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Medien und Kommunikation: Berufsprofile im Wandel

Die Digitalisierung hat das Mediennutzungsverhalten und damit das Berufsfeld Kommunikation und Medien stark verändert. Printmedien sind auf dem Rückzug, ein starker Konkurrenzkampf um die Leserschaft ist entfacht. Doch ob Zeitungsartikel, Podcast, Video oder Grafik: Das Erzählen von Geschichten bleibt nach wie vor zentral. Jedoch müssen Fachkräfte zunehmend in verschiedenen Formen und Kanälen denken und arbeiten können. Diese Kompetenz hat stark an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig müssen Absolventinnen und Absolventen auch mit unterschiedlichen Entwicklungen, Technologien und Informationsformen umgehen, wie zum Beispiel mit Künstlicher Intelligenz oder Big Data. Das Departement Angewandte Linguistik der ZHAW passt das Studienangebot kontinuierlich an diese Entwicklungen an, um den Studierenden die erforderlichen Fähigkeiten mitzugeben, damit diese mit den beruflichen Entwicklungen Schritt halten können. Filip Dingerkus, Co-Leiter des Bachelorstudiengangs Kommunikation und Medien, erklärt: «Das Ziel ist eine flexible Struktur, die schnelle Reaktionen auf Veränderungen ermög­licht. Die Kernkompetenzen der Ausbildung, die sprachlich fundiert, wissenschaftsbasiert und praxisnah ist, erweitern sich um den neuen Schwerpunkt Content Marketing und um Module in Bereichen wie UX-Writing, Social-Media-Kommunikation, Community Management und Content-Strategie.» «Die Zusammenlegung von Kommunikation und Medien in einem Studiengang vor 25 Jahren war ein umstrittener Schritt, doch er hat sich bewährt.» Filip Dingerkus, Co-Leiter Bachelorstudiengang Kommunikation und Medien Die Zusammenlegung von Kommunikation und Medien in einem Studiengang vor 25 Jahren war ein umstrittener Schritt, doch er habe sich bewährt, sagt Dingerkus. Denn er widerspiegle die sich überschneidenden Anforderungen der beiden Berufsfelder. Trotz der Unterschiede hinsichtlich Funktion und Selbstverständnis gilt es für beide Berufsgruppen, auf die wachsenden Ansprüche der Zielgruppen auf verschiedenen Kanälen und mit verschiedenen Formaten zu reagieren. Angesichts der heutigen Informationsflut keine leichte Aufgabe. Die gemeinsame Basis in der Ausbildung ermöglicht auch einfachere Übergänge zwischen den beiden Bereichen. So greifen immer wieder Kommunikationsabteilungen auf die Schreibfertigkeiten und das Storytelling von Journalisten und Journalistinnen zurück. Doch auch wenn die Aufgaben der beiden Berufe ähnlich sind, sind sie nicht identisch. Sowohl im Journalismus als auch in Unternehmenskommunikation sind nebst dem Geschichtenerzählen auch weitere Kompetenzen gefragt. Dazu gehören in der Unternehmenskommunikation strategische Kompetenzen, die für ein erfolgreiches Kommunikationsmanagement zentral sind. Darunter ist die bewusste kommunikative Steuerung der Beziehungen zwischen Organisationen und ihren relevanten Bezugsgruppen zu verstehen. Geschichten werden deshalb bewusst ausgewählt, um die Ziele der jeweiligen Organisation zu erreichen. «Beratende und strategische Aufgaben werden je länger je wichtiger. Ein Kommunikationsprofi muss Mitarbeitende oder Führungskräfte in Kommunikationsbelangen befähigen und Kommunikationsprojekte vorausschauend konzipieren.» Christina Ratmoko, Leiterin Master-Vertiefung Strategic Communication Management Da solche Geschichten von unterschiedlichen Personen aus der Organisation erzählt werden, gehört die Beratung auch zum Profil des Kommunikationsprofis. «Beratende und strategische Aufgaben werden je länger je wichtiger. Ein Kommunikationsprofi muss Mitarbeitende oder Führungskräfte in Kommunikationsbelangen befähigen und Kommunikationsprojekte vorausschauend konzipieren», erklärt Christina Ratmoko, Leiterin der Master-Vertiefung Strategic Communication Management. Das Erzählen von Geschichten wird zunehmend anspruchsvoller, doch gerade diese Herausforderung eröffnet neue Möglichkeiten. Die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit des Zielpublikums auf innovative Weise zu erlangen und strategisch zielführende Inhalte zu schaffen, erfordert Kreativität und Vielfalt. Der dynamische Wandel im Medien- und Kommunikationsumfeld ermöglicht die Gestaltung facettenreicher Berufsprofile, erklärt Ratmoko: «Diese Entwicklung bietet die Chance, Grenzen zu überschreiten, Neues zu entdecken und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln – eine inspirierende Perspektive.» Thomas Schläpfer

