei Planungsbüros zusammen mit Landschaftsarchitekten eine Studie zur Weiterentwicklung des Quartiers. Die Stadt Kloten und Pensimo entwickeln diese Studie unter Mitarbeit der ZHAW aktuell weiter mit einem Sozialen Quartierentwicklungskonzept (SQEK). Dieses ist zwar noch nicht verbindlich für öffentliche Planungsträger (behördenverbindlich), aber die Stadt Kloten und der Kanton Zürich möchten dem Thema auch aus raumplanerischer Sicht mehr Gewicht geben. Gerade der Kanton Zürich sei sehr interessiert an den Entwicklungen im Hohrainli und betrachte das Ganze als Pilotprojekt, erklärt der Klotener Raumplaner Andreas Stoll. Im Kanton stünden in nächster Zeit viele Entwicklungen von Quartieren aus den fünfziger bis siebziger Jahren an. Um diese Sanierungen und Verdichtungen nicht nur planerisch, sondern auch sozialverträglich zu ermöglichen, sei der Kanton auf Expertisen wie jene der ZHAW angewiesen. Abraham Gillis

Der ewige Kampf zwischen Mensch und Maschine

«Ich will deine Kleider, deine Stiefel und dein Motorrad!» So be­grüsst der Terminator im zweiten Teil der Filmreihe einen Hillbilly in einer Bar. Sein Opfer hat er gezielt nach errechneten Körpermassen ausgesucht. Kühle, gefühllose Computer in der Gestalt von menschlichen Wesen, so wird Künstliche Intelligenz oder KI in Filmen oft dargestellt. Obwohl sich später im Film herausstellt, dass der von Arnold Schwarzenegger gespiel­te Terminator eigentlich der guten Sache dient, bleibt er eine gefühllose Maschine in einem mensch­lichen Körper. Aber warum nur? Warum dieser negative Fokus? Dafür gibt es zwei Hauptgründe. Der erste hat mit der Darstellungsform von Filmen zu tun. Wie die Literatur und vor allem das Theater braucht auch der Film einen zentralen Konflikt. «Eine rein positive Zukunft lässt sich nicht spannend erzählen», erklärt der Filmwissenschaftler Simon Spiegel von der Universität Zürich. Darum werden zukünftige Welten im Science-Fiction-Film meist als kahle Landschaften mit zerstörten Städten dargestellt – sogenannte Dystopien –, in denen Maschinen die Macht ergriffen haben. Der zweite Grund für das negative Image von KI in Science-Fic­tion-Filmen ist ein kulturgeschichtlicher. Es geht dabei um ein altes Tabu. Das Tabu des Menschen als Schöpfer. «Die Erschaffung künstlicher Wesen ist kulturgeschichtlich eine sehr alte Idee», erklärt Spiegel. Vom Mittelalter mit dem aus Lehm geformten Golem über den künstlichen Menschen Homunculus, der auch in Goethes «Faust II» auftaucht, bis zu Frankensteins Mons­ter. Dieses Motiv sei praktisch immer negativ besetzt, da sich der Mensch damit etwas anmasse, das nur Gott zustehe, erklärt der Filmwissenschaftler. Dieser Tabubruch schwinge bis heute in vielen Science-Fiction-Filmen mit, auch wenn der religiöse Kontext nicht mehr direkt gegeben sei. Wenn KI in Science-Fiction-­Fil­men einmal positiv dargestellt wird, dann spielt sie meist eine Nebenrolle. Ein frühes Beispiel ist Robby the Robot im Film «Forbidden Planet» aus dem Jahre 1956. Dieser niedliche Roboter – der Nahrung herstellen kann und jede erdenkliche Sprache beherrscht – ist ein lustiges Spielzeug, das wenig Einfluss auf die Haupthandlung hat. Auch in «Star Trek The Next Generation» gibt es einen Androiden namens Data, der selten Probleme macht. Ein weiteres Beispiel sind der rollende R2-D2 und sein goldener, menschenähnlicher Roboterkollege, die das «Star Wars»-Universum von George Lucas bevölkern und zuweilen fast