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Eine Drohne, Tracking und digitale Übersetzung

Drohnen bieten eine neue Möglichkeit, Luftqualität zu messen. Mit Sensoren ausgestattet, helfen sie etwa bei der Überwachung von Industrieanlagen; sie können austretendes Gas frühzeitig erkennen und Lecks lokalisieren. Sie eignen sich aber auch dafür, geologische Phänomene wie Vulkane zu untersuchen. «Die Luftqualität lässt sich noch lokaler und damit genauer erfassen», sagt Alexander Mistretta, der am Departement für Life Sciences und Facility Management Chemie studiert hat. Er hat eine Drohne, die bis zu 5 Kilogramm tragen kann, mit einer Sensorbox ausgerüstet. Ursprünglich wollte er diese oberhalb der Rotorblätter anbringen. «Die ungewollte Luftvermischung durch die Drohne wäre so am geringsten ausgefallen», erzählt er. Durch die oberhalb des Schwerpunkts befestigte Last wurde das Flugobjekt allerdings unkontrollierbar. Es driftete in eine Richtung ab. Mistretta entschied sich für eine Montage auf der Unterseite. Seine Entwicklung ist in der Lage, auf Anweisung Luft anzusaugen sowie Konzentrationen von Feinstaub, Kohlenstoffdioxid (CO₂), Ozon (O₃), Stickstoffdioxid (NO₂) und Stickstoffmonoxid (NO) festzustellen. Die Resultate übermittelt sie über einen Funksender an einen am Boden platzierten Computer, der sie grafisch aufbereitet. Alexander Mistretta hat die Analyseplattform in einem Versuch überprüft. Er hat sie über ein offenes Feld fliegen lassen, auf dem er zuvor ein Feuer entfacht hatte. Durch die Auswertung der gemessenen Partikelkonzentrationen konnte er den Brandplatz lokalisieren. «Das System als Ganzes funktioniert», stellt er zufrieden fest. Es könnte unter anderem dafür genutzt werden, um die Einhaltung der Luftimmissionswerte zu überwachen. Der ZHAW-Absolvent schlägt dafür aber noch Verbesserungen vor. So würden schneller ansprechende Sensoren die Messungen optimieren. Digitale Übersetzungshilfen, die im Internet gratis zur Verfügung stehen, sind in den letzten Jahren markant besser geworden. «Ich bin immer wieder gefragt worden, ob es uns überhaupt noch braucht», sagt Lea Merki, die am Departement Angewandte Linguistik «Professionelle Übersetzung» studiert hat. «Was müssen wir können, um uns abzuheben?», habe sie sich daher gefragt. In einem Experiment hat sie je fünf Masterstudierende, Fachexperten und Fachfremde gebeten, den Jahresbericht 2018 von Givaudan zu bearbeiten. In einem ersten Schritt legte sie den Teilnehmenden die von DeepL übersetzte Version, in einem zweiten zusätzlich den Ursprungstext vor. Sie stellte unter anderem fest, dass die Studierenden die Aufgabe mit einer kritischeren Haltung angingen und am stärksten eingriffen ‒ dies jedoch nicht zwingend zu besseren Resultaten führte. «Entscheidend sind das Sprachverständnis und was man letztlich mit einem Text macht», sagt die ZHAW-Absolventin. Wer post-editiert, sollte ihren Ausführungen nach über folgende Kompetenzen verfügen: Er muss fähig sein, problematische Stellen und versteckte Fehler zu erkennen. Er braucht vertiefte Kenntnisse der jeweiligen Sprachen, Kulturen sowie lokaler Besonderheiten. «Die Maschine bleibt nahe an dem, was sie erhält», sagt Lea Merki. Sie behalte beispielsweise Satzstellungen bei. Professionelle Übersetzer brächten hingegen «ein Gespür für das Natürliche mit». Sie gäben sich mit einem Text tendenziell weniger rasch zufrieden als Laien. «Erst wenn man sich sprachliche Aspekte im Detail anschaut, sieht man Schwächen.» Merki ist überzeugt, dass ihr Berufsstand weiterhin gefragt sein wird. Dem Post-Editing müsse in der Ausbildung allerdings mehr Beachtung geschenkt werden. Tracking-Technologien werden immer besser und zunehmend genutzt. Gerade bei Anwendungen in der Virtual Reality (VR) ist es notwendig, ein Objekt präzise in einem Raum zu lokalisieren. Nicht nur in Computerspielen, sondern auch im industriellen Umfeld bietet das Verfahren Vorteile. So können neue Entwicklungen getestet werden, bevor sie gebaut werden. Die Tracking-Systeme, die zurzeit kommerziell vertrieben werden, sind allerdings teuer. Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit haben Felix Baumann und Jonas Schönenberger daher eines dieser Produkte genauer unter die Lupe genommen: Sie haben die SteamVR-Tracking Technologie von Valve erforscht. Diese ist in erster Linie für den Einsatz mit VR-Brillen entwickelt worden. Sie arbeitet mit Infrarotlasern, die von zwei Lighthouses ausgestrahlt werden; sie misst den Winkel, mit dem die Strahlen auf das Objekt auftreffen. So kann sie dessen Position und Orientierung millimetergenau bestimmen. «Wir haben festgestellt, dass einige Signale nicht sauber übertragen werden», antwortet Felix Baumann auf die Fragen nach der grössten Herausforderung, die es zu meistern galt. Die beiden Elektrotechniker haben viel Zeit aufgewendet, um einen Algorithmus zu entwickeln. Mit diesem ist es ihnen schliesslich gelungen, die Codes zu analysieren und zu decodieren. «Unsere Entwicklung funktioniert», stellen die Absolventen der School of Engineering zufrieden fest. Die Ergebnisse des sogenannten Reverse Engineering, wie man das Erforschen oder Aufschlüsseln einer bestehenden Technologie nennt, können in künftigen Forschungsprojekten genutzt werden. «Es gibt viele Möglichkeiten, dieses Wissen einzusetzen», sagt Felix Baumann. «Überall dort, wo Objekte im Raum lokalisiert werden sollen.» Eveline Rutz

Für mehr Biodiversität, Kontakte und Selbstvertrauen

Der Gedanke der Nachhaltigkeit ist in der Baubranche angekommen. Ökologische Materialien und eine gute Energieeffizienz haben an Bedeutung gewonnen. Um die durch den Klimawandel zunehmende Hitze zu reduzieren, werden Fassaden und Dächer begrünt. «Die Biodiversität wird aber noch zu oft vernachlässigt», sagt Edmée Perritaz, die den Studiengang Umweltingenieurwesen absolviert hat. So bestehe die Gefahr, dass einzelne Pflanzen- und Tierarten häufig berücksichtigt würden, andere jedoch vergessen gingen. «Vielen Verantwortlichen fehlt das Wissen, wie man biodivers bauen und beispielsweise Tierfallen vermeiden kann», ergänzt Brenda Durrer. Leider sei es noch nicht üblich, sich diesbezüglich beraten zu lassen. Die Bachelorabsolventinnen zeigen auf, wie eine Gebäudehülle aus Ziegelsteinen strukturiert und artenreich bepflanzt werden kann, ohne dabei das Design ausser Acht zu lassen. Für ein Einfamilienhaus in Gattikon (ZH) empfehlen sie ‒ nach einer eingehenden Standortanalyse ‒ Gewächse der Lebensräume «Mesophiler Krautsaum», «Trockenwarmer Mauerflur» und «Waldmeister-Buchenwald». In der Fassade sehen sie Nistplätze für den Gartenrotschwanz und die Mehlschwalbe sowie Nischen für das Grosse Mausohr vor. Mit weiteren ausgesetzten Passagen möchten sie zudem Raum für die Maskenbienen und die Zauneidechse schaffen. Im naturnahen Garten soll sich der Europäische Igel wohlfühlen. «Die Fassade ist modulartig aufgebaut», erklären sie. Die einzelnen Elemente könnten flexibel kombiniert und auch in andere Bauten integriert werden. Ist ein biodiverses Projekt umgesetzt, sollte regelmässig überprüft werden, ob die angestrebte Vielfalt tatsächlich erreicht wird. Vor Publikum zu sprechen, macht viele Menschen nervös. Sie befürchten, sich zu blamieren und negativ bewertet zu werden. Einige haben im Vorfeld Lampenfieber und spüren dies auch körperlich: Sie schwitzen, haben Herzrasen oder leiden unter Kopfschmerzen. Während des Auftritts lassen sie sich von tuschelnden Zuhörern oder kritischen Fragen verunsichern. Sie sind permanent angespannt. «Besonders hoch ist das Stresslevel bei Interaktionen mit der Umwelt», sagt Roberto Coviello. Der Bachelorabsolvent hat Testpersonen virtuell in eine Vortragssituation eintauchen und verschiedene Aufgaben lösen lassen. Mit einem Brustband hat er dabei ihre Herzfrequenz erhoben. «Virtual-Reality-Anwendungen können dabei helfen, Sprechangst zu reduzieren», sagt er. Sie ermöglichten es, beängstigende Situationen in einem sicheren Rahmen anzugehen, mehrfach zu üben und auf dem Erreichten aufzubauen. Für den Lernerfolg entscheidend ist seinen Ausführungen nach die Bildqualität einer VR-Applikation. Das Publikum und die Räumlichkeiten sollten möglichst realistisch dargestellt sein. Die Personen sollten beispielsweise eine lebensnahe Mimik zeigen, Augenkontakt herstellen können und natürlich gestikulieren. Sie sollten individuell designt und animiert sein, damit der Eindruck einer lebenden Menschenmenge entsteht. Realitätsnähe führt nicht nur zu einer erhöhten Immersion, also dazu, dass sich die Trainierenden stark aufs virtuelle Geschehen einlassen. Sie verbessert zudem die Übertragung der erworbenen Fähigkeiten in die Praxis. «Da besteht noch grosses Potenzial», sagt Coviello. Die Frage nach dem