Lok 205: Ein geschichtsträchtiges Geschenk

Vor knapp einem halben Jahrhundert hat das damalige Technikum eine historische Lok als Geschenk erhalten. Nachdem die Eigentumsverhältnisse jahrelang unklar waren, hat die ZHAW die Lok nun dem Bahnmuseum Albula vermacht. Als das Technikum Winterthur (heute School of Engineering) 1974 sein 100-jähriges Bestehen feierte, hatten sich die Alumni ein besonderes Geschenk ausgedacht: eine Lok 205. Die Lok 205 wurde 1913 von der Rhätischen Bahn in Betrieb genommen und gilt aufgrund ihres elektrischen Déri-Motors als Rarität – in Europa gibt es nur eine Handvoll solcher Déri-Motoren. Über drei Jahrzehnte hinweg kümmerten sich die Studierenden um den Erhalt der Lok und ihres Motors. Dabei wurde die Lok nicht nur am Technikum zu einem Wahrzeichen der technischen Bildung, sondern auch zu einem beliebten Treffpunkt in der Stadt Winterthur. Als das Technikum im Jahr 2000 keine Verwendung mehr für die Lok hatte, wurde sie einem Bündner Verein für Bahnkultur anvertraut, damit sie weiterhin gepflegt und ausgestellt werden kann. Doch nach Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Vereins erstattete ein Mitglied Anzeige gegen den Verein – unter anderem auch wegen Diebstahls der Lok. Nach sieben Jahren Rechtsstreit entschied schliesslich das Bundesgericht, dass weder die Privatperson noch der Verein Eigentümer der Lok seien, sondern die ZHAW. Nachdem die Eigentumsverhältnisse geklärt waren, hat die ZHAW nach einer passenden Verwendung der Lok gesucht und gefunden. Statt auf dem Abstellgleis zu verrosten, erhält die Lok 205 nun einen Ehrenplatz im Bahnmuseum Albula, wo sie als Zeugnis vergangener Ingenieurskunst weiterhin bewundert werden kann. Thomas Schläpfer

EduScrum – Als Team zum Erfolg

Ob Rugby, IT oder Lehre: Gutes Teamwork zahlt sich aus. Deswegen hat sich seit den frühen Neunzigern das Arbeiten mit Scrum in der Informatik durchgesetzt. Als agile Arbeitsmethode hilft sie vor allem, den Teams eine Struktur zu geben, um so langfristige oder grosse Projekte bestmöglich organisieren zu können. Mit eduScrum wird nun die agile Arbeitsweise der IT ins Bildungswesen transportiert. Hierbei lernen Studierende Projekte zielorientiert anzugehen sowie das Arbeiten in einem agilen Umfeld. Sobald die Teams gebildet sind, erhalten die Studierenden von den Dozierenden ein Projekt in der Form eines Ziels, Produkts oder einer Problemstellung. Wie die Teams das Projekt realisieren, ist allerdings ihnen überlassen. «Zuerst müssen sich die Teams überlegen, was sie schon wissen, was noch nicht und wo sie dieses Wissen finden. Sie müssen sich also selbstständig überlegen, wie sie das gegebene Problem lösen und Ziele erreichen wollen. Somit erhalten die Studierenden mehr Freiheiten, aber auch mehr Verantwortung», erklärt Miriam Fischer, Verantwortliche Digital Education am ZHAW-Departement Life Sciences und Facility Management. Als Teil der Projektarbeit müssen die Teams gemäss eduScrum vorgehen, also Arbeitsschritte definieren und Aufgaben zuweisen. «Ich habe jeweils die Erfahrung gemacht, dass die Teams diesen Entfaltungsraum sehr schätzen und dadurch auch motivierter arbeiten.» Mirjam Fischer, Verantwortliche Digital Education am ZHAW-Departement Life Sciences und Facility Management Dafür wird im Vorhinein für jeden Arbeitsschritt ein Team-Captain bestimmt. Ähnlich wie im Rugby ist der Team-Captain kommunikationsorientiert. Er oder sie nimmt im Team eine organisatorisch-kommunikative Rolle ein und vereinbart Termine, leitet Sitzungen und hält das Team auf dem neusten Stand. Entschieden wird jedoch stets zusammen. Auch für die Dozierenden bringt eduScrum Veränderungen mit sich und fordert Agilität. Sie müssen sich auf die Teams und deren individuelles Vorgehen einlassen, um ihnen weiterhelfen zu können. Dabei verschiebt sich die Ebene der Zusammenarbeit, und die Dozierenden agieren vielmehr als Coaches – begleiten statt leiten. Dank transparenter Leistungserfassung und aktueller digitaler Übersicht können sie den Fortschritt der Teams beobachten und Stolpersteine identifizieren. In Sprechstunden können sie dann den Teams gezielt Inputs geben oder ihnen Material zur Verfügung stellen. Dennoch sind diese im Grunde selbstorganisiert. «Als Coach begleite ich die Teams und stehe ihnen bei Fragen oder Problemen unterstützend zur Seite. Ich habe jeweils die Erfahrung gemacht, dass die Teams diesen Entfaltungsraum sehr schätzen und dadurch auch motivierter arbeiten», so Fischer. Bei der Arbeit mit eduScrum werden nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch persönliche Kompetenzen gefördert. Da die künftige Arbeitswelt zunehmend komplexer und vernetzter wird, werden diese immer wichtiger. Studierende werden darauf vorbereitet, indem sie mit Hilfe von eduScrum sogenannte 21st Century Skills wie Kommunikation, Kollaboration, Kreativität oder kritisches Denken stärken. Ob als Team-Captain oder -Mitglied: Die Studierenden lernen, verschiedene Rollen einzunehmen und sich sowohl als Team als auch im Team zu organisieren und lösungsorientiert zusammenzuarbeiten. «Oft merken die Studierenden während den Projekten, wo ihre Stärken liegen und wo sie Nachholbedarf haben. Hier können wir als Coaches ansetzen und sie gezielt fördern und unterstützen», so Fischer. Agile Arbeitsmethoden beschränken sich nicht nur auf die Informatik oder Lehre. Methoden wie Scrum respektive eduScrum sind beliebt und kommen bereits in diversen Branchen, Bereichen und Unternehmen zum Einsatz. «Auch Forschungsprojekte können mit eduScrum geführt werden», beantwortet Fischer die Frage nach anderweitigen Anwendungsmöglichkeiten an der ZHAW. Komplexe und langfristige Projekte mit mehreren Involvierten eignen sich dabei besonders gut. Jedoch gilt für die Forschung und Lehre das gleiche Credo: Die Forschenden und Dozierenden dürfen selbst entscheiden, ob sie ihr Projekt oder ihren Unterricht mit Scrum gestalten möchten. Miriam Fischer hat es ausprobiert und ist begeistert: «Ich beschäftige mich mit vielen neuen didaktischen Methoden und bin dabei auf eduScrum gestossen. Das Arbeiten damit hat mir sowie meinen Kolleginnen und Kollegen viel Spass gemacht und mich überzeugt.» Thomas Schläpfer