so etwas wie ein Komikerduo bilden. Filmgeschichtlich kann KI – oder je nach Definition auch der Roboter – in Science-Fiction-Filmen grob in drei Phasen eingeteilt werden. «Diese lösen sich nicht ab, sondern kommen als neue Spielarten dazu», erklärt Spiegel. Es gibt eine erste Phase in den Fünfzigern, in denen die Roboter noch klar als Roboter erkennbar sind. «Das sind eigentliche Werkzeuge ohne eigenes Bewusstsein», so Spiegel. Dazu gehört sicher Robby the Robot, der eher wie eine wandelnde Jukebox als ein menschliches Wesen aussieht. Laut Spiegel tauchen in einer zweiten Phase ab Mitte der sechziger Jahre Roboter auf, die in ihrem Verhalten menschenähnlicher werden. Dazu gehören Filme wie «2001: A Space Odyssey», in dem der Bordcomputer HAL 9000 aus eigenem Antrieb die Besatzung seines Raumschiffs auslöschen will. Roboter werden auch äusserlich menschenähnlicher. Im Spielfilm «Westworld», der als Vorlage für die aktuell erfolgreiche Netflix-Serie diente, macht ein fehlerhafter Revolverheld, gespielt von Yul Brynner, in einem Vergnügungspark Jagd auf Menschen. In diesen Filmen beginnen Roboter, etwas aus eigenem Antrieb zu tun, auch wenn die Motive nicht immer klar sind. «So etwas wie ein eigenes Bewusstsein ist dabei aber meist noch nicht zu erkennen», erklärt Spiegel. In diese Tradition gehört auch der Terminator. Denn dieser ist – obwohl in einer menschlichen Gestalt – im Grunde genommen ein Werkzeug ohne eigenen Willen. Den Beginn der dritten und aktuellsten Entwicklung markiert der Film «Blade Runner» mit Harrison Ford aus dem Jahr 1982, der auf dem Science-Fiction-Klassiker «Träumen Androiden von elektrischen Schafen?» von Philip K. Dick basiert. Der Film handelt von künstlichen Menschen – sogenannten Replikanten – und ihrem Freiheitskampf. Die Frage der neueren Filme ist immer: Was macht Menschsein aus? Sind nicht Maschinen eigentlich die menschlicheren Wesen? «Ex Machina» aus dem Jahre 2014 zum Beispiel ist so etwas wie eine Versuchsanordnung, wie wir Künstliche von menschlicher Intelligenz unterscheiden können. Ein junger Programmierer soll in einer Art Turing-Test herausfinden, ob die Maschine Ava ein dem Menschen gleichwertiges Denkvermögen hat. Besonders in dieser neueren Generation von Filmen wie «Ex Machina» geht es sehr viel mehr darum, was es heisst, ein Mensch zu sein, als darum, was KI eigentlich ist. Letztlich hat Künstliche Intelligenz, wie sie im Film dargestellt wird, oft wenig mit dem zu tun, was Forschende oder Informatiker darunter verstehen. «Computerwissenschaftler sind weit davon entfernt, so etwas wie Bewusstsein zu ermöglichen», sagt Spiegel. Im Film «Ex Machina» präsentiert der Protagonist ein biotechnologisch nachgebautes Hirn, das etwas grösser ist als eine Orange. Aktuelle Supercomputer, die weit davon entfernt sind ein Bewusstsein auch nur simulieren zu können, füllen heute noch Häuser. Auch in der Literatur wird das Thema KI auf ganz unterschiedliche Weise inszeniert. Ian McEwans aktueller Roman «Maschinen wie ich» spielt in einer Welt, in der es weit entwickelte Roboter gibt. Diese haben den Menschen fast alles voraus: Sie sind klüger, schneller, stärker. Nur die Unfähigkeit, mit moralischen Widersprüchen umzugehen, bringt die Roboter im Roman dazu, sich reihenweise selber abzuschalten. Es ist zu viel für das künstliche Bewusstsein, dem Menschen zusehen zu müssen, wie er seine eigene Lebensgrundlage durch Ressourcenverbrauch zerstört. Es geht also auch in dieser Fiktion nicht eigentlich um Künstliche Intelligenz, sondern um die Frage, was Menschsein denn ausmacht. Abraham Gillis

