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Forschung zwischen Freiheit und Verantwortung

Den einen geht die Forschungsfreiheit zu weit, andere sehen sie bedroht. Dieses Spannungsfeld spiegelt sich auch in unserem Titelbild wider. Die geflügelte Gestalt setzt zum Höhenflug an, und Illustrator Till Martin überlässt es den Betrachtenden, wie die Leinen im Bild zu interpretieren sind. Sind es ideologische, religiöse oder staatliche Fussfesseln, die Populistinnen und Populisten den Forschenden gerne anlegen würden, aus Angst vor dem Fortschritt? Oder sind es Schutzleinen, die Forschende vor eigenen falschen Ambitionen schützen sollen, damit ihre geistigen Höhenflüge nicht wie einst bei Ikarus mit einem bösen Absturz enden? In diesem Spannungsfeld zwischen Freiheit und Grenzen bewegt sich auch die anwendungsorientierte Forschung, die Auftrag der Fachhochschulen ist. Ergebnisoffenheit, freie Methodenwahl und das Teilen von Wissen gelten auch hier als Qualitätskriterien, müssen aber in Kooperationen mit Forschungspartnern aus Wirtschaft und Institutionen immer wieder neu ausgehandelt werden. «Da Fachhochschulen nicht nur Wissen schaffen, sondern auch den Weg mit ihren Partnern bis zur Umsetzung gehen, verändern sie ganz konkret die Welt», sagt Christoph Heitz, Experte für Algorithmic Fairness an der ZHAW, im Interview. Deshalb erachtet er einen anderen wissenschaftsethischen Aspekt als mindestens ebenso wichtig wie Freiheit: die Verantwortung der Forschenden für ihr Tun und dessen Folgen aus ethischer, nachhaltiger und sozialer Perspektive. Dieses Denken muss trainiert werden, fordert er. Dann braucht man sich vor Forschungsfreiheit nicht zu fürchten. Denn Forschende wissen meist selbst am besten, wo die Risiken ihrer Forschung liegen. PATRICIA FALLER, Chefredaktorin

Ein Hoch auf die Regeneration

Ein Ort, an dem sich Reh und Reiher Gute Nacht sagen. Eine Naturoase, in der sich Flora und Fauna, aber auch der Mensch von den «Zumutungen des Lebens» erholen können. Das ist die Idee des Grafikers Till Martin fürs Titelbild zum Dossier Regeneration. Doch die Idylle ist getrübt durch einen Brückenpfeiler – Symbol für das Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur, einer Natur, die dringend regeneriert werden muss. Der Begriff Regeneration hat Hochkonjunktur. Die Wortverlaufskurve im «Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache» (DWDS) zeigt seit dem Jahr 2000 steil nach oben. Angesichts der Krisen, Kriege und Konflikte unserer Zeit nicht verwunderlich. Menschen sehnen sich nach Regeneration. Der Begriff steht für Erneuerung und Neubelebung – aktuell ein grosses Thema in vielen Lebensbereichen und eine Herausforderung für die Forschung verschiedener Disziplinen: Gefragt sind regenerative Energien, eine regenerative Landwirtschaft, regenerative Lebensmittelsysteme, regenerierte Ressourcen, regenerative Städte oder physische sowie psychische Regeneration angesichts mentaler Belastung und Dauerstress. Passend zum Dossier-Thema verzichten wir künftig auf die Recyclingfolie, wenn wir Ihnen das Magazin an Ihre Kontaktadresse schicken. Und noch eine Änderung steht an. Mit dieser Ausgabe verabschiede ich mich von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Nach 12 spannenden Jahren und 48 Ausgaben schlage ich ein neues berufliches Kapitel auf. Ich bedanke mich für Ihr stetes Interesse. Bleiben Sie neugierig und zuversichtlich in einer Zeit der Umbrüche. Und vielleicht entdecken Sie ja in den Texten der aktuellen Ausgabe oder der Foto­strecke von Conradin Frei Ideen für Ihre eigene Regeneration. PATRICIA FALLER, Chefredaktorin

Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihre KI

Ärztinnen und Ärzte erstellen Bilder mit Hilfe von Magnetresonanztomographie. Labore analysieren Blutwerte. Krankenkassen interessieren sich für die sportlichen Aktivitäten oder Essgewohnheiten ihrer Kundinnen und Kunden. Nicht zuletzt ist die Wissenschaft den Ursachen von Krankheiten auf der Spur, um Therapien möglichst personalisiert zu gestalten. Auch im Gesundheitsbereich fallen immer mehr Daten an. Damit die riesigen Mengen, die gemanagt und ausgewertet werden können, sind intelligente Technologien notwendig. Davon handelt unser Dossier «Digital Health». Künstliche Intelligenz (KI) soll Ärztinnen und Ärzte künftig bei der Diagnose unterstützen, die Analyse bildgebender Untersuchungsmethoden beschleunigen und verbessern, lästige Dokumentationen übernehmen oder den Gesundheitszustand von Patientinnen und Patienten überwachen. Der Einsatz von KI wirft aber auch kritische Fragen auf: Wie zuverlässig ist sie? Wem gehören die Gesundheitsdaten, mit denen sie trainiert wird? Was passiert mit den Daten? Auch an der ZHAW forschen Fachleute zu Digital Health etwa in den interdisziplinären Kompetenzzentren «ZHAW Digital Health Lab» oder «GEKONT». Denn richtig eingesetzt, können neue Technologien helfen, die Versorgung zu verbessern. Das Gesundheitspersonal könnte entlastet werden, damit mehr Zeit bleibt für die menschliche Zuwendung gegenüber Patientinnen und Patienten. Weil Fortschritt aber schon immer auch Ängste hervorgerufen hat, erinnern wir mit der historischen Bildstrecke im Dossier daran, dass früher nicht alles besser war. PATRICIA FALLER, Chefredaktorin

Was ist wirklich nötig?

Wie wäre es mit einem Velohelm aus Pilzgeflecht statt aus Kunststoff? Oder einem gebrauchten Smartphone statt eines neuen? Oder könnten Sie sich vorstellen, in einem nahezu autarken, kleinen, kreislauffähigen Haus mit Tro­cken­toilette zu wohnen statt in einem grossen Einfamilienhaus? Dies sind nur einige der Ideen von ZHAW-Forschenden, die unseren Lebensstil nachhaltiger machen könnten. Hier im Magazin stellen wir Projekte vor und geben Impulse, die dazu beitragen könnten, unseren Planeten zu retten. Denn wir leben über unseren Verhältnissen, verschlingen Ressourcen – so als hätten wir mehrere Erden zur Verfügung. Das symbolisiert auch das Titelbild von Illustrator Till Martin. Ein Leben im Überfluss galt bisher als ein gutes Leben. Künftig besteht die Kunst des guten Lebens darin, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren: Was ist wirklich nötig? Es gibt Studien, die zeigen, dass weniger Besitz glücklich macht. Verzicht bedeutet also nicht zwingend Verlust, sondern kann Mehrwert bieten. Doch wie verabschieden wir uns von der Wegwerfgesellschaft? Ein Zauberwort heisst hier Kreislaufwirtschaft. In diesem regenerativen System werden weniger Ressourcen und Energie verbraucht sowie weniger Abfall und Emissionen produziert. Vom Ökos­ystem Wald können wir lernen, was kreislauffähig heisst. Das ist nachzulesen in der zweiten Folge unserer «Impact»-­Webserie «Planetary Health», die wir diesmal auch abgedruckt haben. Beschrieben werden dort neue Wege in der Lebensmittelproduktion. Die Serie ist nicht fertig konzipiert. Sie können uns Fragen oder Ideen für «Planetary Health» senden. Wir versuchen, diese mit Forschenden fürs Webmagazin auf­zubereiten. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen gleich unten im Kommentarfeld. PATRICIA FALLER, Chefredaktorin