4500 Studierende neu an der ZHAW

Kürzlich begannen rund 4500 Studierende ihr Studium an der ZHAW (Vorjahr: 4700). Die Gesamtzahl der Studierenden beträgt damit an den drei Standorten Winterthur, Wädenswil und Zürich zusammen rund 14'100 Personen (Vorjahr: 14’700). Den grössten Zuwachs verzeichnet das ZHAW-Departement Life Sciences und Facility Management mit rund 13 Prozent. Grund dafür sind in erster Linie die zwei neuen Bachelorstudiengänge «Biomedizinische Labordiagnostik» und «Applied Digital Life Sciences» sowie der Master of Science in «Real Estate & Facility Management». Der praxisnahe Bachelorstudiengang «Biomedizinische Labordiagnostik» hat einen Anteil von über 30 Prozent Labor- und Berufspraktika. Durch die Kooperation der beiden ZHAW-Departemente Gesundheit sowie Life Sciences und Facility Management entspricht das Studium den zunehmenden gesellschaftlichen und technischen Anforderungen an die Diagnostik und die Gesundheitsversorgung. Am ZHAW-Departement Life Sciences und Facility Management können Studierende künftig auch den Bachelor in «Applied Digital Life Sciences» absolvieren. Das Bachelorstudium bildet die Schnittstelle zwischen Data Science und Life Sciences. Studierende lernen, Fragestellungen aus den Life Sciences mit verschiedenen digitalen Werkzeugen und datenbasierten Methoden zu bearbeiten. Im Studiengang «Angewandtes Recht» an der ZHAW School of Management and Law erhalten Studierende eine generalistische juristische Grundausbildung, welche die Kerngebiete des Schweizer Rechts abdeckt. Das Studium vermittelt unter anderem juristische Sprach- sowie Methodenkompetenzen und kann als Teilzeit- oder Vollzeitmodell studiert werden. Real Estate und Facility Management können einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltig gebauten Umwelt leisten. Der Masterstudiengang «Real Estate & Facility Management» ist schweizweit der erste Masterstudiengang, der die Bereiche Real Estate und Facility Management mit den Megatrends Nachhaltigkeit und Digitalisierung kombiniert. Sei es im Bereich Ökonomie, Finanzen, Services oder Operational Technology: Die Studierenden lernen, Mitarbeitende zu führen, Innovationen anzustossen, Nachhaltigkeit umzusetzen und Ökonomie zu leben. Der Studiengang wird gemeinsam vom ZHAW-Departement Life Sciences und Facility Management mit der ZHAW School of Management and Law angeboten. Thomas Schläpfer

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