Befinden, ein Kommentar zum Wetter oder ein Lob für den schönen Garten: Nachbarschaftliche Beziehungen müssen nicht besonders tief sein, um im Alter wertvoll zu werden. «Selbst flüchtige Kontakte können mehr Gewicht haben, als man gemeinhin denkt», sagt Anita Schneeberger, welche sich mit dem Thema «Nachbarschaft als Ressource» befasst hat. Nimmt die Mobilität einer Person ab, wird das unmittelbare Umfeld wichtiger. Nachbarn leisten praktische Hilfe, unterstützen emotional, geben Wissenswertes aus dem Quartier weiter und verknüpfen unterschiedliche soziale Gruppen miteinander. Sie tun dies in der Regel informell, freiwillig und kostenlos. Sie tragen damit unter Umständen dazu bei, dass jemand länger in den eigenen vier Wänden wohnen kann. «Die eher peripheren Beziehungen werden von älteren Menschen leider tendenziell ausselektioniert», sagt die Autorin. Dies könne zur Folge haben, dass Betroffene weniger gut informiert und vernetzt seien. Hier kann die Gemeinwesenarbeit anknüpfen: Sie kann Begegnungsräume schaffen, generationenübergreifende Veranstaltungen durchführen und insbesondere auf Seniorinnen und Senioren zugehen, denen familiäre Bezugspersonen fehlen. «Es gibt bereits zahlreiche gute Initiativen in diesem Bereich», sagt Anita Schneeberger und erwähnt als Beispiel nachbarschaftliche Projekte, die mit Zeitgutschriften arbeiten. Oft seien sie einfach noch zu wenig bekannt. Potenzial, den nachbarschaftlichen Austausch zu fördern, sieht sie unter anderem bei Neubauten und der Gestaltung des öffentlichen Raums. «Die Verantwortlichen sollten sich jeweils von Anfang an überlegen, wie Raum für ältere Menschen geschaffen werden kann.» Eveline Rutz

Von Fussballern, Bürogestaltung und Vorurteilen

Wie ein Büro eingerichtet ist, ob man einander sieht und sich zufällig trifft, wirkt sich auf die Arbeitskultur einer Firma aus. «Die Gestaltung beeinflusst das Wohlbefinden der einzelnen Mitarbeitenden», sagt Alyssa Riebli, die am Departement für Life Sciences und Facility Management studiert hat. Sie hat den Einfluss dreier Design Features auf die Clan-Arbeitskultur untersucht und validiert. «Diese Kultur ist am zukunftweisendsten. Viele Firmen streben einen teamorientierten Umgang an, bei dem die Mitarbeiterentwicklung im Vordergrund steht.» Anhand von Interviews weist Riebli nach, dass Mitarbeitende, die einen visuellen Zugang zueinander haben, mehr miteinander kommunizieren. Sie müssen weniger Aufwand betreiben, um Projekte zu koordinieren und zu planen. Sie lenken einander aber auch ab, was zu Konflikten führen kann. «Change Management ist ein wichtiger Faktor», so die Autorin. Werden Mitarbeitende frühzeitig in eine Umstrukturierung oder in einen Umbau einbezogen, sind sie den Veränderungen gegenüber positiver eingestellt. Räumliche Nähe führt zu zufälligen Treffen und mehr Face-to-Face-Kommunikation. Die sozialen Beziehungen intensivieren sich und dehnen sich auf andere Abteilungen aus. Wird Home-Office betrieben, fällt dieser Vorteil allerdings weg. «Wegen Corona arbeiten gerade viele von zu Hause aus», sagt Alyssa Riebli. «Es wäre interessant, zu untersuchen, was sich bei den drei Design Features dadurch verändert.» Auch Arbeitsplatzgleichheit wird positiv wahrgenommen. Sind alle Arbeitsplätze hierarchieunabhängig identisch möbliert, kommen sich Mitarbeitende weniger als Bittsteller vor. Durch die Kooperation steigen der Zusammenhalt und die Transparenz. Jeder Spieler trägt einen Tracker auf sich. Beschleunigungs- und GPS-Sensoren zeichnen seine Leistung auf. «Die Analyse persönlicher Daten gewinnt im Sport zunehmend an Bedeutung», sagt Micha Ruff, der an der ZHAW Wirtschaftsingenieurwesen studiert hat. Teams, aber auch Einzelsportler erhoffen sich davon kompetitive Vorteile. Sie nutzen die Erkenntnisse, um gezielter zu trainieren und Strategien für die Wettkämpfe zu entwickeln. Micha Ruff hat zehn Spiele einer Zweitliga-Mannschaft daraufhin analysiert, wie rasch und wie stark die Halbprofis ermüden. Die Daten hat er von der Firma Tracktics erhalten. «Sie aufzubereiten und mit dem Spielgeschehen in Verbindung zu bringen, war sehr aufwendig», berichtet er. Ein Fussballer ruft seine Leistung nicht gleichmässig ab; er ist immer wieder intervallmässig gefordert. Dies führt in den Erhebungen zu grossen Schwankungen. Der Bachelorabsolvent hat Funktionen entwickelt, um die Daten in