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Ihr Energiespeicher soll wie ein Handwärmer funktionieren

Noch befindet sich dieses junge Energie-Startup ganz am Anfang: ZHAW-Masterstudentin Selina Pfyffer steht zusammen mit Simon In-Albon, Janis Perren, Tim Zgraggen und Raphael Moretti, vier Studenten der Hochschule Luzern, vor der Gründung von SeasonCell . Ihre Idee: ein Energiespeicher für Wohnhäuser, der im Sommer überschüssige Energie aus erneuerbaren Energiequellen wie beispielsweise Photovoltaik speichern kann, um sie im Winter je nach Bedarf an die Heizung abzugeben. «Uns war sehr wichtig, dass wir ein Projekt lancieren, das einen Impact auf die nationale Energiestrategie hat – das war für uns die Voraussetzung für ein Startup.» Selina Pfyffer, Masterstudentin und wissenschaftliche Assistentin am Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering Das Prinzip hinter dem Speichermodell ist denkbar einfach und dürfte vielen bekannt vorkommen: Vorbild dafür sind die kleinen Handwärmer-Kissen, wie man sie etwa beim Skifahren dabeihat. Knickt man ein kleines Metallplättchen um, kristallisiert das darin enthaltene Phasenwechselmaterial, wird fest und gibt Wärme ab. Der Vorgang lässt sich durch eine erneute Erwärmung des Materials, das dabei wieder flüssig wird, beliebig oft wiederholen. Die daraus gewonnene Wärme kann dann in eine Heizanlage eingespeist werden. Die Idee zu SeasonCell entstand im Sommer 2022 bei gemeinsamen Masterkursen der fünf Studierenden auf der Suche nach einem Forschungsthema für ihre Masterarbeit. «Uns war sehr wichtig, dass wir ein Projekt lancieren, das einen Impact auf die nationale Energiestrategie des Bundes hat – das war für uns die Voraussetzung für ein Startup», erklärt Selina Pfyffer. Bevor die Gründung von SeasonCell angegangen werden soll, sind die Entrepreneurin und die vier Entrepreneure auf Finanzierungssuche. «Wir haben schon verschiedene Eingaben gemacht, unter anderem haben wir uns bei der Gebert Rüf Stiftung beworben und haben in der finalen Runde des Zukunftspreises der Luzerner Kantonalbank den zweiten Platz geholt, mit einem Förderbeitrag von 50’000 Franken», so Pfyffer, die neben ihrem Masterstudium als wissenschaftliche Assistentin am ZHAW-Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering (IEFE) arbeitet. Dank der Entrepreneurship Initiative der School of Engineering wird das Startup durch Mentor Andreas Witzig, Leiter des Institute of Computational Physics (ICP) , unterstützt: «Andreas Witzig berät mich aktuell vor allem bei rechtlichen Fragen rund um Verträge, gleichzeitig hilft er uns aber auch mit seinem Know-how bei den unterschiedlichen Finanzierungseingaben», sagt Selina Pfyffer und hofft, dass diese möglichst erfolgreich verlaufen, damit der offiziellen Gründung von SeasonCell nichts mehr im Wege steht. David Bäuerle