Ideen ganz gross denken

Viel wird darüber spekuliert, wie die sogenannte Künstliche Intelligenz (KI) die Welt verändern wird – erst recht seit Chatbots wie ChatGPT ihr Können offenbaren. KI kann uns bei vielen Tätigkeiten unterstützen und anderes ganz übernehmen. Was bleibt uns Menschen da noch? Unternehmerisches Handeln gehört zu den Kompetenzen, die uns Menschen einzigartig machen: trotz Ungewissheit Entscheidungen treffen und eigene Ideen einfallsreich umsetzen. Dabei muss man kein Startup gründen, um Entrepreneurship zu leben. Kreatives Handeln ist auch in bestehenden Organisationen gefragter denn je, angesichts der Herausforderungen unserer Zeit. Die ZHAW hat sich zum Ziel gesetzt, eine führende Entrepreneurial University in der Schweiz zu werden, wie Rektor Jean-Marc Piveteau im Interview betont: «Jede Absolventin und jeder Absolvent soll einmal sagen können: Ich habe an einer Hochschule studiert, an der unternehmerisches Denken etwas sehr Wichtiges ist.» Nicht erst seit gestern fördert die ZHAW Entrepreneurial Mindset. Doch jetzt will sie einen Gang hochschalten. Die Hochschule soll zu einem Ort werden, der noch stärker Menschen anzieht, die an Herausforderungen wachsen wollen und die über Grenzen von Disziplinen hinweg gemeinsam Ideen ganz gross denken. Dass Entrepreneurinnen und Entrepreneure Menschen sind, die anpacken und Bodenhaftung beweisen, symbolisiert das Titelbild von Till Martin. Sie entwerfen, setzen Ideen um und steigen mit etwas Glück und guten Rahmenbedingungen die Treppe zum Erfolg nach oben. Wir stellen Ihnen in dieser Impact-Ausgabe junge Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen vor, die den Traum vom eigenen Startup realisiert haben. Viel Spass beim Entdecken, zu was menschliche Intelligenz alles fähig ist. PATRICIA FALLER, Chefredaktorin

Für die Energie von morgen

Auch wir stellen im Dossier die «Energiefrage» und wagen zugleich einen Blick nach vorne: Wie soll die Energie der Zukunft aussehen? Mit diesem Fokus geben wir Einblick in die vielfältige Forschung an der ZHAW. Wir zeigen, wie Lösungen für sichere, saubere und bezahlbare Energien aussehen könnten. Ohne das grosse Potenzial der Sonnenenergie zu nutzen, wird die Energiewende in der Schweiz wohl kaum gelingen. Das haben ZHAW-Forschende wie Franz Baumgartner vor zehn Jahren im Hochschulmagazin «Impact» prognostiziert. Der Studiengangleiter Energie- und Umwelttechnik sollte recht behalten. Ein schnellerer Ausbau der erneuerbaren Energien ist nötig und möglich – ohne Natur und Landschaft zu stark zu beeinträchtigen oder den Denkmalschutz auszuhebeln. Auch Illustrator Till Martin hat etwas für Sie ausgeklügelt: Sein Solar-Wäschetrockner auf dem Titelbild kommt mit der Kraft von Wind und Sonne aus und taugt obendrein zur Notfall-Energiegewinnung. Sollten Sie von Ihrer Öl- oder Gasheizung Abschied nehmen wollen, finden Sie hier im Webmagazin Tipps des ZHAW-Kompetenzzentrums für Wärmepumpen. Weil Energiesparen besser gelingt, wenn man den Energieverbrauch kennt, testen Sie Ihr Wissen beim Energie-Quiz . Und sparen Sie weiterhin mutig Energie, damit uns ungemütlichere Zeiten erspart bleiben. PATRICIA FALLER, Chefredaktorin