unterschiedlichen Zeitschritten mit verschiedenen Quantilen zu visualisieren. Er kommt zum Schluss, dass es am aussagekräftigsten ist, die Mediane in Intervallen von 10 Minuten zu betrachten. Dabei wird deutlich, dass ein Fussballer gegen Ende eines Spiels nicht mehr so stark beschleunigt. An seiner Geschwindigkeit lässt sich hingegen keine Ermüdung ablesen. «Er braucht einfach länger, bis er diese erreicht – er ist weniger agil.» In einer Fallstudie hat Ruff zudem die zusammengefassten Leistungen der Mannschaft in den einzelnen Spielen analysiert und mit drei weiteren Matches verglichen. Er stellte fest, dass die Werte in den ersten 20 Minuten abnehmen, dann jedoch mehrheitlich konstant bleiben. «Die Spieler scheinen gut trainiert zu sein», sagt er. Prüfende Blicke, verletzende Bemerkungen und Freunde, die den Kontakt abbrechen: Das erleben Menschen, die sich nicht jenem Geschlecht zugehörig fühlen, mit dem sie geboren wurden. «Transmenschen bekommen in ihrem Alltag immer wieder zu spüren, dass sie von der gesellschaftlichen Norm abweichen», sagt Özlem Balci, die für ihre Abschlussarbeit mit vier Betroffenen gesprochen hat. Diese fühlen sich an gewissen Orten ausgeschlossen. Aus Scham meiden sie beispielsweise Schwimmbäder, Saunen oder WC-Anlagen. Sie fühlen sich bei der Stellensuche, aber auch auf politischer Ebene diskriminiert. So ist es in der Schweiz in der Regel nicht möglich, sich auf offiziellen Dokumenten keinem oder einem dritten Geschlecht zuzuordnen. Wer einen bestehenden Geschlechtseintrag ändern möchte, muss nachweisen, dass die körperliche Angleichung begonnen hat. Dass Transgender zurzeit noch als psychische Störung klassifiziert wird, empfinden die Befragten als diskriminierend. Erst ab 2022 wird es für ihr Erleben eine eigene Diagnose geben. Sie wird Gender Incongruence (Geschlechtsinkongruenz) lauten. «Transmenschen möchten – wie wir alle – akzeptiert und wertgeschätzt werden», sagt Özlem Balci, die den Studiengang «Gesundheitsförderung und Prävention» abgeschlossen hat. Das soziale Umfeld spiele dabei eine entscheidende Rolle; es wirke sich auf die psychische Gesundheit aus. Obwohl die Gesellschaft insgesamt offener geworden sei, brauche es weitere Sensibilisierungsmassnahmen, sagt die Autorin. Gerade das Gesundheitspersonal müsse in der Thematik besser geschult werden. Präventionskampagnen müssten Transmenschen stärker einbeziehen. Eveline Rutz

Von Tee, verliebten Therapeuten und Tabletten auf Knopfdruck

Der Pu-Erh-Tee wird in der chinesischen Medizin seit Jahrhunderten eingesetzt. Er soll unter anderem den Stoffwechsel anregen sowie das Immunsystem stärken. «Die beiden Sorten Scheng und Shou werden unterschiedlich fermentiert», erklärt Lebensmitteltechnologiestudentin Priscilla Laube. «Daraus ergeben sich drastische Aromaunterschiede.» Der Scheng wird unter natürlichen Bedingungen über Jahrzehnte veredelt. Das Resultat ist ein blumiges und fruchtiges Geruchsprofil. Der Shou wird hingegen beschleunigt fermentiert, was zu muffig-erdigen Geruchsqualitäten führt. Wie zahlreich und vielfältig die aromaaktiven Komponenten des koffeinhaltigen Tees sind, dokumentiert Priscilla Laube in ihrer Bachelorarbeit. «Ich musste erst lernen, wie man Aromen beschreibt», erzählt sie. «Was heisst würzig? Wie schmeckt blumig?» Ein Gerät half ihr dabei, ihren Geruchsinn zu schärfen. Mit sensorischen und instrumentell-analytischen Methoden fand sie schliesslich 53 Komponenten, welche für die Geruchsprofile der beiden Teesorten massgeblich verantwortlich sind. «Mir ist klar geworden, wie das typische Aroma zustande kommt.» Mit diesem Wissen möchte sie nun eine Analysemethode entwickeln, welche die Authentifizierung der beiden Teesorten ermöglicht. «Fälschungen kommen häufig vor, da der Tee sehr beliebt und entsprechend gesucht ist», sagt sie. Wer täglich mehrere Tabletten benötigt, verliert leicht den Überblick. Medikamente werden verwechselt, vergessen oder nicht in der verschriebenen Dosis eingenommen. Jonas Frei und Frederik Imhof haben sich der Problematik angenommen und einen Prototypen eines Automaten gebaut, der Anwender bei der korrekten Einnahme unterstützen könnte. Er lagert die benötigten Arzneien in der Originalverpackung, dem sogenannten Blister. Damit gewährleistet er einen optimalen Schutz der Präparate, bis diese eigenommen werden müssen. In einem speziellen Rahmen kann er bis