Ihre Lunchbox hat einen eingebauten Mini-Steamer

Die Idee zum Startup Steasy, einer Lunchbox mit eingebautem Mini-Steamer, kam den drei Gründern Johannes Hofer, Claudio Ruiz und Reto Muhl während ihres Studiums beim Schlangestehen an einer der Mikrowellen in der Mensa. «Da man in der Mittagspause wenig Zeit hat, überlegten wir, wie man dieses Zeitfenster besser nutzen kann, um schnell und unkompliziert ein leckeres Essen zu erwärmen», so Johannes Hofer über die Gründungsidee von Steasy. Die Idee zu einer mobilen Steambox nahm 2017 konkrete Form an: Claudio Ruiz und Reto Muhl, beide ehemalige Studenten der School of Engineering, gewannen die Startup Challenge der ZHAW. Zusammen mit Johannes Hofer, der General Management an der School of Management and Law studierte, wurde die Idee zu Steasy immer ausgereifter. Erfolgreich bewarben sich die beidem beim Runway Startup Incubator des ZHAW Institute of Innovation and Entrepreneurship, wodurch ihnen für sechs Monate Räumlichkeiten und Infrastruktur zur Verfügung gestellt wurden. «Wir bekamen durch den Austausch mit Dozierenden der School of Engineering wertvolle Hilfestellungen, sowohl im technischen wie im geschäftlichen Bereich.» Johannes Hofer, Betriebsökonom und Co-Gründer Steasy Im Jahr 2018 erfolgte dann die Gründung von Steasy, und ein erster Prototyp der mobilen Lunchbox entstand. Der Inhalt der Steasy-Lunchbox lässt sich mittels eines eingebauten Dampfgarers, der zuvor mit Wasser befüllt wird, innerhalb von 15 Minuten erwärmen, «egal welche Art von vorgekochtem Essen sich darin befindet», erklärt Johannes Hofer. Die Box selbst lässt sich auslaufsicher verschliessen und via App kann man den gewünschten Zeitpunkt der Erwärmung einstellen. «Wir bekamen von Beginn an durch den informellen Austausch mit Dozierenden der School of Engineering wertvolle Hilfestellungen sowohl im technischen wie auch im geschäftlichen Bereich», erinnert sich Johannes Hofer. Nach einer erfolgreichen Finanzierungsrunde Anfang 2020 zog das junge Unternehmen in das Home of Innovation Center, das in einem ehemaligen Fabrikgebäude der Rieter-Werke in Winterthur zu finden ist. Anfang April war es schliesslich so weit, der Vorverkauf der ersten Steasy-Lunchbox konnte beginnen. «Wir sind bis jetzt sehr zufrieden, bisher haben wir Boxen im dreistelligen Bereich verkauft», berichtet Hofer. Anfang September soll Steasy dann an die Kundinnen und Kunden ausgeliefert werden – womit die Unternehmer in die nächste grosse Phase ihrer bald fünfjährigen Firmengeschichte eintreten. David Bäuerle

Sie wollen die Patientenglocke smarter machen

Mit dem Sieg der ZHAW Startup Challenge 2021 hatten die jungen Unternehmer von Paton , Raphael Schnyder, Ibukun Jeremiah Agboola und Frensi Zejnullahu, einen überzeugenden Start hingelegt. Inzwischen ist das Team um Sebastian Brunner und Selin Sengül gewachsen. Die Geschäftsidee von Paton ist es, mit Hilfe einer smarten Patientenglocke, der EC-Bell, Pflegefachkräften im Spital wertvolle Zeit zu sparen. In der Praxis können die Patientinnen und Patienten auf einem Tablet ihren Wunsch oder ihr Anliegen mittels eines Piktogramms mitteilen, etwa den Wunsch nach Essen oder die Information, dass sie Schmerzen haben. Somit sieht der oder die Pflegende auf einen Blick auf dem Smartphone, was die Patientinnen und Patienten benötigen, und kann bei hektischem Betrieb die Meldungen auch nach ihrer Dringlichkeit priorisieren. «Inzwischen konnten wir nach einer ersten Ist- und Soll-Analyse bei Fachpflegekräften in der Geriatrischen Klinik in St. Gallen dort unsere erste Testphase durchführen», erklärt Jeremiah Agboola. Zwar gab es zu Beginn einige technische Probleme, doch konnte das Team mit den Ergebnissen bereits viel dazulernen und besser erkennen, worauf es bei der Entwicklung ihres Produkts noch ankommt. «Oftmals verloren die Apps auf den Handys die Backend-Verbindung, damit hatten wir zwischenzeitlich stark zu kämpfen», erinnert sich Sebastian Brunner, der für die Entwicklung des Backends zuständig ist. Die zweite Pilotphase soll nun in einem anderen Spital «und am besten noch dieses Jahr starten», so Selin Sengül, zuständig für die Kommunikation und Pilot-Projekte bei Paton. «Für uns ist es sehr hilfreich, eine Meinung von einer anderen Perspektive zu haben, die auch einen kritischen Blick auf bestimmte Themen legt.» Sebastian Brunner, Verantwortlicher für Backend-Entwicklung bei Paton Inzwischen wurde das Startup auch in das Mentoring-Programm der Entrepreneurship Initiative der ZHAW School of Engineering aufgenommen, ihr Mentor dort ist Philipp Ackermann, Dozent für Informatik. «Wir haben alle vier bis fünf Wochen ein Meeting mit ihm, an dem wir immer bestimmte Themen besprechen, zuletzt etwa die Akquise von Spitälern für unsere nächste Testphase», erklärt Jeremiah Agboola. «Für uns ist es sehr hilfreich, eine Meinung von einer anderen Perspektive zu haben, die auch mal einen kritischen Blick auf bestimmte Themen legt und uns dadurch als Startup insgesamt weiterbringt», betont Sebastian Brunner. David Bäuerle