Ingenieurstudium trotz Tetraplegie

Samuel hat etwas geschafft, das eigentlich unmöglich ist. Der vom Hals abwärts gelähmte junge Mann hat ein Studium abgeschlossen, das zu einem grossen Teil aus praktischer Laborarbeit besteht. Das Unmögliche möglich gemacht haben Samuels Wille, technische Hilfsmittel und der unermüdliche Einsatz seiner Dozierenden. Sie ersetzten praktische Arbeiten durch theoretische und organisierten schriftliche Prüfungen zu mündlichen um. Höchstes Gebot bei all diesen Anpassungen war, das Niveau des Studiums unter keinen Umständen zu senken. «Uns war wichtig, dass Samuels Studium die gleiche Qualität hat wie das seiner Mitstudierenden, dass er ein gleichwertiges Diplom erhält», erklärt Thomas Wenzler, Studienleiter Maschinentechnik an der ZHAW School of Engineering. Der einschneidende Unfall geschah 2014 in der Limmat-Badeanstalt Oberer Letten in Zürich. Samuel rutschte auf dem Steg aus und fiel im Wasser auf ein Betonelement. Nach zwei Tagen erwachte er im Spital und war vom Hals abwärts gelähmt. Er stand damals im zweiten von drei Jahren seines Bachelors in Material- und Verfahrenstechnik. Für viele wäre das ein Grund gewesen, das Studium aufzugeben. Nicht aber für Samuel: «Ich habe immer versucht vorwärtszuschauen. Und das Studium hat mir auch etwas gegeben.» Es habe ihn dazu gezwungen, unter die Leute zu gehen und nicht zu Hause zu vereinsamen. «Wir mussten umdenken und uns überlegen, wie wir Themen so umformulieren können, dass sie mehr auf der kognitiven Ebene lösbar sind.» Studienleiter Thomas Wenzler Die grössten Hürden, die Samuel für sein Ingenieurstudium überwinden musste, waren physischer Natur. «Labore sind für Menschen ohne Behinderung gebaut – von der Tischhöhe über die Bedienung der Maschinen bis zur Einhaltung der Sicherheitsvorschriften», erklärt Wenzler. Samuel sei durch seinen Unfall plötzlich von einem Grossteil der Experimente ausgeschlossen gewesen. «Wir mussten umdenken und uns überlegen, wie wir Themen so umformulieren können, dass sie mehr auf der kognitiven Ebene lösbar sind.» Samuels Dozenten legten dazu mehr Gewicht auf Dinge wie das Literaturstudium oder Modellierungsansätze statt auf Versuche. Dinge, bei denen der Student wirklich nur Kopf, Tastatur und Computer brauchte. Für diese Anpassungen habe es die Zusammenarbeit aller Beteiligter gebraucht, erklärt Wenzler. Dank technischer Hilfsmittel kann Samuel über verschiedene Kanäle kommunizieren. Mithilfe einer Hand, die er teilweise bewegen kann, bedient er über den Rollstuhl einen Computer. Die Maustasten steuert er mit dem Kopf. Zum Schreiben verwendet Samuel eine Kombination aus klickbarer Tastatur auf dem Bildschirm und Spracherkennungsprogrammen. Klar bedeute das für ihn einen grösseren Aufwand, erklärt der angehende Ingenieur. Er hat zum Beispiel für das Schreiben einer Arbeit etwa eineinhalb- bis zweimal so lang wie seine Studienkolleginnen und -kollegen, schätzt er. Doch Samuel sieht das auch als Chance: «Auf der anderen Seite hat die Spracherkennung auch Vorteile, zum Beispiel wenn man beim Schreiben mit seinen Gedanken gerade im Flow ist.» Fakt ist, dass die technische Entwicklung Samuel in die Hände gespielt hat. Noch vor zehn Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass ein Tetraplegiker ein