zu sechs Blister mit unterschiedlich grossen und schweren Tabletten lagern. Soll er eine herausgeben, identifiziert er sie über eine Kamera und drückt sie mit Hilfe von Aktoren und Sensoren aus der Verpackung. «Es hat uns gereizt, ein potenziell markttaugliches Produkt von Grund auf zu entwickeln», sagen die beiden Bachelorabsolventen, die an der School of Engineering studiert haben und sich in früheren Projekten bereits mit ähnlichen Fragestellungen befasst hatten. «Wir konnten das erlernte Wissen in Mechanik, Elektrotechnik und Informatik optimal einsetzen.» Viel Zeit investierten sie unter anderem in die Bauweise. «Den Prototypen möglichst kompakt zu gestalten, war eine der grössten konstruktiven Herausforderungen», berichten sie. Sie haben das Gerät mehrheitlich aus 3D-gedruckten Teilen gebaut. Die Steuerung funktioniert über ein Display. Denkbar wäre es jedoch, diese weiterzuentwickeln und beispielsweise mit einer App zu kombinieren. Eine Therapeutin, die nochmals in den Spiegel schaut, bevor sie einem Patienten gegenübertritt. Ein Therapeut, der während einer Sitzung erotische Fantasien hat. Verliebtheit in der Psychotherapie ist ein Tabuthema. Sie kann nicht nur die therapeutische Arbeit beeinträchtigen. Führt sie zu sexuellen Handlungen, kann sie auch strafrechtliche Konsequenzen haben. «Gefühle von Verliebtheit sind brisant», sagt Esther Rhyn, die an der ZHAW einen Master in klinischer Psychologie abgeschlossen hat. «Sie erzeugen für die Betroffenen ein Spannungsfeld zwischen Verführung und Kontrollverlust einerseits sowie Schutz der Klientel und Aufrechterhaltung der therapeutischen Beziehung andererseits.» In welcher Form und wie häufig derartige Empfindungen vorkommen, dokumentiert die Absolventin anhand von 409 Stichproben. Sie zeigt zudem verschiedene Erklärungsmuster auf. Das von Sigmund Freud geprägte Konzept der Gegenübertragung ist eines davon. Fast alle der Befragten (95,3 Prozent) gaben an, mindestens einmal einen Patienten, eine Patientin attraktiv gefunden zu haben. Mehr als die Hälfte erlebten Verliebtheitsgefühle. Ebenso viele – darunter Männer mit einer 5,9 Mal erhöhten Chance im Vergleich zu Frauen – bejahten die Frage nach sexuellen Anziehungsgefühlen. Rund 42 Prozent der Therapierenden berichteten von sexuellen Fantasien; gut ein Viertel von Sehnsuchtsgedanken sowie Flirtverhalten. 4,2 Prozent gaben sich schon einmal erotischen Aktivitäten hin, 2,4 Prozent sogar sexuellen Handlungen. «Dies darf mit Blick auf die Missbrauchsproblematik nicht unbeachtet bleiben», sagt Rhyn. Sie hofft, mit ihrer Arbeit zur Reflexion, Diskussion und Sensibilisierung beizutragen. Eveline Rutz

Tastsinn für Roboter und Hunde als Lernhilfe

Künstliche Haut könnte Maschinen befähigen, Berührungen zu spüren und darauf zu reagieren. «Kollisionen zwischen Menschen und Robotern könnten damit verhindert werden», sagt Jacqueline Blunschi. Und Renske Sassenburg ergänzt: «Menschen mit Prothesen oder schweren Verbrennungen könnten wieder fühlen.» Die beiden Absolventinnen der School of Engineering haben ein künstliches Hautmodell hergestellt. Für die Epidermis, die Dermis und die Subcutis haben sie Silikon verwendet, da dieses ähnliche mechanische Eigenschaften aufweist wie die menschliche Haut. Um den Tastsinn zu imitieren, setzten sie in der mittleren Schicht ein Netz aus Kupferdrähten ein, das Berührungen misst und lokalisiert. Um die Druckstellen auf der Oberfläche sichtbar zu machen, bauten sie zusätzlich LED-Lämpchen ein. Diese leuchten in unterschiedlichen Farben ‒ je nachdem, wie stark eine Berührung ist. Der Prototyp kommt der menschlichen Haut nicht nur optisch nahe, er fühlt sich auch so an, wie die beiden Entwicklerinnen versichern. Struktur und Form seien vergleichbar. Die künstliche Haut sei allerdings kälter als echte und gebe keine Feuchtigkeit ab. In diesem Punkt könnte das Modell optimiert werden. So könnten Schweissdrüsen oder feine Härchen integriert werden. Die Wahrnehmung mit Hilfe des Tastsinns könnte zudem durch Wärme- und Schmerzsensoren verbessert werden. Wichtig ist dabei, dass die Flexibilität des Hautmodells nicht zu stark eingeschränkt wird. «Man muss flexible Elektronik verwenden», betonen Jacqueline Blunschi und Renske Sassenburg übereinstimmend. Täter und Opfer treffen sich. Sie setzen sich damit auseinander, was vorgefallen ist. Sie hören einander zu und