Keine Krise dauert ewig

Gerade wollten wir aufatmen, als der Bundesrat Mitte Februar fast alle Corona-Massnahmen aufhob und die Rückkehr zur Normalität in Aussicht stellte. Dann überfiel Russland erneut die Ukraine. Hört das denn nie auf?, war vielfach die erste Reaktion. Im Interview hat ZHAW-Ökonom Khaldoun Dia-Eddine allein in den vergangenen rund 30 Jahren mehr als zehn grosse ökonomische, politische oder ökologische Krisen ausgemacht. Die Klimakrise sei wohl die Krise, die uns längerfristig am meisten bedrohe, meint ZHAW-Psychologin Agnes von Wyl im selben Interview: «Man kann sich ernsthaft fragen, weshalb wir damit so sorglos umgehen.» Und das, obwohl wir eigentlich wüssten, was zu tun ist, wie der dritte Inter­viewpartner, ZHAW-Ökologe Jürg Rohrer, betont. Auch unser Illustrator Till Martin hat sich gefragt: Weshalb sind wir so passiv? Sein Menschlein auf dem Titelbild ist wie gelähmt und tut nichts, obwohl der Eimer, mit dem es sich aus dem Sumpf befreien könnte, nahe ist. Dieses Bild symbolisiert, wie gewohnte und vermeintlich verlässliche Denkweisen, Werkzeuge und Handlungsansätze in einer Krise plötzlich nicht mehr greifen. Ratlosigkeit und Ängste überwiegen häufig – zumindest erst einmal. Denn auf die Phasen der Lähmung und Verdrängung folgen in mancher Theorie zur Krisenbewältigung die Phasen, in denen wir nach Lösungen suchen und uns völlig neu orientieren. Krisen sind oft Auslöser für Kreativität und Innovation. Mit Ideen, die helfen, Krisen zu bewältigen, wollen wir in diesem Dossier ein paar Lichtblicke bieten angesichts des von dunklen Wolken überschatteten Weltgeschehens. Wir wollen zeigen, wie Fach- und Privatleute nach Lösungen suchen und sie auch finden. Die Beispiele könnten anspornen zu mehr Mut und Optimismus, um aktuelle und künftige Krisen gut zu bewältigen. PATRICIA FALLER, Chefredaktorin

Schöne neue Arbeitswelten

«Hören Sie auf zu arbeiten, machen Sie, was Sie lieben!» Keine Angst, das wird kein Aufruf zu Massenkündigungen. Auch nicht zu «Quiet Quitting» oder «stiller Kündigung», wie man auf Deutsch sagen würde. Über Dienst nach Vorschrift wird in den Medien und in den sozialen Netzwerken viel diskutiert. Nein, den Slogan las ich kürzlich auf dem Weg zur Arbeit auf einem Plakat. Und er passt so gut zu unserem Dossier «New Work»: Arbeit soll nicht als Mittel zum Zweck gesehen werden, sondern der Mensch und seine Bedürfnisse sollen im Mittelpunkt stehen. So prägte der amerikanische Sozialphilosoph Frithjof Bergmann den Begriff. Der Clou dabei: Fühlen sich Mitarbeitende ernst genommen, leisten sie mehr. Im Magazin gehen wir den Fragen nach: Wie sieht unsere Arbeitswelt von morgen aus? Wie werden wir post Covid, also nach der intensiven Remote-Work-Phase, arbeiten? Weiter wie bisher? Werfen wir wieder alles Gute über Bord, das wir uns während dieser Zeit im Homeoffice oder an «dritten Orten» angeeignet haben? Oder werden wir ganz anders arbeiten? Wie viel Remote Work darf es sein aus rechtlicher, psychologischer und organisatorischer Perspektive? Viele dieser Fragen sind offen. Die Arbeitswelt wird zum Reallabor. Es wird experimentiert: wie und wo wir arbeiten, mit Job-Sharing in Führungspositionen oder Organisationsformen, die ohne Hierarchien auskommen. Das ist gut so. Denn solange Organisationen experimentieren, sind sie lebendig und agil, wie sie der Illustrator Till Martin auf dem Titelbild symbolisiert: Statt auf dem Bürostuhl festzusitzen, nehmen wir die Rollen unter die Füsse, um Neues zu entdecken. Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre und hoffen, dass «New Work» auch für Sie gilt und dass Sie nicht zu jenen gehören, die ihre «stille Kündigung» einreichen. PATRICIA FALLER, Chefredaktorin