Ingenieurstudium abschliesst. «Im Labor anwesend zu sein, war wichtig für mich. Ich sah, wie man mit den Geräten umgeht, konnte mitdenken und auch den Schlussbericht verfassen.» Samuel Abgesehen von den technischen Möglichkeiten waren es auch die Dozierenden, die das Unmögliche möglich gemacht haben. Einer von ihnen war quasi der Mann der Stunde, um schnell eine Lösung zu finden, damit Samuel weiterstudieren konnte: Arnd Jung. «Wir mussten aus jahre- und sogar jahrzehntelanger Tradition ausbrechen und völlig neue Wege beschreiten», erklärt der Dozent für Werkstofftechnik. Die grösste organisatorische Herausforderung war laut Jung die Umstellung der Prüfungen auf mündliche Formen. Erstens mussten alle Dozierenden einbezogen werden, weil alle Prüfungen betroffen waren. Zweitens mussten Fragen um- oder neuformuliert und jeweils ein zusätzlicher Dozierender einbezogen werden, der etwas von der Materie verstand. «Uns war wichtig, dass wir den ganzen relevanten Stoff vermitteln konnten», erklärt Thomas Wenzler. «Auch die Bachelorarbeit hat Samuel verfasst.» Klar habe es gewisse Gebiete gegeben, die wir Samuel nicht eins zu eins vermitteln konnten, zum Beispiel die Durchführung von Versuchen. Das hielt Samuel aber nicht davon ab, meist auch im Labor anwesend zu sein: «Das war wichtig für mich. Ich sah, wie man mit den Geräten umgeht, konnte mitdenken und auch den Schlussbericht verfassen.» Aber nicht nur die Dozierenden halfen mit, sondern auch Samuels Studienkolleginnen und -kollegen. «Es hat zum Beispiel einen Whats-App-Klassenchat gegeben für den Fall, dass ich kurzfristig Hilfe brauchte», erklärt Samuel. «Doch die Hilfe, die ich während des Studiums benötigte, habe ich auf ein Minimum beschränkt: mal ein Glas zum Trinken geben, in der Mensa beim Essen helfen oder in den Vorlesungen Notizen nehmen lassen.» Eigentlich hätte Samuel für sein Studium Anspruch auf eine bezahlte studentische Assistenz gehabt. Doch weil seine Mitstudierenden ihn von Anfang an unterstützten und er so selbstständig wie möglich sein wollte, war das gar nicht nötig. Im Hintergrund haben verschiedene Stellen innerhalb und ausserhalb der ZHAW diese Sonderleistung möglich gemacht. Dazu setzten sich Spezialistinnen und Spezialisten aus der Rehabilitation, Ansprechpersonen der IV-Beratung, die Stabsstelle Diversity der ZHAW sowie Thomas Wenzler und Arnd Jung vom Studiengang an einen Tisch. Doch ohne Samuels Durchhaltewillen wäre das Ganze nicht möglich gewesen. Arnd Jung bezeichnet das, was Samuel geschafft hat, denn auch als «Metamorphose»: «Das Studium der Material- und Verfahrenstechnik ist sehr experimentierlastig. Der Wechsel, den Samuel vollzogen hat, ist extrem gravierend.» Doch eine Frage bleibt: Wird Samuel überhaupt jemals als Ingenieur arbeiten können? Um es gleich vorwegzunehmen: Die Antwort lautet Ja. «Ich habe mit der Bachelorarbeit die Chance bekommen, mit dem Programmieren einmal in einen anderen Bereich zu schauen», erklärt Samuel. Er könne sich gut vorstellen, in diesem auch für Ingenieure immer wichtigeren Umfeld später einmal tätig zu sein. Auch habe er während des Studiums ein Netzwerk aufbauen können, das ihm bei seiner Jobsuche helfen werde. Zudem ist er daran, sich weiterzubilden. Eines hat sich seit dem Unfall nicht verändert: Samuel beschreitet weiterhin neue Wege und unternimmt alles, um das Unmögliche möglich zu machen. Abraham Gillis

Arbeiten mit 50 Plus: Abstellgleis oder neue Wege?