versuchen, die Perspektive des anderen zu übernehmen. Die Begegnung, die professionell begleitet wird, soll den Geschädigten helfen, seelisch zu genesen. Den Tätern ermöglicht sie, zu erkennen, was sie angerichtet haben, und dafür die Verantwortung zu übernehmen. «Restorative Justice hat auf beiden Seiten eine positive Wirkung», sagt Shirine Tissira, die ihre Masterarbeit dem Thema gewidmet hat. Anders als das Strafrecht fokussiere der Ansatz nicht auf das Delikt, sondern auf die verletzten menschlichen Bedürfnisse. «Er geht vom Opfer aus.» In der Schweiz wird erst mit Erwachsenen damit gearbeitet. «Da besteht noch sehr viel Potenzial», sagt die ZHAW-Absolventin. Sie fände es sinnvoll, restaurative Verfahren in Pilotprojekten auch bei Jugendlichen einzusetzen. Um Opfer nicht zu retraumatisieren, müssen allerdings mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Opfer müssen psychisch und körperlich stabil sein; sie dürfen nicht zu einer Teilnahme gedrängt werden. Täter dürfen keine massiven Persönlichkeits- oder psychopathische Störungen haben. Sie müssen zu Empathie fähig sein und Einsicht sowie Reue zeigen. Je schwerer eine Straftat, desto sorgfältiger müssen diese Aspekte im Vorfeld abgeklärt und der Austausch begleitet werden. Ist eine Seite nicht zu einem Dialog bereit, besteht die Möglichkeit von «Querbegegnungen». Das heisst, dass sich Täter und Geschädigte nicht von demselben, aber einem vergleichbaren Delikt treffen. Shirine Tissira kann sich vorstellen, die Methode auch bei Konflikten einzusetzen, die strafrechtlich nicht verfolgt werden. Bei Mobbing beispielsweise. «Da wäre viel möglich.» Ein Hund im Schulzimmer bringt nicht nur Abwechslung. Er reduziert zudem Stress, fördert positive, soziale Beziehungen und trägt zu einer guten Lernatmosphäre bei, wie Studien zeigen. «Schulhunde haben auf qualitativer Ebene auch positive Effekte auf die Konzentration und Aufmerksamkeit», sagt Julia Oesch. Um solche wissenschaftlich zu belegen, liess die Masterabsolventin drei Primarklassen im Abstand von sechs Wochen Leistungs- sowie Konzentrationstests lösen. Sie filmte sie dabei und befragte die Lehrpersonen. Bei ihrem zweiten Besuch leitete sie die eine Hälfte der Kinder vorgängig zu Aktivitäten mit einer Therapiehündin an. Die andere Hälfte animierte sie zu ähnlichen Aktivierungsübungen ohne tierische Begleitung. Wie aufmerksam und konzentriert die Schülerinnen und Schüler danach waren, wertete sie quantitativ und qualitativ aus. «Es war mir wichtig, die Daten nach wissenschaftlichen Kriterien zu erheben, ohne den Hund zu instrumentalisieren», betont Julia Oesch. Kinder und Tiere könnten je nach Tagesform unterschiedlicher Verfassung sein, gibt sie zu bedenken. Hinzu komme, dass Konzentration, je nach Definition, schwer messbar sei. Einen positiven Effekt konnte die Autorin rein statistisch denn auch nicht nachweisen. Die quantitativen Ergebnisse dokumentieren keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Gestützt auf die Einschätzungen der Lehrpersonen und der qualitativen Analyse des Filmmaterials kommt Julia Oesch allerdings zum Schluss, «dass der Hund subjektiv zu einer ruhigeren Arbeitsatmosphäre und zu einer höheren Konzentrationsfähigkeit der Kinder geführt hat». Eveline Rutz

Falsche Rollenbilder, anonyme Arbeitslose und Belebung eines Bergdorfes

Menschen, die Gelder von der Sozialhilfe oder der Arbeitslosenversicherung beziehen, stehen immer wieder im Fokus der Medien. Sie werden durch bestimmte Zuschreibungen stigmatisiert, wie Rivana Bissegger und Isabelle Suremann in einer Diskursanalyse aufzeigen. Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger sind davon stärker betroffen. Sie werden oft als Migranten beschrieben, die zu viel oder ungerechtfertigt Unterstützung erhalten. Sie werden als renitent, frech und bei den Gemeinden unerwünscht dargestellt. «Es wird stark auf die Betroffenen und ihr Verhalten fokussiert», sagt Isabelle Suremann. Ausgeblendet würden hingegen strukturelle Gründe für ihre Situation und die rechtlichen Grundlagen. Wie die beiden Bachelorabsolventinnen darlegen, ist dies im Diskurs über Arbeitslose anders. In den untersuchten Artikeln dominieren statistische Zahlen. Die Medien geben vor allem die Sicht der Behörden wieder und setzen dabei häufig auf Passivkonstruktionen. «Die Betroffenen werden dadurch sprachlich zu einer Nummer im