Metamorphosen

Wie soll das Dossier heissen? Nachhaltige Entwicklung? Will das noch jemand lesen? Im Kreis der Kolleginnen und Kollegen waren wir uns da nicht so sicher, als wir über den Namen des Dossiers diskutierten. Gibt es nicht schon einen Ermüdungseffekt? So viel wird darüber geschrieben und gesprochen. Manche geben sich auch nur einen grünen Anstrich. Ein Kollege meinte schliesslich: «Dann schreiben wir halt: Nachhaltigkeit nervt – warum wir trotzdem darüber reden müssen.» Andere Vorschläge waren: «Ideen, die nachhaltig nachhallen», «Zurück in die Zukunft» oder «Enkel­gerechtigkeit». Und dann lieferte unser Grafiker Till Martin den ungewöhnlichen Entwurf zum ­Titelbild – ein Sinnbild für nachhaltige Entwicklung schlechthin –, und so blieb es beim ursprünglichen Namen. In Anlehnung an die Metamor­phose einer Raupe zum Schmetterling befreit sich der Mensch aus der Verpuppung. Noch hängt er oder sie etwas zappelnd in der Luft, sucht nach Halt. Nach dem Cocooning in Zeiten der Pandemie wagen wir uns wieder heraus aus unserer kleinen Privatwelt, um drängende Herausforderungen anzugehen. Wie wir die Welt retten können, wissen wir aber nicht so genau. Ein «Weiter so!» geht nicht. Zurück will kaum jemand. Also brauchen wir etwas Neuartiges – so wie aus einer Raupe eben ein bunter Schmetterling wird. Nach solchen neuartigen Lösungen suchen Forschende an der ZHAW – auch mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Gerne hätten wir über alle berichtet. Mit den Vorschlägen für diese Ausgabe hätten wir locker drei Magazine gefüllt. Die Auswahl wurde zur Qual und ist willkürlich. Sollten Sie selbst eine nachhaltige Idee haben, dann nehmen Sie an unserem Wettbewerb teil. Viel Glück und eine nachhaltige Lektüre! PATRICIA FALLER, Chefredaktorin

Illusion und Wirklichkeit

Was fällt Ihnen zum Thema «Alter» ein? Oder gar zum eigenen Älterwerden? Ich denke da an die Rentnerinnen und Rentner, die mich beim Wandern freundlich grüssend überholen, während ich mich Richtung Gipfel schleppe und den Schweiss von der Stirne wische. So fit will ich auch mal werden, wenn ich Ü65 bin! Ich freue mich auf die selbstbestimmte Zeit, wenn ich erst einmal in Rente sein werde. Wobei – Zeit haben Seniorinnen und Senioren in meinem Umfeld eigentlich nie. Sie müssen verreisen, Konzerte geben, Enkel hüten, Schulkindern Nachhilfe geben, Startup-Gründer coachen, einsame Menschen im Altenheim besuchen oder eben mal die Welt retten. «Was fällt Ihnen zum Thema Alter ein?» Das wollten wir auch in unserer Spotlight-Umfrage von Studierenden, Absolventinnen und Absolventen sowie von Mitarbeitenden kurz vor der Pensionierung, aber auch von jüngeren Kolleginnen und Kollegen wissen. Unserem Illustrator Till Martin kam bei der Frage der Lebensherbst in den Sinn: Bei seiner Interpretation auf dem Titelbild schweben ältere Menschen an goldenen Fallschirmen sanft ins Leben. Andere werden von einer Böe ergriffen und kräftig durchgeschüttelt. Der leere Liegestuhl auf dem Dossier-Auftaktfoto von Fotograf Conradin Frei lässt Raum für Spekulationen. Wartet der auf uns? Oder wurden wir bereits alle aus dem «Rentner­paradies» vertrieben? Voraussichtlich stimmen wir schon bald über die Reform AHV 21 ab, die unter anderem eine Flexibilisierung des Rentenalters vorsieht. In der Öffentlichkeit wird kaum über die Flexibilisierung debattiert, als sei sie unumstritten. Machen Sie sich selbst ein Bild bei unseren Pro- und Contra-Beiträgen zweier ZHAW-Fachleute. Tauchen Sie nun ein in die vielfältige und vielschichtige Silver Society. PATRICIA FALLER, Chefredaktorin

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