Vor ihrer akademischen Laufbahn war Claudia Sidler-Brand lange Jahre für einen grossen Finanzdienstleister und in der Beratung tätig. Was die heutige Dozentin und Projektleiterin dort erlebte, hat sie nachhaltig geprägt. Ein jüngerer Arbeitnehmer ersetzte einen älteren. Anstatt dass dieser seine umfangreichen Kompetenzen weiterhin für die Firma nutzen konnte, landete er auf dem Abstellgleis. Er sass fortan in seinem Kämmerchen und las Zeitung – bis zu seiner Pensionierung. Dieses Erlebnis hat die weitere Arbeit der Soziologin und Politikwissenschaftlerin massgeblich geprägt. Heute forscht sie zu Berufskarrieren, die sich im Zuge der Digitalisierung und der Alterung der Bevölkerung stark verändern. Aktuell untersucht sie Hürden neuer Karrieremodelle für älterer Arbeitnehmende im Rahmen des ZHAW-Forschungsschwerpunktes «Gesellschaftliche Integration». Ein Begriff, der im Zusammenhang mit neuen Karrieremodellen für ältere Arbeitnehmende oft fällt, ist «Bogenkarriere». Unter diesen Sammelbegriff fallen verschiedene flexible Karrieremodelle, wie zum Beispiel die Abgabe von Verantwortung und Führungsaufgaben oder der Wechsel zu Projektarbeit. Laut der Studie von Sidler-Brand und ihren Kollegen bieten 60 Prozent der befragten Unternehmen solche Modelle an. «Mich hat das immense Angebot überrascht», sagt Sidler-Brand. Genutzt wird es aber in einem bedeutend geringeren Ausmass (nur von 30 Prozent der Befragten). «Der Grund dafür ist, dass die Arbeitnehmenden die Haltung des Unternehmens hinter diesen Angeboten nicht spüren», erklärt Sidler-Brand. Geht es dem Unternehmen um Kosteneinsparung, Umstrukturierung oder Entlastung der Mitarbeitenden – oder gar darum, sie bis über das Pensionsalter hinaus zu beschäftigen? In den Umfragen kam heraus, dass ältere Arbeitnehmende Bogenkarrieren mehrheitlich mit einem Abstellgleis konnotieren. Sie sehen einen verstecken Kostenabbau dahinter. Es fehle oft ein durchdachtes und transparentes Konzept für ältere Arbeitnehmende, so Sidler-Brand. «Ältere Menschen haben ein unglaubliches Erfahrungswissen, das sich nicht in Zertifikaten wie CAS oder Master widerspiegelt. » Claudia Sidler-Brand Bei der Untersuchung handelt es sich um ein interdisziplinäres Projekt. Beteiligt sind das Zentrum für Sozialrecht, unter der Leitung von Philipp Egli, und das Zentrum für Human Capital Management, wo Claudia Sidler-Brand tätig ist. Die Forschenden haben in einem ersten Schritt branchenübergreifend rund 300 Personalexperten zu Beschäftigungsmodellen für ältere Arbeitnehmende befragt. In einem zweiten Schritt führten sie explorative Interviews durch mit Führungskräften, älteren Mitarbeitenden und Personalexperten. Claudia Sidler-Brand ist überzeugt, dass ein Umdenken stattfinden muss. «Ältere Menschen haben ein unglaubliches Erfahrungswissen, das sich nicht in Zertifikaten wie CAS oder Master widerspiegelt. Gerade in einer so schnelllebigen digitalisierten Welt sollten wir dieses Potenzial nutzen.» Das Tempo und der Arbeitsrhythmus seien nicht gleich wie bei einem 20-Jährigen, sagt Sidler-Brand. Dafür sei aber die Erfahrung umso grösser. Ein weiteres Problem sei, dass der Unterschied zwischen Jung und Alt momentan noch zu stark durch die eigentlich gut gemeinten sozialen Sicherungssysteme zementiert werde. Darum wollen sich die Wissenschaftler rund um Claudia Sidler-Brand im nächsten Teil der Forschung auf den Einfluss der beruflichen Vorsorge auf die Situation der älteren Arbeitnehmenden konzentrieren. Abraham Gillis

Zwischen Sozial- und Naturwissenschaften