VirtaMed stellt Simulatoren für das Chirurgietraining her  

Von einem jungen Unternehmen kann man bei VirtaMed beinahe nicht mehr sprechen. Gegründet wurde die Firma bereits 2007. Das in Schlieren sitzende Unternehmen hat sich auf hochrealistische Chirurgiesimulatoren spezialisiert und ist damit inzwischen weltweit erfolgreich. An mehreren Standorten rund um den Globus ist VirtaMed präsent. Daniel Bachofen, Alumnus der ZHAW School of Engineering, ist Mitbegründer des Unternehmens und erinnert sich noch gut an den Start vor mehr als 15 Jahren. «Das Unternehmen ging aus einem gross angelegten Forschungsprojekt für einen Chirurgiesimulator mit Beteiligung der School of Engineering, der ETH Zürich und der ETH Lausanne hervor», so Daniel Bachofen. «Ich selbst war nach meinem ZHAW-Studium bereits wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für angewandte Informationstechnologie (InIT) und wir von der ZHAW waren vor allem für den Software-Engineering-Part zuständig, also für die Software-Architektur und das Framework, das die entwickelte Software verbindet», erklärt Bachofen. Ziel des Projekts war es, einen Chirurgiesimulator für Ärztinnen und Arzte zu entwickeln, mit dem, ähnlich wie bei Pilotinnen und Piloten in einem Flugsimulator, das Operieren unter realen Bedingungen trainiert werden kann. Da nach Ende des Projekts das Feedback von Ärzten sehr positiv ausfiel, dachten sich sechs Projektbeteiligte, daraus ein Unternehmen zu gründen, wobei anfangs ein ETH-Doktorand und Daniel Bachofen operativ tätig wurden . «Meine Rolle war es dabei, den Prototyp zu einem fertigen Produkt weiterzuentwickeln», sagt Bachofen. Die Idee der Gründer ging auf und führte schliesslich zu einem erfolgreichen Unternehmen. «Neben dem ganzen Know-how der ETH hat es den Pragmatismus und die Hands-on-Mentalität der ZHAW gebraucht, um aus dem Prototyp ein fertiges Produkt zu entwickeln.» Daniel Bachofen, Mitgründer VirtaMed Für Bachofen zeigt VirtaMed beispielhaft, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit von ZHAW und ETH aussehen kann: «Neben dem ganzen Know-how der ETH hat es den Pragmatismus und die Hands-on-Mentalität der ZHAW gebraucht, um aus dem Prototyp ein fertiges Produkt zu entwickeln», sagt Bachofen. «Weder Absolvierende der einen noch der anderen Hochschule hätten das so allein geschafft», ist sich der 43-Jährige heute sicher. Dabei geholfen habe ihm rückblickend vor allem der hohe Praxisanteil, das Suchen nach Lösungen und das «Tüftlerische», das Studierenden an der ZHAW vermittelt werde, so Bachofen. Bis heute ist auch die Verbindung zwischen der ZHAW und VirtaMed nicht gerissen. Daniel Bachofen hielt regelmässig Vorlesungen an der School of Engineering, die inzwischen ein Kollege übernommen hat, und VirtaMed selbst begleitet als Industriepartner immer wieder Abschlussarbeiten von Studierenden. Die jüngste Zusammenarbeit besteht aktuell durch das Innosuisse-Projekt «Proficiency», an dem VirtaMed als federführender Industriepartner beteiligt ist. So zeigt sich die Verbindung zwischen Hochschule und den daraus entwachsenden Unternehmen im Fall von VirtaMed als eine Partnerschaft, von der beide Seiten über Jahre hinweg immer wieder profitieren. David Bäuerle

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