System ‒ zu einer Person in einer anonymen Masse, die selbst nicht zu Wort kommt.» In Leserkommentaren kommen allerdings auch Vorurteile und Stigmatisierungen vor. Erwerbslosen wird etwa vorgeworfen, nur Bewerbungen zu schreiben, um keine Kürzungen zu erfahren. Sie seien nicht ernsthaft an einer Stelle interessiert, lautet der Tenor. Die aktuelle Corona-Krise könnte die Wahrnehmung verändern. «Nun geraten breitere Teile der Gesellschaft in wirtschaftliche Not», sagt Isabelle Suremann. «Dies könnte der Schuldzuweisung entgegenwirken und das Bewusstsein für strukturelle Ursachen erhöhen.» Mädchen sollen feminin, fleissig und zurückhaltend sein. Gleichzeitig aber auch cool, stark und leistungsbereit. Sie werden mit älteren, konservativen Rollenbildern ebenso konfrontiert wie mit emanzipierten Vorstellungen davon, wie Frauen zu sein haben. Die Erwartungen sind teilweise widersprüchlich. «Damit umzugehen, ist eine Herausforderung», stellt Livia Suter fest, die am Departement Soziale Arbeit studiert hat. Das gelte insbesondere für die Phase der Pubertät, in der sich junge Frauen selbst erfahren möchten. Sozialarbeitende haben durch ihr fachliches Handeln, ihre Persönlichkeit und ihre Überzeugungen einen grossen Einfluss auf Jugendlichen. Sie sind daher gefordert, sich mit den gesellschaftlich geprägten Rollenbildern auseinanderzusetzen und Benachteiligungen entgegenzuwirken. «Im Kern wollen alle Gleichberechtigung und Gleichbehandlung», sagt die Bachelorabsolventin, die vier Mitarbeitende stationärer Einrichtungen befragt hat. Tatsächlich liessen sich jedoch auch bei den Interviewten Stereotypisierungen und Vorurteile ausmachen. «Rollenbilder werden in der Kindheit geprägt», sagt Livia Suter. «Sie aufzubrechen, ist schwierig.» Um starren Vorstellungen entgegenzuwirken, braucht es ihren Ausführungen nach Selbstreflexion und eine Arbeitskultur, in der Klischees angesprochen und hinterfragt werden. «Mädchen richten ihre Not oft nach innen und wirken nach aussen daher stark und resilient», gibt die Autorin zu bedenken. Sie erlernten dieses Verhalten früh und ernteten dafür Anerkennung. «Sozialarbeitende sollten junge Frauen hingegen ermutigen, sich mit ihrem Geschlecht, ihren Bedürfnissen und ihren Sorgen auseinanderzusetzen.» Corippo ist in seiner Existenz bedroht. Junge wandern ab, Ältere sterben weg. Aktuell leben noch 12 Personen im Tessiner Bergdorf, das an einem Steilhang im Verzascatal liegt und nur über eine einspurige Strasse erreichbar ist. «Mit einer Seilbahn könnte man es besser an die Hauptstrasse anbinden», sagt Timon Schmid, der ein Reaktivierungskonzept erarbeitet hat. Er schlägt eine unbediente Pendelbahn mit zwei Kabinen vor. In der Talstation würde er zusätzlich die Verwaltung, die Wäscherei sowie die Lagerflächen des Hotelbetriebes unterbringen. Aber auch Seminar- und Ausstellungsräumlichkeiten kann er sich hier vorstellen. Rund um das Gebäude sieht er Parkmöglichkeiten für Einheimische, Touristen und Besucher vor. Die Talstation soll zum wichtigsten Knotenpunkt werden, die Bergstation den Auftakt zum Dorf bilden. «Die Neubauten sind in einem Stil gehalten, der sich ins geschützte Ortsbild einfügt», sagt der ZHAW-Absolvent. Zu den rustikalen, mit Granit aufgeschichteten Steinhäusern schafft er in seinen Entwürfen mit Beton eine Affinität. Den Ausdruck der Fassaden nimmt er mit einem hohen Anteil an Wandflächen auf, die über präzis gesetzte Öffnungen verfügen. «Das Neue darf sich aber auch differenzieren», findet Schmid. Den Giebel des Kulturraumes stellt er daher – als einzigen im Dorf – parallel zum Gelände. Er zeigt auf, wie Hotelzimmer für rund 70 Personen, die Réception und ein Infopoint in der vorhandenen Bausubstanz eingerichtet werden könnten. Um die Wertschöpfung voranzutreiben, rät er zudem, das Kulturland wieder zu bewirtschaften, die alten Mühlen wieder in Betrieb zu nehmen und vor Ort lokale Produkte zu verkaufen. Eveline Rutz

Von Cybermobbing, Swissness und einem Schiffdach