Auf dem Stundenplan des Moduls «Biodiversität im Siedlungsraum» stehen für angehende Umweltingenieurinnen und -ingenieure neben klassisch naturwissenschaftlichen Themen auch eher exotisch anmutende Begriffe wie Wahrnehmung, Kommunikation, Marketing oder Betriebswirtschaft. Darauf reagieren viele Umweltstudierende zunächst skeptisch. Doch diese Reaktion und anfängliche Desorientierung gehören zum Konzept des von der Dozentin Nathalie Baumann entwickelten Moduls. Studierende sollen sich bewusst mit anderen wissenschaftlichen Vorgehensweisen und Denkmustern auseinandersetzen. Denn gerade im Bereich Förderung der Biodiversität müssen laut Baumann verschiedene Perspektiven zusammenspielen. Unterstützung hat sich die Dozentin des Departements Life Sciences und Facility Management deshalb von extern geholt, und zwar von Sandra Wilhelm. Wilhelm ist Expertin für Transformatives Lernen und Nachhaltige Entwicklung von «anders kompetent», das didaktische Konzepte auch im Hochschulbereich anbietet. Für ihre Pionierarbeit im Bereich transformatives Lernen hat Stadtökologin Baumann nun den diesjährigen ZHAW-Lehrpreis und den «Credit Suisse Award for Best Teaching» erhalten. Herzstück des preisgekrönten Moduls ist ein konkretes Biodiversitäts-Projekt , welches auch als Abschlussarbeit gilt. Eine dieser Arbeiten verbindet beispielsweise Urban Gardening und Dachbegrünung für die alte Brauerei Warteck in Basel. Während dieser Projekte werden die an naturwissenschaftliche Vorgehensweisen gewöhnten Studierenden ganz konkret mit sozialwissenschaftlichen Fragen konfrontiert. Sie haben es plötzlich mit dem Widerstand der Hausbesitzerin, des Hauswarts oder der Anwohnenden zu tun und müssen ihr Projekt erklären und sie dafür gewinnen. «Aus diesem Grund lassen wir die Studierenden neben einer Analyse der Biodiversität auch eine Akteursanalyse machen», erklärt Sandra Wilhelm. Studierende müssen sich an neue Fragestellungen gewöhnen: Wie hole ich verschiedenen Akteure an Bord? Was versteht mein Gegenüber unter Natur? Wie kann ich sie oder ihn zu Veränderungen motivieren? «Solche Fragen müssen berücksichtig werden, denn die wunderbarsten Konzepte funktionieren nicht, wenn sie nicht akzeptiert werden», erklärt Baumann. Der diesjährige ZHAW-Lehrpreis wurde für «Transformationen in der Lehre» vergeben. In ihrem Modul streben die beiden Dozierenden eine Transformation einerseits bei den Studierenden in ihrem Denken, aber auch eine Transformation in der Gesellschaft an. «Wir haben in unserem Modul versucht, die Studierenden als Change Agents zu befähigen, also sozusagen als Begleiter des Wandels in Nachhaltigkeitsprojekten», erzählt Wilhelm. Doch wie kamen die beiden Dozierenden auf die Idee, neben Naturwissenschaften auch Sozialwissenschaften in ihren Unterricht einzubauen? Das sei eine lang gehegte Vision, erzählt Nathalie Baumann. «Mit Biologie, Biogeografie, Stadtökologie und Ethnologie habe ich schon im Studium den Spagat zwischen den Disziplinen gemacht.» Auch die Studienfächer von Sandra Wilhelm tönen nicht gerade alltäglich: Pädagogik, Umweltwissenschaften und Umweltpsychologie. «Wir fühlen uns beide an den Rändern wohl», erklärt Baumann. Ihr sei bewusst, dass in ihrem Modul viele Studierende das erste Mal mit neuen Wissensformen konfrontiert werden. Und sie meint schmunzelnd. «Wir versuchen aber die Konfrontation mit anderen Denkweisen und den Umgang mit Veränderungsprozessen möglichst offen zu gestalten.» Laut Bundesamt für Umwelt ist Biodiversität die Vielfalt des Lebens auf den Ebenen der Lebensräume (Ökosysteme), der Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroorganismen) und der genetischen Vielfalt. Die reiche Biodiversität der Schweiz ist das Ergebnis naturräumlicher Vielfalt (Höhenunterschiede, klimatische Gegensätze, Verschiedenartigkeit der Böden) einerseits und menschlicher Einflüsse andererseits. Im Siedlungsraum übertrifft die Artenvielfalt sogar oft diejenige des Umlandes. Die Artenvielfalt ist in Gefahr. Hauptursache für das Verschwinden von Arten auf der ganzen Welt ist der Verlust von Lebensräumen. Der Bundesrat hat 2017 im Rahmen der nationalen «Strategie Biodiversität Schweiz», den «Aktionsplan Biodiversität» beschlossen. Das Hauptziel dieses Aktionsplans ist es, die Biodiversität und ihre Ökosystemleistungen langfristig zu erhalten. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss aber noch viel geschehen. Auch international wird das Problem erkannt. 193 Staaten haben die UN-Konvention zur biologischen Vielfalt unterzeichnet. Darin rufen die Vereinten Nationen die Weltöffentlichkeit auf, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Abraham Gillis

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