Als Land, in dem die Strassen geputzt sind, in dem Käse eine volle Mahlzeit ergibt und sauberes Wasser nicht nur aus Flaschen fliesst: So stellt Swiss International Air Lines die Schweiz in ihren Werbevideos dar. Positive Charakteristiken nimmt das Unternehmen auch für sich selbst in Anspruch. Es vermarktet seine Dienstleistungen entsprechend. «Swissness bietet der Fluggesellschaft teilweise einen Mehrwert», sagt Kerstin Nanchen, welche das Co-Branding mit der Ländermarke «Schweiz» untersucht hat. Anhand einer Inhaltsanalyse, eines Experteninterviews sowie der Befragung dreier Fokusgruppen kommt sie zum Schluss, dass es SWISS gelingt, ländertypische Werte zu vermitteln. Die Airline schafft es, das inländische Publikum emotional anzusprechen – ihm ein Heimatgefühl zu vermitteln. Die internationale Kundschaft erreicht sie damit allerdings noch nicht optimal. Sie könnte sich noch stärker als Absenderin der Werbebotschaft inszenieren. Der Inhalt wird eher mit der Ländermarke «Schweiz» in Verbindung gebracht. «Die Gefahr eines möglichen Vampireffekts hat sich bestätigt», so die Autorin. Der Teufel liege bekanntlich im Detail. Nur schon eine andere Wortwahl hätte es ermöglicht, stärker auf das Unternehmen zu fokussieren. «Indem die Airline einseitig auf ein folkloristisches Schweizbild setzt, verpasst sie es etwas, sich als modern und innovativ darzustellen», stellt Kerstin Nanchen weiter fest. Flugbranchentypische Werte wie Zuverlässigkeit, Sicherheit und eine gute Kundenbetreuung, aber auch konkrete Kundenvorteile könnten noch stärker zur Sprache kommen. Das Co-Branding liesse sich zeitgemässer interpretieren: «Die SWISS sollte eine traditionelle mit einer modernen Swissness kombinieren.» 17 Mal pro Tag sticht die «MS Bürgenstock» in den Vierwaldstättersee. Bis zu 300 Personen transportiert sie pro Fahrt zwischen Luzern und Kehrsiten hin und her. Ihr Design mit den grossen Glasfronten fällt auf; der Hybrid-Antrieb mit zwei Diesel- und Elektromotoren ist innovativ. Für das geschweisste Aluminiumdach sucht die Firma Shiptec AG allerdings eine bessere Lösung. «Es soll leichter werden und beim Kunden schneller montiert werden können», sagt Marco Gubser, der an der School of Engineering studiert hat. Er hat mehrere Alternativen ausgearbeitet. Seine favorisierte Konstruktion setzt sich aus elf Modulen zusammen, welche einem Sandwich gleich aufgebaut sind. Sie bestehen aus einem Hartschaumkern, der nur noch von einer dünnen Aluminiumschicht umgeben ist. Durch diese Bauweise reduziert sich das Gewicht deutlich. «Als Folge davon verbraucht das Schiff potenziell noch weniger Energie», sagt Gubser. Dank einer neuen Verbindungsart ist das Dach zudem wasserdicht. Die Paneele können als Einzelteile verpackt und vor Ort einfach zusammengebaut werden. «So spart man Zeit und Kosten.» Marco Gubser hat das modulare Leichtbaukonzept, das vom Industriepartner teilweise weiterverfolgt wird, nicht im Alleingang, sondern mit Hilfe zweier Bachelorstudenten erarbeitet. Er hat das kleine Team geleitet. «Gemeinsam sind wir zu besseren Ideen gelangt», sagt er. Er habe darüber hinaus persönlich profitiert. «So konnte ich im Studium wertvolle Erfahrungen sammeln, die mir im Berufsleben nützen.» Wer andere in den sozialen Medien mobbt, verhält sich meist auch im realen Leben aggressiv. «Durch das Internet ist ein weiterer Kanal hinzugekommen», sagt Sarina Wettstein. Antisoziales Verhalten an sich sei nicht häufiger geworden, es habe jedoch eine neue Dimension angenommen. Mit einem Klick erreichen Täterinnen und Täter eine grosse Öffentlichkeit; sie können zeit- und ortsunabhängig sowie anonym agieren. Cybermobbing zu verfolgen und zu beenden, ist entsprechend schwierig. Das Internet vergisst bekanntlich nicht: Verletzende Inhalte sind im virtuellen Raum noch nach Jahren zu finden. «Die Opfer fühlen sich völlig ausgeliefert», sagt Sarina Wettstein, die am Departement Soziale Arbeit studiert hat. Betroffene entwickeln teilweise depressive oder psychosomatische Symptome. Sie neigen zudem eher zu suizidalen Gedanken als Gleichaltrige, die nicht schikaniert werden. «Man darf nicht erst aktiv werden, wenn Cybermobbing geschieht», sagt die Bachelorabsolventin. Dann sei es schon zu spät. Prävention müsse frühzeitig ansetzen und vorzugsweise in Form von Gruppenarbeiten stattfinden, welche die Persönlichkeitsentwicklung förderten. Heranwachsende sollen gemeinsam über Probleme, Situationen und mögliche Lösungsansätze nachdenken. Sie sollen zu Empathie befähigt werden und ein starkes Gemeinschaftsgefühl entwickeln. «Das Klassenklima und die Schulhauskultur sollen so verändert werden, dass sich potenzielle Täterinnen und Täter nicht durchsetzen können.» Eveline Rutz

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